Gesundheitsausschuss des Bundesrates

Dosis auf Rezept: Bundesrat soll Heilungsmöglichkeit für Apotheker beschließen

Berlin - 12.09.2019, 14:49 Uhr

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates empfiehlt, die Möglichkeiten zur Ergänzung ärztlicher Verschreibungen durch Apotheker zu erweitern. (c / Foto: Syda Productions /stock.adobe.com)

Der Gesundheitsausschuss des Bundesrates empfiehlt, die Möglichkeiten zur Ergänzung ärztlicher Verschreibungen durch Apotheker zu erweitern. (c / Foto: Syda Productions /stock.adobe.com)


ABDA-Forderungen aufgegriffen

Damit greift der Gesundheitsausschuss eine Forderung der ABDA auf. Diese hat in ihrer Stellungnahme zum Verordnungsentwurf vorgeschlagen, § 2 AMVV um einen Absatz 6b zu ergänzen: Ist keine Dosierung angegeben und fehlt der Hinweis auf einen Medikationsplan oder eine schriftliche Dosierungsanweisung durch die ärztliche Person, obwohl sie dem Patienten und dem Apotheker vorliegen und die Dosierung für das verordnete Arzneimittel daraus hervorgeht, so kann der Apotheker auch ohne Rücksprache mit der verschreibenden Person die Verschreibung mit einem entsprechenden Hinweis ergänzen. Die Ergänzung ist mit Namenszeichen des Apothekers zu bestätigen.“

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Zudem wünscht sich die ABDA, „dass flankierend sichergestellt werden sollte, dass das Fehlen der ärztlicherseits vorzunehmenden Angabe der Dosierung auf einer Verordnung oder des entsprechenden schriftlichen Hinweises nicht zu einem erhöhten Retaxationsrisiko zulasten der Apotheke führen darf“. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass die gesetzlichen Krankenkassen auch wegen vermeintlich geringer Formfehler Retaxationen aussprechen. „Sie stellen sich bei jeder formalen Vorgabe gemäß AMVV auf den Standpunkt, dass deren Fehlen einen Retaxationsgrund darstellen könne“, heißt es in der Stellungnahme.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Gebühr für Praxen

von ratatosk am 12.09.2019 um 18:24 Uhr

Einfach eine Gebühr für Praxen festlegen, wenn dies nicht aufgebracht wird und in 3 Monaten ist es durch. Ansonsten eine weitere Masche der Kassen für Retax, ist nach allen was gerade passiert wohl der Hauptgrund, daß interessierte Kreise an allen Stellen solche Regelungen in die Gesetze und Verordnungen einbauen lassen.

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Wenn man es bezahlt bekommt...

von Jan Kusterer am 12.09.2019 um 16:59 Uhr

Ich besser gerne einen Fehler von anderen aus. Sofern ich eine SonderPZN "Ergänzung Pflichtangabe eines anderen Leistungserbringers" mit X Euro Verwaltungsaufwand setzen darf.

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