2030 wird BerufsBild ganz verschwunden sein

DDR-Pharmazie-Ingenieure hinterlassen Lücken

Weimar/Berlin - 09.08.2019, 11:30 Uhr

                                            
                                            
                                                    
                                        
                                        
                                                    Immer mehr Pharmazie-Ingenieure erreichen das Rentenalter. In den ostdeutschen Kammern sieht man dies mit Sorge. (m / Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)

Immer mehr Pharmazie-Ingenieure erreichen das Rentenalter. In den ostdeutschen Kammern sieht man dies mit Sorge. (m / Foto: contrastwerkstatt / stock.adobe.com)


Ruf nach mehr Studienplätzen und besseren Rahmenbedingungen

In Thüringen arbeiten derzeit noch gut 700 Pharmazie-Ingenieure in rund 530 Apotheken – bei etwa 3.700 Beschäftigten vom Apotheker bis zum Azubi insgesamt. 2007 waren es noch 935 Ingenieure. Von den verbliebenen ist mehr als die Hälfte zwischen 56 und 65 Jahre alt. In Mecklenburg-Vorpommern kommen auf 894 Apotheker 418 Pharmazie-Ingenieure. In den rund 590 öffentlichen Apotheken Sachsen-Anhalts mit rund 1.200 Apothekern waren Ende vergangenen Jahres 665 Pharmazie-Ingenieure beschäftigt, in Brandenburg mit 574 Apotheken gut 700. „2030 gehen in Ostdeutschland die letzten Pharmazie-Ingenieure in Rente“, sagt die Kammergeschäftsführerin aus Sachsen-Anhalt.

Die Lücke müsse mit mehr Apothekern gefüllt werden – und das ist bekanntlich schwierig. Es herrscht ohnehin Apothekermangel. Die Kammern in den neuen Bundesländern hoffen auch auf mehr Studienplätze. Und in Brandenburg versucht die Kammer schon seit Jahren die Politik zu überzeugen, überhaupt einen Studiengang zu etablieren.

Ob das etwas bringt, ist aber auch in Pharmazeutenkreisen umstritten. Mit mehr Studienplätzen allein sei es nicht getan, findet Heinrich. „Es hängt auch von den Rahmenbedingungen ab, etwa Entlohnung, Infrastruktur und Konkurrenz durch ausländischen Online-Versandhandel.“



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