Influenzasaison 2019/20

Die Grippewelle hat begonnen, …

Stuttgart - 17.01.2020, 07:00 Uhr

Bleibt die Influenzaaktivität auch in der aktuellen Woche erhöht, hat die Grippewelle schon begonnen, das meldet das RKI. Influenza A-Viren dominieren bislang, Säuglinge trifft vor allem Influenza A(H1N1), Kindergartenkinder vorwiegend Influenza A(H3N2). (Foto. Chepko Dani / stock.adobe.com)

Bleibt die Influenzaaktivität auch in der aktuellen Woche erhöht, hat die Grippewelle schon begonnen, das meldet das RKI. Influenza A-Viren dominieren bislang, Säuglinge trifft vor allem Influenza A(H1N1), Kindergartenkinder vorwiegend Influenza A(H3N2). (Foto. Chepko Dani / stock.adobe.com)


… wenn „die Influenza-Aktivität und damit die Influenza-Positivenrate auch in der dritten Kalenderwoche 2020 erhöht ist oder weiter ansteigt“, erklärt die Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI (Robert Koch-Institut). Bislang dominieren Influenza A(H1N1)- mit 58 Prozent und Influenza A(H3N2)-Viren mit 35 Prozent das Grippegeschehen. Macht eine Grippeimpfung auch jetzt noch Sinn?

2821 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle erreichten das RKI (Robert Koch-Institut) in der zweiten Meldewoche 2020, insgesamt sind es seit Beginn der aktuellen Grippesaison (KW 40 2019) 8597. Das meldet die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) in ihrem aktuellen Wochenbericht (4. Januar bis 10. Januar 2020). Zudem sind dem RKI 23 Todesfälle mit Influenzavirusinfektion bekannt, bei 19 Patienten lag eine Infektion mit Influenza A-Viren vor, bei vier Patienten mit dem Subtyp Influenza B. 

Das Nationale Referenzzentrum für Influenza (NRZ) fand in 30 von 107 Sentinelproben Influenza-Viren, was einer Influenza-Positivenrate von 28 Prozent (95 Prozent-Konfidenzintervall 19 bis 38 Prozent) entspricht: „Dies deutet auf den Beginn der Grippewelle in Deutschland in der zweiten Kalenderwoche 2020 hin“, erklärt die AGI.

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Laut Definition der AGI beginnt die Grippewelle dann, wenn in der zweiten Woche in Folge der untere Wert des 95-Prozent-Vertrauensbereiches der Influenza-Positivenrate über 10 Prozent liegt. Die Grippewelle beginnt dann mit der ersten der beiden Wochen.

Steigende Grippeaktivität

Aus diesem Grund wagt das RKI die Prognose: „Unter der Voraussetzung, dass die Influenza-Aktivität und damit die Influenza-Positivenrate auch in der dritten Kalenderwoche 2020 erhöht ist oder weiter ansteigt, hat die Grippewelle in Deutschland nach Definition der Arbeitsgemeinschaft Influenza mit der zweiten Kalenderwoche 2020 begonnen“, so die AGI-Experten im aktuellen Wochenbericht.

Impfung noch sinnvoll?

Insgesamt zirkulierten bislang vor allem Influenza A(H1N1)pdm09-Viren (58 Prozent), gefolgt von Influenza A(H3N2)-Viren (35 Prozent). Influenza B-Viren wurden nach Angaben des RKI „bisher nur sporadisch“ nachgewiesen (7 Prozent). Auch altersabhängige Unterschiede zeigen sich. So finden sich Influenza A(H3N2)-Viren vor allem bei Kindergartenkindern und bei über 60-Jährigen, während Babys und Fünf- bis 59-Jährige eher mit Influenza A(H1N1) infiziert sind.

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Diese Beobachtungen sind kongruent mit den Erfahrungen der vergangenen Grippesaisons: Bei Influenza A(H1N1)-dominierenden Grippewintern kam es auch bei jüngeren Erwachsenen und Kindern zu sehr schweren Erkrankungen und Todesfällen, wenn Influenza A(H3N2)-Viren dominierten, waren besonders ältere und hochbetagte Menschen von schweren Krankheitsverläufen betroffen.

Nordamerika: viele Influenza B-Viren

Weltweit dominieren nach aktuellen Erkenntnissen Influenza A(H3N2)-Viren, wobei in Nordamerika auch ein hoher Anteil von Influenza B-Viren berichtet wird. Das ist recht ungewöhnlich, denn Influenza B-Viren zirkulieren zeitlich oft später als Grippeviren des Subtyps A.

Impfstoffe noch verfügbar, Impfung noch empfohlen

Der optimale Zeitpunkt für eine Grippeimpfung sind die Monate Oktober und November. Lohnt sich eine Grippeimpfung auch jetzt noch? Eine terminliche „Deadline“, ab welcher die saisonale Impfung nicht mehr sinnvoll ist, gibt es laut RKI nicht. In einem früheren Gespräch mit DAZ.online erklärte Susanne Glasmacher, Sprecherin des RKI: „Es gibt keinen festen Termin, bis zu dem eine Impfung noch empfohlen wird“, was daran liege, dass der Höhepunkt der Grippewelle regional unterschiedlich verlaufen kann. Und weiter: „Generell kann auch noch im Verlauf der Grippewelle geimpft werden, auch bis deutlich nach dem Gipfel“, so die Sprecherin des RKI.

Anders als in der zurückliegenden Grippesaison gibt es 2019/20 genügend Influenzavakzine. Sanofi bestätigte erst vor wenigen Tagen gegenüber DAZ.online, dass Vaxigrip Tetra noch ausreichend lieferbar ist.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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