Rapper mit Nasenspraysucht

Sido: Leute, hört auf eure Apotheker!

Berlin - 07.01.2020, 10:35 Uhr

Der Rapper Sido rät seinen Fans auf Instagram, auf Apotheker zu hören, wenn sie empfehlen Nasensprays nicht länger als eine Woche anzuwenden. (s / Foto: imago images / Schmidbauer)

Der Rapper Sido rät seinen Fans auf Instagram, auf Apotheker zu hören, wenn sie empfehlen Nasensprays nicht länger als eine Woche anzuwenden. (s / Foto: imago images / Schmidbauer)


Glaeske: Werbeverbot für Nasensprays

Dem oben genannten WDR-Bericht zufolge ist eine solche Nasenspray-Sucht nicht folgenlos. Der Missbrauch von abschwellenden Nasenpräparaten kann auch längerfristig eine schädigende Wirkung haben: Die trockene Nasenschleimhaut begünstige Krusten, unter denen sich auch Bakterien ansiedeln könnten und Bakterienherde bildeten, erklärt ein HNO-Arzt in dem Beitrag. So könne sich eine „Stinkenase“ bilden.

Der Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske forderte im vergangenen Jahr daher ein Werbeverbot für abschwellende Nasensprays sowie für alle anderen Medikamente, die ein Missbrauchspotenzial haben. Glaeske wörtlich: „Es wird immer vereinfacht dargestellt, dass die Wirkung im Vordergrund steht, aber die unerwünschten Auswirkungen, auch die Langzeitfolgen eigentlich nicht benannt werden. Und insofern sollte für all diese Mittel, die tatsächlich auch missbräuchlich angewendet werden können, die Werbung unterbunden werden."

Glaeske erklärte, dass sich die Schleimhaut innerhalb von 14 Tagen an den Effekt gefäßverengender Substanzen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin gewöhnen könne. „Das führt im Prinzip auf Dauer dazu, dass ich mehr und mehr von diesen Tropfen oder Sprays benötige, um tatsächlich wieder frei durchatmen zu können.“

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Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

glaskes verbotswünsche

von pille62 am 10.01.2020 um 11:44 Uhr

............Dieter Nuhr meinte, es wäre schön, wenn wir den einen oder andern nervenden Zeitgenossen im Jahr 2020 loswerden könnten.
Herr Glaeske gehört eindeutig dazu!!!!
Hat dieser Mann denn als einzige Erfüllung in seinem Leben
dem Rest der Welt auf den, entschuldigen Sie den Ausdruck, Sack zu gehen?!

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Gewöhnung.

von Roland Mückschel am 08.01.2020 um 17:02 Uhr

Wie oft habe ich euch Nasen gewarnt.
Alleine, es war vergeblich.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

wer die falschen Schlüsse zieht...

von Christiane Patzelt am 07.01.2020 um 21:27 Uhr

...es ist nicht die Werbung, die die Menschen in die Sucht schiebt --- seit dem barrierelosen Zugang durch die Versandapotheken ist die Situation doch nahezu eskaliert! Die Apotheke vor Ort ist eben auch Verbraucherschutz -- käme Glaeske aber nicht über die Lippen, lieber zieht er die falschen Schlüsse...

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