E-Rezept-Modellprojekt

Warum können CGM Lauer-Apotheker nicht an GERDA teilnehmen?

Berlin - 11.11.2019, 14:00 Uhr

In Baden-Württemberg läuft seit einigen Tagen das für die Apotheker so wichtige E-Rezept-Projekt GERDA. Doch Kunden von CGM Lauer können nicht teilnehmen. Warum ist das so? (m / Foto: Schelbert)

In Baden-Württemberg läuft seit einigen Tagen das für die Apotheker so wichtige E-Rezept-Projekt GERDA. Doch Kunden von CGM Lauer können nicht teilnehmen. Warum ist das so? (m / Foto: Schelbert)


LAV: Wir bedauern das außerordentlich

Nach Informationen von DAZ.online soll der Konzern seinen Kunden in der Region mitgeteilt haben, dass man ein eigenes E-Rezept-Versorgungsmodell entworfen habe, das allerdings zu einem späteren Zeitpunkt starten soll. Ein wichtiger Termin ist für CGM Lauer offenbar der Verkündungstermin der E-Rezept-Spezifikationen durch die Gematik am 30. Juni 2020. Gematik-Chef Dr. Markus Leyck-Dieken hatte in der vergangenen Woche daran erinnert, dass die Gematik das Grundgerüst für den E-Rezept-Transfer baue und den einzelnen Projektbetreibern Zurückhaltung empfohlen. Offenbar kann sich CGM Lauer vorstellen, die Apotheker an GERDA anzubinden, sollte die Gematik große Teile des GERDA-Konzeptes übernehmen. Die Konzernsprecherin:


Die Spezifikationen für das E-Rezept werden von der Gematik im Jahr 2020 definiert. Hier wurden mehrere Konzepte der Industrie eingereicht. Sollte das Konzept GERDA in den kommenden Monaten weiterentwickelt werden, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen und in der Folge als bundesweites Konzept von der Gematik bestätigt werden, wird auch CGM LAUER dieses Konzept in Winapo selbstverständlich umsetzen.“

CGM Lauer-Sprecherin


Die Sprecherin bestätigte gegenüber DAZ.online zudem, dass man gemeinsam mit dem Mutterkonzern ein technisches Konzept entworfen habe, das allerdings nicht als Modellprojekt noch vor dem Sommer 2020 getestet werden soll. Wann genau das Konzept von CGM Lauer umgesetzt werden soll, beantwortete die Sprecherin aber nicht. Auch hier bezieht sich der Konzern auf den Zeitplan der Gematik: Deren Vorgaben würden für alle Teilnehmer verpflichtend umzusetzen sein. „Eine zeitnahe Umsetzung dieser flächendeckenden Lösung“ sei der richtige Weg, um eine große Reichweite und breite Akzeptanz für das E-Rezept zu erreichen.

LAV: Wir hätten uns über die Teilnahme gefreut

Der Landesapothekerverband findet das schade. Auf Seiten der Apotheker hätte man sich natürlich eine möglichst große Teilnehmerzahl gewünscht – einerseits, um das Projekt valide evaluieren zu können und andererseits auch aus politischen Gründen: Schließlich wollen die Apotheker, die in der Gematik an der Arbeit rund um das bundesweite E-Rezept involviert sind, ein gut funktionierendes Vorbild präsentieren. Tatjana Zambo, Vizepräsidentin des LAV, erklärte gegenüber DAZ.online:


Selbstverständlich hält sich unser Projekt GERDA an die bislang gestellten Anforderungen der GEMATIK und ist kompatibel. Wir haben zeitgerecht alle Apotheken-Softwareanbieter über die ADAS eingeladen, sich an unserem Projekt zu beteiligen und bedauern außerordentlich, dass nicht alle Anbieter unser Projekt unterstützen. Sie nehmen damit den Kolleginnen und Kollegen mit ihren Apotheken die Chance, ebenfalls erste Erfahrungen mit dem E-Rezept für gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten in Baden-Württemberg zu machen. Da noch nicht aller Tage Abend ist, hoffen wir, dass die Systemhäuser, die sich noch nicht für GERDA entschieden haben, Ihre Haltung überdenken und ihre Kunden hier bald möglichst technologisch unterstützen.“

Tatjana Zambo, Vizepräsidentin LAV Baden-Württemberg




Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

super,oder?

von Karl Friedrich Müller am 11.11.2019 um 14:35 Uhr

statt gemeinsam was zu machen, haben wir 52! Projekte.
So ein Schwachsinn. Die digitale Vielfalt ist eher ein Fluch.
Es wird keiner alle Möglichkeiten umsetzen können oder gar bezahlen.
Wir brauchen EIN Projekt für ALLE.
Zumal ich, wie schon geschrieben habe, davon überzeugt bin, dass letztlich nur das BMG entscheidet, was und wer machen darf. Der heißt DocMorris und niemand anders.

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