Abbvie übernimmt Allergan

Das Pharma-Übernahmekarussell dreht sich

München - 01.07.2019, 15:45 Uhr

In der Pharmabranche mehren sich derzeit die Übernahmen. DAZ.online-Autor Thorsten Schüller hat sich die Entwicklung genauer angeschaut und geht den Gründen nach. (c / Foto: Darwin Brandis / stock.adobe.com)

In der Pharmabranche mehren sich derzeit die Übernahmen. DAZ.online-Autor Thorsten Schüller hat sich die Entwicklung genauer angeschaut und geht den Gründen nach. (c / Foto: Darwin Brandis / stock.adobe.com)


Schwache Übernahmeaktivitäten in 2018

Im Gegensatz zum bisher guten M&A-Jahr 2019 sind die Pharmaunternehmen im vergangenen Jahr auf dem Transaktionsmarkt deutlich hinter ihren Möglichkeiten geblieben: Zwar stieg das Übernahmevolumen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent auf 198 Milliarden US-Dollar. Allerdings lag die Summe immer noch etwa 90 Milliarden US-Dollar unter den Beträgen, die in den Jahren 2014 bis 2016 durchschnittlich in den Bereich investiert wurden.

Das sind Ergebnisse einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für die Finanzdaten der größten Pharma-, Biotech- und Specialty Pharma-Unternehmen untersucht wurden. Der „Firepower Index“ von EY misst die Kaufkraft von Biotech- und Pharma-Unternehmen bei M&A-Transaktionen auf der Grundlage ihrer Marktkapitalisierung, Barmittel sowie Verschuldungsfähigkeit.

Dabei wären die Unternehmen durchaus zu mehr in der Lage: Die Firepower – also die Mittel, die Unternehmen für Zukäufe mobilisieren können – betrug mehr als 1,2 Billionen US-Dollar. Davon wurden allerdings gerade einmal 16 Prozent genutzt. 2014 investierten die Unternehmen noch 27 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel für Fusionen und Übernahmen. Als Grund für die Zurückhaltung gaben die Unternehmensverantwortlichen in erster Linie die hohen Preise an, die für Übernahmekandidaten aufgerufen wurden. Als zweithäufigster Grund wurden die weltweiten geo- und handelspolitischen Unsicherheiten genannt.

Deutsche Unternehmen auf den Plätzen

Deutsche Pharmakonzerne spielen bei dem Übernahmekonzert der Großen nur eine Nebenrolle. Sie hinken auch, was den Umsatz angeht, den weltweiten Branchenführern hinterher, unter anderem, weil lukrative onkologische Arzneimittel oft aus den USA oder der Schweiz kommen, wie eine vor wenigen Wochen vorgestellte Analyse der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) zeigte. Während die globalen Marktführer aus den USA und der Schweiz ihren Umsatz im vergangenen Jahr kräftig steigerten, fielen die hiesigen Vertreter zurück. Insgesamt steigerten die 22 von EY untersuchten Konzerne 2018 ihren Umsatz aus dem Pharmageschäft gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent auf 460,8 Milliarden Euro. Ein Plus können die deutschen Pharmaunternehmen dennoch für sich verbuchen: Sie geben viel Geld für Forschung aus. So liegen beispielsweise Merck und Boehringer mit ihren Aufwendungen über dem globalen Durchschnitt.



Thorsten Schüller, Autor DAZ.online
redaktion@daz.online


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