Drei Kölner Apotheken

Nach Todesfällen: Apotheker will Wiedereröffnung gerichtlich erzwingen

Stuttgart - 02.10.2019, 11:00 Uhr

Die Heilig Geist Apotheke in Köln: Bis heute ist unklar, ob Fahrlässigkeit der Grund für die Verunreinigung einer Glucose-Abfüllung war oder ob jemand vorsätzlich handelte. Eine Schwangere und ihr per Notkaiserschnitt geborenes Kind starben. ( r / Foto: picture alliance/Marcel Kusch/dpa)

Die Heilig Geist Apotheke in Köln: Bis heute ist unklar, ob Fahrlässigkeit der Grund für die Verunreinigung einer Glucose-Abfüllung war oder ob jemand vorsätzlich handelte. Eine Schwangere und ihr per Notkaiserschnitt geborenes Kind starben. ( r / Foto: picture alliance/Marcel Kusch/dpa)


Apothekeninhaber beantragt einstweilige Verfügung

Aus mehreren Medienberichten geht hervor, dass der Inhaber der Heilig Geist Apotheke aus Köln gegen die Schließung seiner Apotheken gerichtlich vorgeht. Er habe eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt beantragt, sagte eine Sprecherin des Kölner Verwaltungsgerichts laut Nachrichtenagentur dpa. Es gehe um drei Apotheken. „Er möchte erreichen, dass er sie wieder öffnen darf“, sagte die Sprecherin. Nach Informationen des Senders RTL sei der Antrag zur einstweiligen Verfügung am 29. September beim Verwaltungsgericht eingegangen. Eine Entscheidung werde frühestens nächste Woche erwartet.

Auch Kölns Gesundheitsdezernent Prof. Dr. Harald Rau soll laut RTL dafür plädiert haben, dem Apotheker nur das Vertreiben von selbst hergestellten oder abgefüllten Medikamenten zu verbieten. Der Regelbetrieb hätte somit fortgeführt werden können.  

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Am 23. September hatten die Behörden die Öffentlichkeit über den tragischen Fall informiert. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verfügte am 26. September die sofortige Schließung der drei Apotheken des Verbundes, zu dem die betroffene Heilig Geist Apotheke aus Köln zählt – um ein „Restrisiko“ auszuschließen, hieß es. Pflegeheime dürfen durch die Apotheken aber weiterhin beliefert werden. 

Dabei ist bis heute unklar, ob Fahrlässigkeit der Grund für die Verunreinigung der Glucose-Abfüllung war oder ob jemand vorsätzlich handelte. Eine Mordkommission ist damit beschäftigt, Zeugen zu vernehmen und Beweismittel zu untersuchen. Derweil steht einem WDR-Bericht zufolge noch ein wichtiges Untersuchungsergebnis der Rechtsmedizin aus: Am 25. September hatte eine weitere Patientin ein Päckchen mit Glucosepulver aus der Heilig-Geist-Apotheke bei der Polizei abgegeben. Aktuell wird geprüft, ob auch dieses Päckchen verunreinigt ist.  



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