Eppendorfer Dialog

DocMorris contra Apotheker „im Gestern“

Hamburg - 05.12.2019, 11:30 Uhr

Teilnehmer beim Eppendorfer Dialog, von links: Michael Hennrich (CDU-Bundestagsabgeordneter), Corinna Mühlhausen (Trendforscherin), Max Müller (DocMorris-Vorstand), Steffen Kuhnert (Apotheker aus Düren), Dr. Kerstin Kemmritz (Präsidentin der Apothekerkammer Berlin), Prof. Dr. Achim Jockwig (Moderator). (s / Foto: tmb)

Teilnehmer beim Eppendorfer Dialog, von links: Michael Hennrich (CDU-Bundestagsabgeordneter), Corinna Mühlhausen (Trendforscherin), Max Müller (DocMorris-Vorstand), Steffen Kuhnert (Apotheker aus Düren), Dr. Kerstin Kemmritz (Präsidentin der Apothekerkammer Berlin), Prof. Dr. Achim Jockwig (Moderator). (s / Foto: tmb)


Die Apotheke vor Ort müsste sich ganz neu aufstellen und mit Partnern auf einer digitalen Versorgungsplattform zusammenarbeiten - dies war das Fazit des Eppendorfer Dialogs am 4. Dezember in Hamburg. Dabei präsentierte DocMorris-Vorstand Max Müller sein Unternehmen als zukunftsorientierte Apotheke, die heute schon böte, was die Vor-Ort-Apotheken künftig machen wollten.

„Bleibt die Apotheke vor Ort?“ war der Titel des Eppendorfer Dialogs. Hintergrund war das Apothekenstärkungsgesetz. Doch DocMorris-Vorstand Max Müller dominierte die Diskussion und ließ die Veranstaltung phasenweise fast wie eine Werbeaktion für DocMorris erscheinen. Müller erläuterte, dass DocMorris schon heute die Medikation seiner Patienten kostenlos analysiere, wie es die Vor-Ort-Apotheken für die Zukunft planen. Doch bestand Einigkeit, dass die Vor-Ort-Apotheken bestehen bleiben, weil sie digitale Leistungen individuell übersetzen. Um die neuen digitalen Angebote stemmen zu können, müssten sie sich mit Partnern in Versorgungsplattformen organisieren. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich zeigte sich sehr interessiert, mit den Apothekern über die Zukunft zu diskutieren. Doch er beklagte, solche Gespräche fänden nicht statt, weil Apotheker im Regelfall „im Gestern leben“ und den Status quo verteidigen würden.

Neues Gesetz nur mit OK aus Brüssel

Aber der Reihe nach: Hennrich zeigte sich besorgt über die Schließung von Apotheken - wegen der Versorgung und weil die Apotheken „gute Arbeitgeber“ seien. Er bekannte sich zu „seinem Sündenfall“, 2003 „in vorauseilendem Gehorsam“ für den Arzneimittelversand gestimmt zu haben. Doch er sei der Erste gewesen, der 2016 das Rx-Versandverbot gefordert habe. Da dies politisch nicht durchsetzbar sei, solle nun die Gleichpreisigkeit in der GKV erreicht werden. Dies müsse „mit Brüssel“ geklärt werden. Hennrich machte deutlich: Das Apothekenstärkungsgesetz wird nur kommen, wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Brüssel Rechtsklarheit schafft. Damit war dieses Thema abgehakt.

Danach ging es darum, wie die „Apotheke der Zukunft“ aussehen wird. Hennrich erwartet Spezialisierungen, beispielsweise für Diabetes oder Onkologie sowie Aufgaben in der Prävention. Er betonte die Grippeimpfung, weil damit im Ausland die Impfquoten erhöht worden seien. Das Medikationsmanagement im Sinne des ARMIN-Modells sehe er skeptisch, weil dies möglicherweise bald durch künstliche Intelligenz zu leisten sei. Mittelfristiges Potenzial sehe er dagegen für die Apotheken bei einer möglichen Legalisierung von Cannabis.

Apothekerzukunft als Heilberufler

Dr. Kerstin Kemmritz, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin, ging nicht auf die wirtschaftlichen und ordnungspolitischen Aspekte des Versandes ein, sondern konzentrierte sich auf die heilberuflichen Angebote der Apotheker. Mit solchen Leistungen habe die Apotheke vor Ort gute Karten. Sie sehe die Apotheken als „Gesundheitsmanager, Gatekeeper und Therapiebegleiter“. Pharmazeutische Dienstleistungen müssten zum Standard in der GKV werden. Apotheker würden zum Übersetzer der künstlichen Intelligenz und zur „empathischen Kontrollinstanz“. In anderen Ländern zeige sich bereits, was möglich sei. Doch in Deutschland müsse dringend Bürokratie abgebaut werden, um Zeit für solche Leistungen zu gewinnen. Von der Politik forderte Kemmritz, pharmazeutische Kompetenz zu nutzen und zu vergüten und für „gleich lange Spieße“ zu sorgen.

Digitales von Heute und Morgen

DocMorris-Vorstand Max Müller erklärte: „Die Apotheke bleibt vor Ort, aber sie wird nicht sein wie heute.“ Zu den von Kemmritz angekündigten Leistungen fragte Müller: „Warum machen Sie das nicht?“ DocMorris prüfe jede Bestellung pharmazeutisch, nutze dabei auch Algorithmen und spreche daraufhin mit Patienten und Ärzten über mögliche Probleme. Damit seien etwa 130 Pharmazeuten beschäftigt, die 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Schulung nutzen. Dies sei eine attraktive Arbeit, weil die Apotheker und PTA „nicht verkaufen“ müssten. Die Digitalisierung helfe auch, Therapieabbrüche zu verhindern und ländliche Regionen zu versorgen. Sie biete zudem mehr Zeit für „sprechende Pharmazie“. Er erwarte außerdem, dass künftig ein Patient im Spanienurlaub einem Apotheker sein Smartphone zeigen könne und dann dort so beraten werde wie zu Hause.

Vielfalt der Menschen beachten

Corinna Mühlhausen, Trendforscherin und Gastprofessorin an der Technischen Hochschule Lübeck, berichtete über jüngste Ergebnisse des „Health Report 2020“ von „Trendcoach“. Demnach würden bei Gesundheitsentscheidungen 70 Prozent der Befragten auf ihren Arzt, aber nur 13 Prozent auf ihren Apotheker vertrauen. Die Studie zeige zudem, dass die gängigen Typologien der Marktforschung nicht differenziert genug seien. Mühlhausen entwickelte daraufhin 28 Verbrauchertypen. Sie empfahl, sich mit dieser Vielfalt der Menschen zu beschäftigen, um daraus Erkenntnisse für das eigene Unternehmen zu gewinnen.

Partner für Plattformen nötig

Als Beispiel für einen Vor-Ort-Apotheker, der sich intensiv mit modernen Entwicklungen beschäftigt, komplettierte Steffen Kuhnert, Düren, die Runde. Er bekräftigte, dass die Apotheken intern schon sehr viel digital machen. Doch zu den Sorgen über Apothekenschließungen erklärte Kuhnert: „Wir machen uns selbst mega-verrückt.“ Sein Credo war, dass die Apotheken sich verändern und die Apotheker unternehmerischer denken müssten. Sie sollten Lotsen in der Mitte der Gesellschaft sein und dafür auch bezahlt werden. Letztlich werde aber immer der Kunde entscheiden und für den Kunden zähle die Convenience. Das sei aber nicht das Anstehen in der Schlange, sondern eher die Rezeptbestellung über „Alexa“. Um solche digitalen Angebote machen und mit großen Unternehmen konkurrieren zu können, müssten sich Apotheken allerdings mit Partnern auf Plattformen organisieren. Von der Berufspolitik forderte Kuhnert, konkrete Schritte zu machen. Die Apotheken hätten schon viel versäumt. So fragte Kuhnert, warum es Geräte zum Health-Tracking nicht in der Apotheke gebe.

Offene Fragen trotz Diskussion

In der Diskussion fragte Moderator Prof. Dr. Achim Jockwig, der selbst Arzt ist, ob Hausärzte durch die neuen Leistungen der Apotheker überflüssig würden. Er gab zu verstehen, dass er dort Konfliktpotenzial sehe. Außerdem ging es um unterschiedliche Wettbewerbsbedingungen zwischen Versand- und Vor-Ort-Apotheken. Doch Müller betonte, dass die Versender zu denselben Preisen einkaufen würden. Zudem fließe die Gewerbesteuer im Gewerbegebiet Avantis je zur Hälfte ins deutsche Aachen und ins niederländische Heerlen. Zur Frage nach fachlichen Kontrollen erklärte Müller: Wenn die deutsche Fachpresse etwas zu diesem Thema schreibe, komme kurz danach die niederländische Kontrollbehörde zu DocMorris. Zu den deutschen Apotheken meinte Hennrich dagegen, das Kernproblem sei, dass die Diskussion gar nicht stattfinde. Zur jüngsten Debatte über Lieferengpässe erklärte Hennrich: Wenn die nötige Diskussion über dieses Thema auf Rabattverträge reduziert werde, steige er aus. So endete der Eppendorfer Dialog mit der Zuversicht, dass die Apotheken vor Ort bleiben werden, aber ohne die zentrale Frage anzusprechen, wie die teure flächendeckende Vor-Ort-Versorgung langfristig finanziert werden soll.



Dr. Thomas Müller-Bohn (tmb), Apotheker und Dipl.-Kaufmann
redaktion@daz.online


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10 Kommentare

Die Apotheke ist seit über 750 Jahren modern, weil wandlungsfähig

von Christoph Gulde am 06.12.2019 um 12:34 Uhr

Ich bin mir nicht sicher, ob hier Aussagen von Herrn Hennrich aus dem Zusammenhang herausgerissen kommentiert werden. Ich bin aber überzeugt, dass er die Apotheken sehr gut kennt und weiß, dass in jedem Berufsstand Zukunftsverweigerer neben Zukunftsvisionären existieren.
Die Apotheken haben sich in ihrer langen Geschichte dabei immer in ihrer Zeit weiter entwickelt, um für ihre Kunden und Patienten unverzichtbar zu bleiben.
In der jüngeren Geschichte will ich nur ganz kurz erwähnen: Die Entwicklung der ABDA Lochkarten, lange vor dem übrigen Handel, die Etablierung von Fax, bevor andere Berufe das Wort überhaupt buchstabieren konnten. Die Bestellung per Datenfernübertragung, Organisation des Arzneimittellagers mittels EDV auch hier lange, bevor andere Handelsgeschäfte gefolgt sind.
In der näheren Geschichte lässt sich das über die ganzen Entwicklungsstufen der EDV und des Internets nachzeichnen: Wo die Apotheke ist, ist vorne.
Zur Zeit gibt es mit GERDA und der DAV WebApp eine patientenfreundliche, diskriminierungsfreie, korruptionsfreie und nachweislich funktionierende Struktur für das e-Rezept von nachher. Im Dialog und in der Abstimmung zwischen Apothekerverbänden und den Ansprechpartnern in Politik.

Ich möchte deshalb feststellen: Apotheker können modern und waren und sind immer wandlungsfähig.

Gleichwohl, und das darf man nicht vergessen, wenn man die vermeintliche Langsamkeit der Entwicklung bei Apotheken auch politisch kritisiert, unterliegen wir einer ganz erheblichen gesetzlichen Regulierung - zum Schutz der Patientinnen und der Patienten - die bei uns auch penibel durch die Regierungspräsidien überwacht werden. Im Unterschied übrigens zu Playern, die sich daran nicht halten (müssen). Vieles, was ich als modern und zukunftsfähig erkenne, darf ich aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht tun. Gerade diese Verlässlichkeit erwartet ja die Bevölkerung und auch die Politik von uns. Da liegt das Bewahrende ja schon im Kern unserer Aufgabe.
Dass Unternehmen aus dem Ausland anders agieren und agieren können, darf der öffentlichen Apotheke dann aber nicht zum Vorwurf gemacht werden, im Gegenteil: Hier erwarte ich Unterstützung aus der Politik für die Art von Apotheke, die gerade ja die Politik selbst mit ihrer Gesetzgebung definiert hat.
Herr Hennrich ist dabei mit vielen Apothekern im Gespräch. Und es gibt ja viele interessante Ansätze aus diesen Gesprächen heraus. Es gibt gute Beispiele aus der Apothekerschaft heraus , was eine Verbesserung für die Versorgung ermöglichen würde. dabei sind Apotheker auf das Abwägen von Haupt- und Nebenwirkung beruflich konditioniert und deshalb mit reinem Hurrageschrei verhaltener.
Was wir alle nicht vergessen dürfen ist, dass existierende Plattformen erfolgreich mit unseren Daten arbeiten und eigenen geldwerten Nutzen daraus ziehen wollen. Wie weit wir diese Verhältnisse auch im Gesundheitsbereich wollen, ist eine ernste gesellschaftliche Frage. Big Data Konzerne warten nur darauf.
Und noch was zum Preis unserer Leistung: Teuer ist anders. Die gleiche Leistung für weniger Geld wird nicht zu finden sein- kein Berufsstand wird seit 15 Jahren so ausgehungert, wie die Apotheken samt ihren MitarbeiterInnen. Ich sage nur Inflationsausgleich. Oder Portoerhöhung.

Fazit: Im konstruktiven Gespräch die sinnvollsten Entwicklungsmöglichkeiten herausarbeiten und umsetzen. Die ApothekerInnen sind bereit.

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An Herrn Hennrich

von Stefan Haydn am 06.12.2019 um 10:44 Uhr

Da ich weiß, das Sie mitlesen wende ich mich direkt an Sie.

Muss ich Ihnen als Mitglied einer konservativen Partei wirklich erklären was der Begriff konservativ bedeutet?
Ist Ihnen so gar nicht klar, wie viele Konservative Neuerungen angestoßen haben?
Ein Konservativer ist Neuerungen gegenüber nicht kritisch, er wägt nur Sinn und Unsinn ab und vergleicht mit Bewährtem.
Es mag im Bereich der Arzneimitteldistribution und der Arzneimittelversorgung gerade viel "Neues" geben, beschäftigt man sich aber mal damit, bleibt leider kaum etwas übrig, dass über Blendwerk ohne vernünftigen Zusatznutzen für den Patienten hinausreicht.
Der Großteil dient nicht dem Patienten sondern soll nur irgendwelche Investorentaschen füllen.

Ihre Weihnachtskarte werden Sie trotzdem bekommen.

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Apotheker sind von gestern

von Conny am 06.12.2019 um 9:49 Uhr

Na ja , die Arzneimittelversorgung ist mit das Einzige was in diesem Land klappt. Es sind so erbärmliche Politiker wie Hennrich und Konsorten die für die schlechte Infrastruktur -Strasse und Schiene-bröckelnde Schulen, Krankenhäuser. Bundeswehr nicht einsatzfähig, Polizei unterbesetzt, keine bezahlbarer Wohnraum mehr, keine Pfleger, keine Lehrer,

Spaltung der Gesellschaft durch das hochkommen der Afd verantwortlich sind. Umweltschutz ganz zu schweigen. Energiewende an die Wand gefahren . Aber die Apotheker sind von gestern.

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Zentrale Frage der Finanzierung fasst niemand an

von Dirk Krüger am 06.12.2019 um 9:36 Uhr

"So endete der Eppendorfer Dialog mit der Zuversicht, dass die Apotheken vor Ort bleiben werden, aber ohne die zentrale Frage anzusprechen, wie die teure flächendeckende Vor-Ort-Versorgung langfristig finanziert werden soll."
Ein Widerspruch in sich. Die Basis für eine solche Zuversicht wäre eine stabile Finanzierung. Da weder Kassen noch Politik ein Interesse an auskömmlicher Honorierung der Präsenzapotheken haben, wird es eine flächendeckende Versorgung mittelfristig nur noch über den Versandhandel geben.

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AW: Zentrale Frage der Finanzierung fasst

von Christian Springob am 06.12.2019 um 10:27 Uhr

"Teure, flächendeckende Versorgung"
Oha!!!
Ist die flächendeckende Versorgung womöglich noch ein Kostentreiber im Gesundheitssystem??
Unglaublich. Bislang hat man doch eher den Eindruck, dass seit 15 JAhren fasst unveränderter Honorierung, die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln der Politik keinen Pfifferling wert ist.
Ein gefährlicher Satz ist das !!

AW: Zentrale Frage der Finanzierung fasst

von Dirk Krüger am 06.12.2019 um 12:34 Uhr

Wir meinen das Gleiche, nur habe ich es evtl. missverständlich formuliert. Die auch von Ihnen erwähnte seit 15 Jahren fast unveränderte Honorierung führt zur Schließung von Apotheken, gerade in der Fläche. Die Folge ist, dass die Menschen "auf dem Land" auf den Versandhandel angewiesen sein werden - mit allen negativen Folgen für die Arzneimitteltherapiesicherheit und das soziale Miteinander. Der Erhalt der Präsenzapotheken ist nicht zum Nulltarif zu haben, das hat nicht mit "Preistreiberei" zu tun. Die Frage ist, wie viel die pharmazeutische Dienstleistung vor Ort "der Gesellschaft" wert ist.

Heil der Digitalisierung

von Christian Springob am 06.12.2019 um 9:16 Uhr

Digital = gut!!!
Das ist momentan der allgemeine Tenor, DM-Algorithmen übernehmen die Beratung. Der Patient, der die Bequemlichkeit - neudeutsch convenience- liebt (Habitus vermutlich Max Müller), soll also per Alexa seine Metformintabletten und Atorvastatin-Tabletten bestellen, und vielleicht ist es demnächst sogar möglich, dass diese der Pizzabote zusammen mit einer 1,5 Liter Flasche Cola ausliefert? Sorry, diese Spitze musste sein.
Sicher können Algorithmen die Arbeit erleichtern, jedoch ist festzuhalten, dass gerade in der Apotheke einige wichtige Aspekte für die Beratung wichtig sein können: die Kenntnis des sozialen Umfeld des Patienten, die Hinterfragung von Patientenwünschen, und auch der Anblick des Patienten.
Und warum sitzt Max Müller überhaupt in der Runde? Es geht um die Zukunft der deutschen Apotheke, was hat da ein niederländisches Aktienunternehmen zu suchen?
Es geht um Gewinnmaximierung. Die Landapotheke wird totgeredet, bis sie tot ist. Man muss es nur oft genug wiederholen. Uns wird pauschal das Festhalten an alten Strukturen vorgeworfen. Schon fast unverschämt.
Ich denke, dass wir Apotheker schon offen sind für Neues. Dann aber bitte unter fairen Bedingungen! Und derzeit verschwenden wir unsere Ressourcen mit sehr viel fragwürdiger Dokumentation und vor allem der Beschäftigung mit Lieferengpässen. Grausig, wie viel Zeit dafür flöten geht.
Und letztlich ist bei all den Diskussionen die Frage zu stellen:
Wer hat den Nutzen? Geht es um das Wohl des Patienten? Oder geht es um das Wohl der Zur Rose-Aktionäre?
Der Kapitalismus vergiftet. Auch in Form von NDMA...

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"Apotheker sind von gestern"

von Dr. Detlef Eichberg am 06.12.2019 um 8:14 Uhr

Ich muss dieser traurigen Gestalt Herrn Hennrich - Dank für den Terminus technicus an Herrn Mückschel - Recht geben und noch eins drauf setzen: wie sind nicht nur von gestern, sondern historisch gesehen neben den Ärzten sogar Dinosaurier des Gesundheitswesens. Möchte da an das Edict zur Trennung der Berufe Arzt und Apotheker von Friedrich II. erinnern, das uneserer Species der Pillendreher seit über sieben Jahrhunderte eine erprobte(!) Daseinsberechtigung attestiert.

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Moment mal

von Stefan Haydn am 05.12.2019 um 20:07 Uhr

Hat nicht ein Europaabgeordneter und die DAZ schon bemängelt, dass weder die Niederländer noch die deutschen Behörden DocMo kontrollieren?
Zur Frage nach fachlichen Kontrollen. Zitat Max Müller: "Wenn die deutsche Fachpresse etwas zu diesem Thema schreibe, komme kurz danach die niederländische Kontrollbehörde zu DocMorris"
Wer lügt denn da nun offensichtlich?

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Teure flächendeckende Vor-Ort-Versorgung.

von Roland Mückschel am 05.12.2019 um 12:26 Uhr

Also bis jetzt haben sich die Vor-Ort-Apotheker selber
finanziert.
Wenn all die Patienten die täglich bei uns aufschlagen alternativ von Arztpraxen versorgt würden müsste man uns neu erfinden.
Und Herr Hennrich, Sie sind eine traurige Gestallt.
Wenn wir Apotheker alle so wie Sie mit unserer Meinung
irrlichtern würden, was wäre dann das Ergebnis dieser
Gespräche?

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