Rheinland-Pfalz

Ärzte und Apotheker: „Knebel-Rabattverträge“ beenden!

Berlin - 25.10.2019, 13:45 Uhr

Probleme bei der Auswahl: In Rheinland-Pfalz haben sich nun Ärzte und Apotheker zusammengetan, um gemeinsam gegen Arzneimittel-Lieferengpässe vorzugehen. (m / Foto: imago images / Jochen Tack)

Probleme bei der Auswahl: In Rheinland-Pfalz haben sich nun Ärzte und Apotheker zusammengetan, um gemeinsam gegen Arzneimittel-Lieferengpässe vorzugehen. (m / Foto: imago images / Jochen Tack)


Bundesregierung soll Sicherstellungsauftrag vergeben

Die Rückverlagerung der Arzneimittelproduktion in die EU hat ihrer Ansicht nach klare Vorteile: höhere Produktionsstandards, bessere Produktionskontrollen, kürzere Lieferwege und schnellere Rückkopplungen mit den Apotheken vor Ort. Höhere Lagerkapazitäten für versorgungsrelevante Arzneimittel könnten zudem kurzfristige Lieferengpässe auffangen. Die Bundesregierung fordern die beiden Präsidenten auf, „die ausreichende Arzneimittelversorgung sicherzustellen oder einen Sicherstellungsauftrag zu vergeben“. Welche konkreten Früchte ihr Appell trägt, muss sich zeigen. 

Die CDU hatte kürzlich ein erstes Arbeitspapier mit möglichen Maßnahmen gegen Engpässe vorgelegt. Darin sind mehrere Maßnahmen, die an verschiedenen Stellen in der Lieferkette ansetzen. Unter anderem schlagen CDU/CSU eine nationale Arzneimittelreserve vor. Hinzu kommen soll eine Meldepflicht für Hersteller im Falle eines Lieferengpasses. 

Auch Export-Verbote, wie derzeit in Österreich geplant, soll es unter gewissen Umständen geben können. Für die Apotheker interessant: CDU/CSU wollen exklusive Rabattvertragsausschreibungen streichen und die Verträge nur noch auf regionaler Ebene zwischen den Kassenverbänden, also kassenübergreifend, und Herstellern aushandeln lassen.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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