Im Vergleich zur abgefüllten Glucose

Was ist bei Accu-Chek Dextrose O.G-T. anders?

Stuttgart - 09.10.2019, 07:00 Uhr

Mehr als nur Zucker und Wasser: Worin unterscheidet sich Accu-Chek Dextrose O.G-T genau von in Wasser aufgelöster Glucose? (s / Foto: Luis Echeverri Urrea/stock.adobe.com)

Mehr als nur Zucker und Wasser: Worin unterscheidet sich Accu-Chek Dextrose O.G-T genau von in Wasser aufgelöster Glucose? (s / Foto: Luis Echeverri Urrea/stock.adobe.com)


Glucose-Sirup Ph.Eur. statt in Wasser aufgelöste Glucose 

Neben der geringeren Fehleranfälligkeit bevorzugen Mediziner Accu-Chek Dextrose O.G-T. gegenüber der selbst angerührten Mischung noch aus einem weiteren Grund: Sie ist wohl besser verträglich. Auf Nachfrage bei Roche, dem Hersteller von Accu-Chek Dextrose O.G-T., heißt es nur, das liege an der der speziellen Zusammensetzung. Damit könne die Magenentleerung im Vergleich zu einer Glucose-Lösung gleicher Konzentration beschleunigt und die Verträglichkeit verbessert werden, erklärt eine Roche-Sprecherin. Weitere Details verrät sie aber nicht.

Was genau ist also anders? Accu-Chek Dextrose O.G-T. enthält unter anderem Wasser, Schwarze-Johannisbeere-Saft, Kaliumsorbat und Ethanol. Letzterer rührt daher, dass der aus Geschmacksgründen zugesetzte Johannisbeermuttersaft Spuren von Alkohol aufweist. Laut Fachinfo sind es 0,01 bis 0,06 Volumenprozent-Alkohol. Zum Vergleich: Fruchtsäfte dürfen bis zu 0,38 Prozent Alkohol enthalten. Kaliumsorbat ist als Konservierungsmittel zugesetzt. Zudem ist in Accu-Chek Dextrose O.G-T nicht einfach in Wasser aufgelöste Glucose erhalten, sondern Glucose-Sirup Ph.Eur. Bei diesem handelt es sich definitionsgemäß um ein Gemisch aus Mono- und Oligosacchariden, das durch Hydrolyse von Stärke gewonnen wird. Glucose-Sirup ist ein ausschließlich großtechnisch herstellbares Produkt. Angegeben werden jeweils die Glucose-Äquivalente, die sich nach enzymatischer Spaltung ergeben. Bei 300 ml Accu-Chek Dextrose O.G-T sind das 75 g Glucose.

Diese Zusammensetzung sorgt wohl dafür, dass die Fertiglösung im Gegensatz zu aufgelöster Glucose bei einer geringeren Zahl von Frauen Nebenwirkungen verursacht. Sie müssten seltener erbrechen und hätten weniger Kreislaufprobleme, heißt es.

Die NRF-Rezepturen, eine Pulvermischung und eine Trinkösung, enthalten Glucose-Monohydrat. Aus geschmacklichen Gründen wird Zitronensäure beziehungsweise beim Pulver Zitronensäure und Zitronenöl zugesetzt.  Die Trinklösung enthält gemäß der Standardzulassung zudem Benzoesäure und Glycerol.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Ein Für und Wider zum Routinescreening von Schwangeren auf Gestationsdiabetes

Umstrittener Zuckertest

Die Therapie des Schwangerschaftsdiabetes als beste Prävention für das metabolische Syndrom

Zuckersüße Gefahren für Mutter und Kind

Ohne Lösungsmittel geht nichts in der Rezeptur

In Lösung bringen

Firmenporträt der T&D Pharma GmbH

Von Apothekern für Apotheker!

0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.