Nordrheins Kammerpräsident Hoffmann im Interview

„Die ABDA muss sich mehr Mühe geben, uns zu verstehen“

Berlin/Stuttgart - 14.10.2019, 07:00 Uhr

Nordrheins neuer Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann erklärt im DAZ.online-Interview, welche Ziele und Absichten er in seinem neuen Amt hat. (s / Foto: AKNR)

Nordrheins neuer Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann erklärt im DAZ.online-Interview, welche Ziele und Absichten er in seinem neuen Amt hat. (s / Foto: AKNR)


Hoffmann: Ich will das Apotheken-Angebot noch präsenter machen

DAZ.online: Aber das machen die Apotheker doch schon heute über den Notdienst…

Hoffmann: Ja, und das machen sie auch sehr gut. Mir geht es aber darum, den Menschen zusätzlich zu den Notdiensten das Apotheken-Angebot noch viel präsenter zu machen. Denkbar wäre doch beispielsweise eine Notruf-Hotline über die Apothekerkammer organisiert, bei der sich die Menschen melden können, wenn sie Fragen zur Arzneimitteltherapie haben. Das alles muss natürlich im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten erfolgen. Grundsätzlich geht es mir darum, die Apotheker zu DEM Ansprechpartner Nummer eins zu machen, wenn es um Informationen rund um Arzneimittel geht.

Wie positioniert sich Hoffmann zur ABDA?

DAZ.online: Von Ihrem Vorgänger übernehmen Sie eine Kammer, die mit der Berliner Standesvertretung ABDA traditionell im Clinch steht. Da wurden Haushalte verweigert und mit dem Austritt gedroht. Werden Sie die ABDA ähnlich kritisch beäugen?

Hoffmann: Ich stehe voll dahinter, dass wir eine bundesweite, politisch tätige Organisation haben. Wir brauchen die ABDA, weil wir nicht das jeden Tag in Berlin leisten können, was die ABDA leistet. Dort wird sehr wertvolle Arbeit geleistet, auch ich war schon Teil mehrerer ABDA-Gremien. Insofern werde ich niemals einen ABDA-Austritt fordern. Allerdings würde ich die Zusammenarbeit zwischen der AKNR und der ABDA gerne verändern und verbessern. Die ABDA muss sich mehr Mühe geben, uns zu verstehen, mehr in die Länder reinhorchen. Die ABDA hat zu der kleinen Vor-Ort-Apotheke den Draht verloren und umgekehrt. In erster Linie geht es mir um die Kommunikation: Wenn ich eine politische Entscheidung treffe, dann muss ich das besser gegenüber meinen Leuten kommunizieren. Ich glaube, dass die ABDA ein Kommunikations- und ein Promotion-Problem hat.

DAZ.online: Sie spielen darauf an, dass die ABDA das Abrücken vom Rx-Versandverbot besser kommunizieren hätte sollen?

Hoffmann: Also da bin ich auch inhaltlich unterschiedlicher Meinung. Das Verbot hätte man sich niemals so billig abkaufen lassen sollen. Die Entscheidung des Bundesrates dazu führt ja jetzt den Meinungswechsel der ABDA ad absurdum. Mit Kommunikation meine ich zum Beispiel auch, dass man doch beispielsweise eine Feedback-Runde der Länder einrichten könnte, in der wir die Arbeit der ABDA spiegeln können.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


Dr. Armin Edalat, Apotheker, Chefredakteur DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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1 Kommentar

Mühe geben

von Conny am 14.10.2019 um 11:35 Uhr

Mühe alleine genügt nicht sagte schon Clementine, man muss auch wollen. Und bei dieser Führung ist dies wahrscheinlich nicht möglich, warum auch immer !

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