Bottroper Zyto-Skandal

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Eltern von Peter S. ein

Berlin - 18.09.2019, 14:45 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelte in zwei Angelegenheiten auch gegen die Eltern des Bottroper Zyto-Apothekers Peter S. Diese Ermittlungen werden nun nicht weitergeführt. (c / Foto: Imago images / Jochen Tack)

Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelte in zwei Angelegenheiten auch gegen die Eltern des Bottroper Zyto-Apothekers Peter S. Diese Ermittlungen werden nun nicht weitergeführt. (c / Foto: Imago images / Jochen Tack)


Vergleichsstudie zu Heilungsraten verzögert sich

Von Patienten, die Krebsmittel aus der Apotheke von Peter S. erhalten haben, war vielfach die Durchführung einer sogenannten Fallkontrollstudie gefordert worden, die die Krankheitsverläufe von ihnen mit jenen von Patienten vergleicht, die aus anderen Apotheken beliefert wurden. Eine Voruntersuchung der AOK Rheinland/Hamburg hatte teils leichte Auffälligkeiten gezeigt. Das Landesgesundheitsministerium in Düsseldorf hatte diese schließlich in Auftrag gegeben. „Nach derzeitigem Stand ist mit Ergebnissen der Vergleichsstudie nicht vor Ende 2019 zu rechnen“, erklärt eine Sprecherin von Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann. „Nach Abschluss der Studie wird das Auftragsinstitut die Ergebnisse in geeigneter Weise veröffentlichen.“

Am gestrigen „Tag der Patientensicherheit“ hatte sein Ministerium eine Pressemitteilung verschickt: „Patientinnen und Patienten erwarten zu Recht, dass sie im Krankenhaus und in der Arztpraxis gut und sicher versorgt werden“, erklärte Laumann in der Mitteilung. „Politik, Ärzteschaft, Krankenhäuser“ seien sich „ebenso wie Krankenkassen, Patientenvertretungen und Industrie“ einig, dass die Patientensicherheit und Patientenorientierung Leitgedanken bei der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens sein müssten. Apotheken oder auch den Bottroper Skandal erwähnte das Ministerium dabei jedoch mit keinem Wort.

„Für Minister Laumann spielt das Thema Patientensicherheit in allen Bereichen des Gesundheitswesens eine wichtige Rolle“, erklärt die Ministeriumssprecherin auf Nachfrage – „insbesondere in Apotheken und bei Arzneimitteln“, heißt es nun. Bei den in der Pressemitteilung genannten Orten und Berufsgruppen habe es sich um eine „beispielhafte Aufzählung“ gehandelt, die andere Berufsgruppen nicht ausschließe.

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* Hinweis der Redaktion: Die Angaben von Martin Porwoll wurden nachträglich eingefügt.



Hinnerk Feldwisch-Drentrup, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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