Ökotest

Kariesprophylaxe mit Fluorid bei Babys – sechsmal „sehr gut“

Stuttgart - 26.07.2019, 13:14 Uhr

Karies besser mit Fluoridtabletten oder mit fluoridhaltiger Zahnpasta vorbeugen? Darüber streiten sich Kinder- und Zahnärzte. Dass eine Kariesprophylaxe bei Babys indiziert ist, ist unstrittig. Ökotest hat sich neun fluoridhaltige Arzneimittel angeschaut. (s / Foto: anoushkatoronto / stock.adobe.com)

Karies besser mit Fluoridtabletten oder mit fluoridhaltiger Zahnpasta vorbeugen? Darüber streiten sich Kinder- und Zahnärzte. Dass eine Kariesprophylaxe bei Babys indiziert ist, ist unstrittig. Ökotest hat sich neun fluoridhaltige Arzneimittel angeschaut. (s / Foto: anoushkatoronto / stock.adobe.com)


Warum fallen Fluoretten von Zentiva durch?

Dass nur eine Fluoridquelle genutzt wird, ist Ökotest wichtig. Diesen Hinweis vermissen die Verbraucherschützer bei den freiverkäuflichen Arzneimitteln (Monopräparate mit Fluorid) von Zentiva: Die Fluoretten mit 0,25 mg, 0,5 mg und 1 mg bewertet Ökotest mit „mangelhaft“. Zwar weist Zentiva in den Fachinformationen zu den Fluoridpräparaten darauf hin, dass die Dosierung abhängig vom Lebensalter des Kindes und unter Berücksichtigung der sonstigen Fluoridaufnahme, wie die Einnahme von fluoridiertem Speisesalz, fluoridhaltigen Tabletten (einschließlich der täglichen Dosis), fluoridhaltigen Gelen/Lacken, fluoridreichem Mineralwasser und der Fluoridgehalt des Trinkwassers festgelegt werden sollte. „Bei der Aufzählung anderer Fluoridquellen fehlen ausgerechnet die Zahncremes“, kritisiert Ökotest und gibt eine Note Abzug.

Was führt weiter zu der schlechten Bewertung? In den Fachinformationen empfiehlt Zentiva: „Die Anwendung sollte so früh wie möglich beginnen und zumindest während der ersten 12 Lebensjahre konsequent durchgeführt werden. Eine Fortsetzung der Prophylaxe bis in das Erwachsenenalter hinein ist empfehlenswert.“ Für diese „zweifelhafte Empfehlung“ über das Kleinkindalter hinaus und bis in das Erwachsenenalter hinein vergibt Ökotest zwei Noten Abzug. Dies entspreche nicht dem Sinn der Leitlinie: „Bei drei Jahren ist Schluss mit Tabletten“, so Ökotest. Spätestens nach dem dritten Geburtstag könnten Kinder zuverlässig ausspucken, folglich sollte eine fluoridhaltige Zahncreme verwendet werden.

Tabletten lutschen oder Lösung im Mund behalten

Um auch mit Tabletten die gute lokale antikariöse Wirkung von Fluorid zu nutzen, könnten Eltern versuchen, dass die Kinder die Tabletten lutschen, so Ökotest. Klappe dies jedoch nicht, sei ein Auflösen und Verabreichen kleiner Portionen empfehlenswert und das Üben mit dem Kind, die Lösung möglichst lange im Mund zu belassen.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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