USA: Mehr als 40 Tote

E-Zigaretten: Dem Vitamin-E-Acetat auf der Spur

Stuttgart - 15.11.2019, 14:00 Uhr

Wenn man aus den Lungenschäden durch den Konsum von E-Zigaretten in den USA für Deutschland etwas lernen will, dann wohl, dass man mit den Liquids von E-Zigaretten nicht experimentieren sollte. (s / Foto: koocss / stock.adobe.com)

Wenn man aus den Lungenschäden durch den Konsum von E-Zigaretten in den USA für Deutschland etwas lernen will, dann wohl, dass man mit den Liquids von E-Zigaretten nicht experimentieren sollte. (s / Foto: koocss / stock.adobe.com)


In Haarspray ungefährlich, in Zigaretten nicht?

Zu den möglichen toxischen Wirkungen von Vitamin E-Acetat sei bisher wenig bekannt, sagte auch Frank Henkler-Stephani vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) der Deutschen Presse-Agentur: „Bisherige Bewertungen betrafen hauptsächlich den Kosmetikbereich, weil eine unbeabsichtigte Inhalation von Vitamin-E-Acetat durch bestimmte Produkte wie Haarsprays vorkommen kann.“ Dort würden aber nur sehr geringe Mengen aufgenommen und die daraus resultierenden Risiken daher als sehr gering eingeschätzt. „Die aktuellen Vorfälle in den USA stehen dagegen mit einer deutlich höheren Exposition in Verbindung.“

BfR sprach sich gegen Vitamin-E-Acetat in Tabak aus

Vor einigen Jahren sei die Verwendung von Vitamin E-Acetat als Tabakzusatzstoff diskutiert worden, weil durch die antioxidativen Eigenschaften eine verminderte Toxizität des Tabakrauchs erwartet wurde, erklärte Henkler-Stephani. Das BfR habe sich aber dagegen ausgesprochen, weil keine gesundheitsfördernde Wirkung erkennbar gewesen und die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer dauerhaften Anwendung von gerauchtem α-Tocopherylacetat nie belegt worden sei.

Möglicher Schadensmechanismus

„Auch aktuell liegen nur wenige und zum Teil widersprüchliche toxikologische Daten zur inhalativen Aufnahme von α-Tocopherylacetat vor.“ Aufgrund ihrer strukturellen Eigenschaften könnte sich die Substanz auf dem Flüssigkeitsfilm der Lungenbläschen sowie in den Membranen der Lungenepithelzellen anreichern, so Henkler-Stephani. „Bei entsprechend hohen Gehalten könnten Beeinträchtigungen des Gasaustausches sowie Gewebeschädigungen und Entzündungsreaktionen auftreten.“

Enge Verknüpfung zu THC-Konsum

Im Oktober verriet ein Blick auf die Internetseite der CDC, dass von 573 Patienten, die berichtet haben, was sie in den letzten 90 Tagen vor dem Einsetzen ihrer Symptome konsumiert haben, 

  • 76 Prozent THC-haltige Produkte konsumiert haben, mit oder ohne Nicotin;
  • 32 Prozent ausschließlich THC-haltige Produkte konsumiert haben;
  • 58 Prozent nicotinhaltige Produkte konsumiert haben, mit oder ohne THC und
  • 13 Prozent ausschließlich nicotinhaltige Produkte konsumiert haben.

Mehr zum Thema

Eine Verbindung zu THC-haltigen Produkten liegt also nahe. Und diese kann der BfR-Experte noch genauer ausführen. 



Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Lungenprobleme bei Nutzern von E-Zigaretten – eine Spurensuche

Gefährliche Mixturen

Ohne Nikotin gilt in Deutschland Lebensmittelrecht

USA: Zahl der Todesfälle durch E-Zigaretten steigt auf zwölf

Die e-Zigarette und das Für und Wider, ob Nicotin ein Arzneimittel ist

"Mut zur Wut"

Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für chronische Lungenerkrankungen

Die E-Zigarette – ein falscher Freund

1 Kommentar

Dampfen

von xxx am 03.12.2019 um 21:11 Uhr

Ich kaufe für meine E-Zigarette nur das beste E-Liquid in Vaprio Online Shop. https://www.vaprio.de/produkt-dreamix-kuhlende-waldfruchte-50ml-4970.html

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.