DAZ.online-Geschichtentaxi Andrew Ullmann (FDP)

„Das Fremdbesitzverbot ist kein Thema mehr in der FDP“

Berlin - 13.08.2019, 07:00 Uhr

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Andrew Ullmann (li.) spricht mit DAZ.online-Chefredakteur Benjamin Rohrer über die Positionierung seiner Partei zu apothekenpolitischen Themen. (Screenshot: DAZ.online)

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Andrew Ullmann (li.) spricht mit DAZ.online-Chefredakteur Benjamin Rohrer über die Positionierung seiner Partei zu apothekenpolitischen Themen. (Screenshot: DAZ.online)


Der 30. April 2017 sollte das Verhältnis der Apotheker und der FDP auf eine neue Basis stellen: Spontan beschloss der Bundesparteitag der Liberalen damals, im Wahlprogramm zu fordern, dass das Fremdbesitzverbot gekippt werden solle. Es folgte eine heftige Debatte innerhalb der Partei, aber auch mit den Apothekern. Im DAZ.online-Geschichtentaxi erklärt der Klinikprofessor und FDP-Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Andrew Ullmann, warum seine Fraktion bislang keinen Angriff unternommen hat, um diesen Beschluss umzusetzen und warum er von einem Rx-Versandverbot nichts hält.

„Weitere Marktzugangshemmnisse wie das Fremdbesitzverbot müssen abgeschafft werden“. In Kombination mit der Aussage, dass man gegen das Rx-Versandverbot ist, sorgte dieser Satz im Wahlprogramm der FDP für die Bundestagswahl 2017 für viel Ärger bei den Apothekern. Bis heute ist unklar, wie genau der Satz überhaupt ins Wahlprogramm kam: Er hatte zuvor in keinem Antragsheft gestanden und war spontan in das Papier „gerutscht“ und unbemerkt von vielen beschlossen worden.

Nicht nur mit den Apothekern, sondern auch intern sorgte der Beschluss für viele Diskussionen bei den Liberalen. Parteichef Christian Lindner demonstrierte in Interviews deutlich, dass er sich vom Ruf der Klientelpartei lösen wolle. Auch die Jungen Liberalen forderten die Parteispitze auf, die Liberalisierung des Marktes voranzutreiben. Doch es gab auch relativierende Kräfte: Die damalige FDP-Vizechefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann relativierte den Beschluss gegenüber DAZ.online und erklärte, dass niemand in der FDP Apothekenketten wolle. Schließlich schaltete sich der Ombudsmann der Partei ein und erklärte, dass sich die Partei an den Beschluss zu halten habe.

Ullmann: Die Versandapotheker gehören auch dazu

Bislang hat die FDP-Bundestagsfraktion das bestehende Fremdbesitzverbot aber noch nicht angefasst. Kürzlich hatten die Abgeordneten ein erstes Positionspapier zur Apothekenpolitik veröffentlicht, in dem es hauptsächlich um die Rolle des Versandhandels und neue pharmazeutische Dienstleistungen und die Kompetenzen der Apotheker geht – um Apothekenketten aber nicht. Im Gespräch mit DAZ.online erklärt Prof. Dr. Andrew Ullmann, der für die FDP seit 2018 erstmals im Bundestag sitzt, warum man das Thema Apothekenketten derzeit nicht aktiv vorantreibt.

Ullmann ist Professor für Infektiologie an der Uni-Klinik Würzburg. Im Gespräch mit DAZ.online-Chefredakteur Benjamin Rohrer erklärt er zunächst, wie er den Wechsel von der Krankenhausmedizin hin zur Politik bewältigt hat. Was die Apotheken betrifft, bekräftigt Ullmann, dass seine Partei weiterhin gegen das Rx-Versandverbot ist. „Wir sprechen aus, wie wir die Arzneimittelversorgung in Deutschland gewährleisten können. Das beinhaltet den Apotheker vor Ort, aber auch den Versandapotheker“, so Ullmann.

Hier können Sie sich das gesamte Video anschauen.

               


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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