Engpass beim Gürtelrose-Impfstoff endet

Shingrix ab Ende August wieder lieferbar

Stuttgart - 22.08.2019, 16:00 Uhr

Ab Ende August will GSK Shingrix wieder liefern können, zunächst nur ein Kontingent, im zweiten Halbjahr soll sich die Shingrix-Lage noch weiter entspannen. Seit die Gürtelrose-Impfung als Standardleistung von der Krankenkasse erstattet wird, kämpft GSK mit Lieferengpässen. (Foto: GSK)

Ab Ende August will GSK Shingrix wieder liefern können, zunächst nur ein Kontingent, im zweiten Halbjahr soll sich die Shingrix-Lage noch weiter entspannen. Seit die Gürtelrose-Impfung als Standardleistung von der Krankenkasse erstattet wird, kämpft GSK mit Lieferengpässen. (Foto: GSK)


„Wo bleibt Shingrix?“, fragte DAZ.online noch im Juli. Seit die STIKO die Gürtelroseimpfung standardmäßig empfiehlt, kämpft Hersteller GSK damit, ausreichend Shingrix-Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Nun gibt Glaxo Smith Kline Entwarnung und nennt einen konkreten Liefertermin.

Shingrix® ist wieder lieferbar. GSK, der pharmazeutische Unternehmer hinter dem adjuvantierten Subunit-Impfstoff gegen Gürtelrose, nennt als Liefertermin das Ende des Monats. Zumindest in begrenzter Menge will GSK dann wieder Shingrix ausliefern: „Ende August kann GSK ein Kontingent an 10er-Packungen zur Verfügung stellen, das sehr schnell breit über alle Vertriebskanäle in Deutschland verteilt wird”, informiert Glaxo Smith Kline in einer aktuellen Meldung. Die sodann verfügbaren Impfstoffe sollten primär an Patienten verimpft werden, die bereits eine Shingrix®-Dosis erhalten haben, so dass deren Impfschutz komplett ist.

Mehr zum Thema

Laut der Fachinformation zu Shingrix® erfordert ein vollständiger Impfschutz zwei Dosen, diese sollten im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht werden. „Kann für die zweite Impfung wegen mangelnder Impfstoff­verfügbarkeit der maximale Abstand von sechs Monaten zur ersten Impfung nicht eingehalten werden, sollte die zweite Impfung umgehend bei Wiederverfügbarkeit des Impfstoffes nachgeholt werden", rät die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI).

Shingrix

Shingrix® ist der erste Subunit-Totimpfstoff gegen Herpes zoster (HZ/su-Impfstoff), bestehend aus einer Kombination des Antigens Glykoprotein E und dem Adjuvanssystem AS01B. Laut dem Hersteller Glaxo Smith Kline (GSK) ist das eingesetzte Glykoprotein E das am häufigsten vorkommende Oberflächenprotein von Varicella-zoster-Viren (VZV), hauptverantwortlich für die Vermehrung des Virus und das Hauptziel der Immunantwort. 

Zugelassen ist Shingrix® zur Vorbeugung von Herpes zoster (HZ) und postzosterischer Neuralgie (PZN) bei Erwachsenen im Alter von 50 Jahren.

GSK empfiehlt Ärzten, zunächst jeden Patienten zweimal zu impfen, bevor die Mediziner eine neue Impfserie an weiteren Patienten starten. Diesen Rat spricht auch die STIKO aus. Zudem sollten neue Impfserien nur gestartet werden, wenn die Verfügbarkeit der zweiten Shingrix®-Dosis gesichert ist. Eine mit Shingrix® begonnene Impfung sollte mit Shingrix® beendet werden. Die Verwendung des Lebendimpfstoffes Zostavax® wird von der STIKO nicht empfohlen.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


Das könnte Sie auch interessieren

Lieferengpass

Wo bleibt Shingrix?

Engpässe wegen hoher Nachfrage

Shingrix erst im Juli wieder lieferbar

Lieferengpass beim Gürtelrose-Impfstoff

Schützt Shingrix auch bei verspäteter zweiter Dosis?

Für mehr Regelmäßigkeit  und Planbarkeit

Shingrix künftig monatlich in begrenzten Mengen

Immunantwort wird auch bei größerem Impfabstand induziert

Zweite Shingrix-Dosis besser spät als nie

Neuer Impfstoff ohne Wirkverlust bei Senioren

Schutz vor Zoster in jedem Alter

STIKO empfiehlt Totimpfstoff gegen Herpes zoster ab 60 Jahren – Warten auf Kostenerstattung

Zweimal impfen gegen Gürtelrose

7 Kommentare

Impfstoff shingrix

von Rita Vanner am 07.11.2019 um 11:26 Uhr

Da ich an einer Neuralgie aufgrund Zoster Viren leide warte ich schon lange auf so einen Impfstoff mit der Hoffnung auf Besserung.
Werde meinen Hausarzt fragen , mir direkt die Folgeimpfung verschreiben zu lassen, ansonsten sehe ich die Sinnhaftigkeit einer ersten Impfung nicht, wenn sie nicht lieferbar ist. Meist sind die Impfstoffe im Kühlschrank lange haltbar.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

IMPFUNG GÜRTELROSE

von Kornelia Seidel am 01.10.2019 um 14:08 Uhr

Ich bin gespannt wenn wieder mit Impfstoff für die GÜRTELROSE in ganz Deutschland lieferbar ist. K.Seidel

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: IMPFUNG GÜRTELROSE

von M.Rahn am 01.11.2019 um 12:28 Uhr

Ich hatte Anfang des Jahres auch eine Gürtelrose mit schwerem Krankheitsverlauf ! Die Stelle auf dem Rücken tut heute noch weh und ist auch noch verkrustet ! Ich wollte mich gegen Gürtelrose impfen lassen ,um so was nicht noch einmal erleben zu müssen ! Leider ,wurde auch mir von meinem Hausarzt gesagt ,dass es einen Engpass giebt ,bei dem Impfstoff ! Jetzt immer noch !!! Obwohl gesagt wurde von Experten ,im 2. Halbjahr ,ist der Enpass vorbei ! Wie traurig ist das denn ? Es wird an alle appelliert ,sich ausreichend gegen alles impfen zu lassen ! Die Impfmoral ist ja nicht wirklich hoch ,bei vielen Menschen ! Aber das dann im Endeffekt nicht genug Impfstoff zur Verfügung steht ,dass ist doch ein Armutszeugnis ,für unser " reiches Land " !! Vor allem bei vielen Menschen ,so wie bei mir ,ist es ja notwendig ,um nicht noch einmal diese Tortur durchzumachen ! Das ist nicht nachzuvollziehen ! Da fehlt jegliches Verständnis !

Impfung gegen Gürtelrose mit Shingrix

von Hermann Bloemer am 03.09.2019 um 10:49 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren ,
für mich ist der Ablauf der Impfung gegen Gürtelrose mit Shingrix ein nicht nachvollziehbarer Skandal.
Im Wissen auf die möglichen Nebenwirkungen, die auch zum Teil eingetreten sind, habe ich mich guten Gewissen für die Impfung entschieden. Die Impfung wurde Ende März ausgeführt. Von Impfstoff Engpässen war mir nichts bekannt. Ich versuche nun seit Monaten den Impfstoff für die 2. Impfung zu bekommen. Der Zeitpunkt für die Nachimpfung von max 6 Monaten ist fast abgelaufenen und nach Rücksprache mit meiner Apotheke ist noch kein Impfstoff in Sicht. Es ist auch noch abzuwarten ob bei fehlender 2 Impfung zusätzliche gesundheitliche Nachteile entstehen. Ich finde es eine Unverschämtheit wie mit der Gesundheit der Menschen umgegangen wird.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Verfügbarkeit von shingrix

von Ulrich Alda am 29.08.2019 um 22:03 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
für mich ist das ein Skandal erster Güte, wenn man von Güte überhaupt reden darf.
Ich bin von einer riesigen Werbekampagne und Erkrankungen im Umkreis von der Impfung überzeugt worden , habe den ersten Teil absolviert und werde nun vom Hersteller seit Monaten mit der 2. Impfung hingehalten.
Dabei habe ich bisher alles selbst bezahlt
Was soll das? Erst anlocken und dann nicht liefern können? Da bleibt ein dickes „Geschmäckle“

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Verfügbarkeit von shingrix

von Wolfgang Nixdorf am 13.09.2019 um 3:04 Uhr

Möglicherweise wird es auch in Bangladesch oder China hergestellt , damit die Marge des Vertriebes besser ist .

"wieder lieferbar" ????

von Dr. Harald Paulsen am 26.08.2019 um 9:09 Uhr

Das "breit über alle Vertriebskanäle" verteilte Kontingent ist Stand heute (Montag) schon durch - und weg. Hat's jemand gemerkt? Entwarnung ist das noch lange nicht! Und der nächste Termin Ende KW 39 steht laut GSK auf wackeligen Füßen. Sicher ist da nichts.

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.