Fröndenberg / Ruhr

Fünf Jahre Medikamentenhilfe: Bedarf weiter steigend

Berlin - 08.07.2019, 17:50 Uhr

Dr. Anke Lochmann von der Markt-Apotheke in Fröndenberg unterstützt
gemeinsam mit den anderen örtlichen Apotheken die Initiative „Unterstützung bei
der Gesundheitsfürsorge – Fröndenberger für Fröndenberger“. (m / Foto: Markt-Apotheke Fröndenberg)                                                                                         

Dr. Anke Lochmann von der Markt-Apotheke in Fröndenberg unterstützt gemeinsam mit den anderen örtlichen Apotheken die Initiative „Unterstützung bei der Gesundheitsfürsorge – Fröndenberger für Fröndenberger“. (m / Foto: Markt-Apotheke Fröndenberg)                                                                                         


Bereits seit fünf Jahren existiert die Medikamentenhilfe für bedürftige Patienten im nordrhein-westfälischen Fröndenberg. Bestimmte OTC-Präparate können Inhaber eines gültigen Tafelausweises unter Vorlage eines grünen Rezeptes um 50 Prozent verbilligt erhalten. Alle örtlichen Apotheken sind beteiligt. DAZ.online hat die Koordinatorin der Apotheker, Dr. Anke Lochmann, um ein vorläufiges Fazit gebeten.

Die Fröndenberger Medikamentenhilfe ist nicht die erste ihrer Art in Deutschland. Bereits in mehreren Städten existieren ähnliche Projekte, die sich jedoch jeweils in ihrer Organisation, Finanzierung und Durchführung unterscheiden. Die Medikamentenhilfe in Fröndenberg, einer Kleinstadt im Kreis Unna, wurde im Jahre 2014 gegründet. Das Hilfsprojekt wurde vom Bündnis für Familie Fröndenberg / Ruhr, der Tafel Unna (Zweigstelle Fröndenberg) und der Stadt Fröndenberg / Ruhr initiiert. Beteiligt sind alle Fröndenberger Apotheken und Ärzte. Finanziert wird das Projekt durch Spenden. Seit dem 1. Mai 2014 ist die Initiative „Unterstützung bei der Gesundheitsfürsorge – Fröndenberger für Fröndenberger“ bereits aktiv. Fünf Jahre Erfahrungen liegen vor. Das Fazit von Dr. Anke Lochmann, Inhaberin der Markt-Apotheke und Koordinatorin der Fröndenberger Apotheker, fällt positiv aus – der Bedarf sei zudem steigend.

Medikamentenliste: 50 Prozent auf gelistete OTC-Präparate

Sofort sei Anke Lochmann von der Idee einer Medikamententafel für Fröndenberg begeistert gewesen. Sie habe die Rolle einer Ansprechpartnerin für die Stadt und Koordinatorin unter den Apothekern übernommen. Vieles musste bedacht werden. Nun sei das Projekt seit fünf Jahren erfolgreich unterwegs und ermögliche Bedürftigen einen Nachlass von 50 Prozent auf die von einem Arzt verordneten OTC-Präparate. Nicht alle OTC-Arzneimittel würden allerdings bezuschusst. „Wir beschränken uns auf bestimmte Indikationen. Zum Beispiel sind Mittel zur Schlafförderung ausgenommen“, so Lochmann erklärend. Aufgeführt seien auf einer eigens erstellten Medikamentenliste unter anderem Präparate bei Erkältungskrankheiten, Magen-Darm-Beschwerden, Fieber und Schmerzen, Läuse, Lippenherpes, Heuschnupfen und Allergien.

Grünes Rezept: von Apotheken zur Abrechnung weitergeleitet

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Projekt sei der Bedürftigkeitsnachweis, der durch einen gültigen Tafelausweis erbracht werde. Danach könne der Patient mit seinem grünen Rezept in eine der Fröndenberger Apotheken gehen – und im Falle eines gelisteten OTC-Präparates die Vergünstigung von 50 Prozent erhalten. Die Rezepte würden zur Verrechnung mit dem Spendentopf der Gemeinde in den Apotheken verbleiben. Anschließend würden die Rezepte an die zuständige Stelle der Stadt Fröndenberg weitergeleitet. Sie stellten dementsprechend den Nachweis für die Abrechnung dar.  

Eventuellen Datenschutzproblemen begegne die Initiative durch eine entsprechende Aufklärung der Teilnehmer über die Verwendung ihrer Daten. Darüber hinaus sei es wichtig, unnötige Bürokratie für die Menschen, denen es oft schon schwer genug falle, eine solche Hilfe anzunehmen, zu vermeiden. „Wir wollen keine Hürden hier haben“, kommentiert Lochmann diesen Punkt.



Inken Rutz, Apothekerin, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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