Die letzte Woche

Mein liebes Tagebuch

11.08.2019, 08:00 Uhr

"Gleichpreisigkeit" à la Spahn-ABDA oder lieber doch darauf pochen, dass das Rx-Boni-Verbot im Arzneimittelgesetz bleibt? (Foto: Andi Dalferth)

"Gleichpreisigkeit" à la Spahn-ABDA oder lieber doch darauf pochen, dass das Rx-Boni-Verbot im Arzneimittelgesetz bleibt? (Foto: Andi Dalferth)


7. August 2019

Freuen wir uns mal nicht zu früh! Die bescheidene Erhöhung unseres Apothekenhonorars, die sich aus einer Erhöhung der Notdienstpauschale und der BtM-Vergütung zusammensetzt, wird wohl so schnell nicht kommen. Die in einer Sammelverordnung zusammengefassten Honorarerhöhungen wurden bekanntlich aus der Apothekenreform ausgegliedert. 65 Mio. Euro mehr Honorar sollen es ingesamt sein, mit denen uns Spahn die nächsten Jahre bei Laune halten will. Das Bundeskabinett hat sie bereits beschlossen, jetzt steht noch der Beschluss des Bundesrats aus, er soll am 20. September erfolgen. Und dann? Dann werden die Änderungen verkündet – und treten nach einer Wartefrist von drei Monaten in Kraft. Mein liebes Tagebuch, das ist für Regelungen zum Apothekenhonorar so vorgesehen. Während andere Verordnungsänderungen in der Regel unmittelbar nach der Verkündung in Kraft treten, ist für Änderungen zum Apothekenhonorar eine Wartefrist von drei Monaten vorgesehen. Das bedeutet: Stimmt der Bundesrat unserer Honorarerhöhung zu, dürfen wir uns auf Weihnachten freuen – Ende Dezember könnte es mehr Kohle für Nachtdienst und BtM-Doku geben.  


Das hätte wirklich was: „Lieferengpässe“ als Unwort des Jahres! Gunnar Müller, Apotheker und Fraktionsvorsitzender der BasisApotheker in der westfälisch-lippischen Kammerversammlung, hat  den Vorschlag meines lieben Tagebuchs aufgegriffen, „Lieferengpässe“ zum Unwort des Jahres vorzuschlagen. Als Begründung formulierte er: Der Begriff „Lieferengpässe“ ist eine „verharmlosende und durch seine kategorische Stringenz die Ursachen nicht hinterfragende Beschreibung der Nichtlieferbarkeit eines Produktes“. Müller ordnet „Lieferengpässe“ als „euphemistisch, verschleiernd oder irreführend“ ein. Ja, kann man so formulieren. Er hat den Vorschlag bei der Initiative von vier Sprachwissenschaftlern und einem Journalisten eingereicht, die jährlich das Unwort des Jahres wählen. Drücken wir die Daumen, vielleicht schaffen es die „Lieferengpässe“ – gefühlt sind sie es mindestens genauso wert im öffentlichen Bewusstsein verankert zu werden wie die im Jahr 2017 gekürten „alternativen Fakten“. 



Peter Ditzel (diz), Apotheker
Herausgeber DAZ / AZ

redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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7 Kommentare

Dr. Michels - ist das nicht der Kollege ....

von Gunnar Müller, Detmold am 11.08.2019 um 16:25 Uhr

... der seit bald 12 Jahren in Berlin mit am Tisch sitzt, ab und zu mit ein paar kritischen Anmerkungen in die Presse kommt und in 3 Monaten im November diesen Jahres als Verbandschef wiedergewählt werden möchte…??
Ein Schelm, der Böses dabei denkt ...

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AW: Dr. Michels - ist das nicht der Kollege

von Georg Dribusch am 11.08.2019 um 19:38 Uhr

Und als Kollegoide die notdiensthabenden Kollegen in Paderborn zum dasitzen verbannt, weil seine Apo an der Notfall Ambulanz bis 22 Uhr geöffnet ist. Raten Sie mal wann die Ambulanz schließt

Zuviel unbezahlt

von Reinhard Rodiger am 11.08.2019 um 13:39 Uhr

"Wir" lassen uns über jede Grenze schubsen.Es wird zuviel gemacht, was nicht bezahlt wird oder gewollt defizitär bleibt.
Wer spricht vom Ärger und Mehraufwand bei Lieferengpässen? Gibt es Ärger nur in Bayern? Wo bleiben die Mehrkosten?
Wer zeigt auf die Verursacher? Wer bringt die Öffentlichkeit in Fahrt? Keiner da!
Sehr eng verbunden damit ist die Missbrauchsmacht der KK, den allgemeinverständlichen Schikanen.Keine bezahlen, wenn einer vor dem 15. stirbt! Ein kleines Beispiel für sofortige Titelzeile in Bild. Pars pro toto.Öffentlichkeitsarbeit? Fehlanzeige.
Wer nennt das Tranzparenzproblem beim Namen? Wer erinnert an unerfüllte Führungsaufgaben? Diesmal Kollege Dr.Michels dankenswerterweise.Nur ein bisschen spät.
Besser als gar keiner.

Statt Antworten gibt es Besänftigung und Ablenkung von Führungsseite.Wieder zuwenig.Vielleicht macht Kollege Michels hier Beine.

Warum ist es nicht möglich, eine Grenze zu definieren und dafür zu kämpfen? Eine solche Grenze wäre : keinen unbezahlten Mehraufwand für KK-verursachte Engpässe.
Vorbild UK : Dort gibt es 5,35 pro bearbeitetem Engpassartikel. Dazu muss man sagen, dass dort das Problem schon verschärft auftritt.Zumindest ist das Stoff, die Erpressungsfunktion der KK namhaft zu machen.

Das sin für sich genommen eher Kleinigkeiten, die durch ihre Nichtbearbeitung an Bedeutung stetig zunehmen.

Hilft da wirklich nur das Warten auf das Verschwinden der lästigen Hälfte wegen Zahlungsausfall ?

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Zeit für eine APO ... nein nicht die ... für die Apotheken?

von Christian Timme am 11.08.2019 um 13:34 Uhr

Wie „beauftragt“ man fähige Personen aus der Apothekerschaft und gibt diesen Personen gleichzeitig den notwendigen politischen „Rückhalt“ ... ohne die Standesorganisationen zu „belästigen“? Wer bekommt das hin?

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So kann man es auch sehen

von Karl Friedrich Müller am 11.08.2019 um 13:30 Uhr

Eigentlich sind die Apotheken nicht gemeint in dem Tweet von @BeiAnja. Es trifft die Lage dennoch gut:
„Ich bin gegen das System.“

„Welches System?“

„Na, Merkel und so.“

„Die hat ein System?“

„Ja, die fährt Deutschland vor die Wand.“

„Welche Wand?“

„Na, mit den Ausländern.“

„Welche Ausländer?“

„Die jetzt alle kommen.“

„Aus Holland?“

Ich liebe es, den Nachbarn zu reizen.

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Dr.Michels

von Dr.Diefenbach am 11.08.2019 um 12:36 Uhr

...heute ich vor Herrn Ströh?Wie kann das sein?-Ich sehe an den Fakten,die Kollege Michels geschildert hat,WIE WICHTIG es gewesen wäre,wenn sich UNSERE Juristen einmal die Mühe gemacht hätten,die komplizierte Sachlage in transparentem Deutsch ALLEN zu erläutern.So kommt bei Vielen eben ein Teil der Fakten an,begleitet von-verständlicher-Angst um die Zukunft und begleitet vom Zorn über fehlende Infos im INNENMARKETING.DAS.ich wiederhole es,hatte der Präsident versprochen.Nur sehe sehr wenig davon.Ich wünsche mir,dass der Kollege Michels,dem ich für seine Ausführungen danke,alle seine Beiträge auch gewinnbringend (!) in der ABDA-MV vortragen wird.Und kann.
Und zum Islam-Akteur.Ich frage auch hier nochmals,WER überhaupt auf die Idee kam,dieses Forum als Plattform für derartige Erscheinungen zur Verfügung zu stellen.DAZU ist DAZ online viel zu seriös.Denn es öffnet einem inakzeptablen "Marketing" ggf. Tür und Tor.-Und dann zum zugesagten (....) Geld.DIESE Beträge schmelzen ja offenbar dahin wie das Eis in der Sonne.WO ist denn jetzt der Endpunkt? Und noch was:Dass unsere "PR" sich dem ja nun endlich in einer breiten Öffentlichkeit angekommenen Thema Lieferengpässe NICHT widmet:Eine Schande !Man könnte die vielen Gründe gut plastisch .auch als ABDA INFO,in den Medien plazieren.Mit dem Hinweis,dass dies nun ins bald zehnte Jahr geht.Und dass die Klinikskollegen bedrohliche Engpässe bereits 2o14/15 meldeten,ohne dass man grösser Notiz davon nahm-hier verspielt der Berufsstand leider Reputation,denn es bleibt so viel Kritik AN der Apotheke hängen.Und genau dies ist unfair und muss aktiv(!!!!!) korrigiert werden.

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AW: Dr.Michels ... und wie geht es weiter?

von Ulrich Ströh am 11.08.2019 um 13:57 Uhr

Tja lieber Kollege Diefenbach, ist halt Ferienzeit!

In einem wichtigen Punkt stimme ich Ihnen zu:
Kollege Michels muss jetzt seine Ideen und Anmerkungen im Interview weiterverfolgen.

Nur den Stein ins Wasser werfen , reicht nicht !

Man muss dann auch dahingehen , wo es im Wasser ungemütlich wird...

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