Generika- und Importmarkt, Abgabereihenfolge

Fragen und Antworten zum neuen Rahmenvertrag (Teil 1)

Stuttgart - 25.06.2019, 07:00 Uhr

Bei der Rezeptabrechnungen haben Apotheken ab dem 1. Juli einige Neuregelungen zu beachten. ( r / Foto: Racle Fotodesign
                                        
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Bei der Rezeptabrechnungen haben Apotheken ab dem 1. Juli einige Neuregelungen zu beachten. ( r / Foto: Racle Fotodesign / stock.adobe.com)


Der Start des neuen Rahmenvertrags steht kurz bevor. Er bringt tatsächlich eine ganze Reihe von Neuregelungen im Apothekenalltag. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt. Im ersten Teil geht es um den Generika- und den Importmarkt und die Abgaberangfolge. Und kann man das namentlich verordnete Arzneimittel überhaupt noch abgeben?

Am 1. Juli tritt der neue Rahmenvertrag in Kraft. Und diesmal ist er wirklich neu. Während in den vergangenen Jahren aufgrund von Gesetzesänderungen an der Fassung von 2008 herumgedoktert wurde, hat man dieses Mal eine umfassende Neustrukturierung vorgenommen, die einige wichtige Klarstellungen enthält. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengestellt.

Was ist neu?

  • Ein Paragraph mit Definitionen § 2
  • Eine Abgabe-Rangfolge wurde festgelegt §§ 10 bis 14
  • Unterscheidung zwischen importrelevantem und generikarelevantem Markt (hat Auswirkungen auf die Abgaberangfolge) § 9
  • Unterscheidung zwischen Regel- und Akutversorgung § 17
  • Auswahl unter den vier preisgünstigsten Mitteln, das namentlich verordnete ist nicht mehr automatisch dabei § 12
  • Bei der Festlegung, was preisgünstig ist, werden Herstellerabschläge berücksichtigt § 12
  • Der Rahmenvertrag macht Vorgaben für „besondere Abgabekonstellationen“ § 18
  • Die Sonder-PZN 02567024 gilt für alle Abgabefälle, es wurden aber zusätzliche Faktoren eingeführt
  • Neue Berechnung der preisgünstigen Importe § 2 und der Importquote § 13
  • Vorgabe, wie Nicht-Verfügbarkeit nachzuweisen ist § 2
  • Nicht eindeutige Verordnungen können nach Rücksprache mit dem Arzt nachgebessert werden (in der Regelversorgung) § 7

Generika-Markt versus Import-Markt: Was hat es damit auf sich?

Eine der wesentlichen Neuerungen im neuen Rahmenvertrag ist die Unterscheidung zwischen Generika- und Importmarkt (§ 9). Im Import-Markt hat die Apotheke die Auswahl zwischen Original und Import, beim Generika-Markt stehen Original, Generika und Importe zur Verfügung. Wichtig: Die Märkte schließen sich gegenseitig aus, ein Arzneimittel muss (von der Software) dem einen oder anderen Markt zugeordnet werden. Aus der Zuordnung ergibt sich die Abgabe-Rangfolge (mehr dazu nächste Seite).

Im Import-Markt bewegt man sich bei Verordnungen über Fertigarzneimittel,

  • zu denen es außer dem Importarzneimittel keine Auswahlmöglichkeit gibt beziehungsweise im Falle einer Importverordnung, wenn es außer dem Original keine Auswahlmöglichkeit gibt,
  • die mit Aut-idem verschrieben wurden,
  • die auf der der Substitutions-Ausschlussliste stehen,
  • die biotechnologisch hergestellt sind und zu denen es kein Bioidentical gibt.

Entsprechend ist man im Generika-Markt unterwegs, wenn

  • ein Arzneimittel unter seiner Wirkstoffbezeichnung verordnet wurde,
  • ein Arzneimittel namentlich, aber ohne Aut-idem-Kreuz verordnet wurde (natürlich nur relevant, wenn es auch Generika gibt).

Welchem „Markt“ ein verordnetes Arzneimittel zuzuordnen ist, ist essentiell, denn es bestimmt die Abgabereihenfolge.

Abgaberangfolge: Was hat es damit auf sich?

Erste Grundregel der Abgaberangfolge:

Rabattvertrag sticht immer alles, das ist sozusagen der höchste Trumpf. Verankert ist das in § 11 des neuen Rahmenvertrags. 

Zum Beispiel ist bei einer namentlichen Verordnung mit Aut-idem-Kreuz ein rabattierter Import bevorzugt abzugeben. Auch bei Wirkstoffen der Substitutionsausschlussliste hätte ein rabattierter Import Vorrang vor einem nicht-rabattierten Original, weil Import und Original als identisch angesehen werden.

Wenn es keinen Rabattvertrag gibt oder dieser aus irgendwelchen Gründen (pharmazeutische Bedenken oder nicht verfügbar) nicht erfüllt werden kann?

Dann kommen der Generika- und Import-Markt ins Spiel.

Die vier preisgünstigsten Arzneimittel

Szenario 1: Eine Verordnung aus dem Generikamarkt, kein Rabattvertrag oder Rabattvertrag nicht erfüllbar. § 12 des Rahmenvertrags kommt zum Tragen.

Es kann eines der vier preisgünstigsten Arzneimittel (bisher waren es drei) abgegeben werden. Das namentlich verordnete ist nicht mehr unbedingt dabei, nur wenn es zu den vier preisgünstigsten gehört. Ist keines der vier preisgünstigsten Mittel verfügbar oder geeignet, muss das nächstgünstigste abgegeben werden (mit entsprechender Sonder-PZN). 

Wichtig: Der Arzt setzt mit seiner Verordnung den Preisanker. Das abgegebene Präparat darf nicht teurer sein als das namentlich verordnete. Das kann dazu führen, dass weniger Präparate zur Auswahl stehen, weil zum Beispiel das zweitgünstigste verordnet ist. Das dritt- und das viertgünstigste dürfen dann eigentlich nicht abgegeben werden.

Auch noch wichtig und neu: Zur Beurteilung, was preisgünstig ist, wird nicht mehr der AVP (Apothekenverkaufspreis) herangezogen, sondern der AVP abzüglich des Herstellerabschlags (wie es bei den Importen bisher schon üblich war).

Und wenn nichts im erlaubten Bereich geht? Rücksprache mit dem Arzt, dass er die wirtschaftliche Verantwortung für ein teureres Präparat trägt. Dies muss die Apotheke auf dem Rezept dokumentieren und abzeichnen.

Pharmazeutische Bedenken: Darf man das namentlich verordnete Arzneimittel nicht mehr abgeben?

Auch weiterhin darf man das namentlich verordnete Präparat abgeben. Folgender Gedankengang liegt zugrunde: (Sämtliche) Rabattarzneimittel sind nicht geeignet oder nicht lieferbar. Gemäß Abgaberangfolge muss dann eines der vier preisgünstigsten abgegeben werden. Das verordnete gehört dazu? Sonder-PZN (Achtung neuer Faktor), Begründung auf das Rezept, abzeichnen und das namentlich verordnete Präparat abgeben.

Das verordnete ist keines der vier preisgünstigsten Mittel? Dann muss man darlegen, dass sich die vier preisgünstigsten nicht eignen und gegebenenfalls die nächstgünstigen auch nicht. Es wird also die gesamte Abgaberangfolge durchlaufen, bis sich ein geeignetes Arzneimittel findet. Irgendwann landet man beim namentlich verordneten. Sonder-PZN, (neuer) Faktor und Begründung müssen dann natürlich auch auf das Rezept. Der Preisanker ist hier kein Thema, der ist ja mit dem namentlich verordneten gesetzt.

Mehr zum Thema Sonder-PZN mit den neuen Faktoren (es sind jetzt neun!) lesen Sie in Teil 2.

Und der Import-Markt?

Szenario 2: Eine Verordnung im importfähigen Markt, hier greift § 13 des Rahmenvertrags.

Hier setzt auch die Verordnung den Preisanker. Berücksichtigt man den, ist grundsätzlich die Abgabe von Referenzarzneimittel, Importarzneimittel und preisgünstigen Importarzneimitteln möglich. Allerdings muss man auch die Importquote im Auge behalten (deren Berechnung sich ja geändert hat). Von daher empfiehlt es sich im importfähigen Markt bis zu deren Erfüllung preisgünstige Importe (auch deren Berechnung ist neu) bevorzugt abzugeben.

Übrigens: Das NARZ (Norddeutsche Apotheken-Rechenzentrum) hat für seine Kunden berechnet, wie viel Malus oder Bonus sie nach der neuen Berechnungsmethode zu erwarten haben, wenn sie Importe abgeben wie bisher.

DAP-Arbeitshilfen zum neuen Rahmenvertrag

Das DeutscheApothekenPortal stellt Arbeitshilfen zum neuen Rahmenvertrag zur Verfügung.  Zur Übersicht über alle Arbeitshilfen geht es hier.

Mehr zum Thema

Generika- und Importmarkt, Abgabereihenfolge

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Fragen und Antworten zum neuen Rahmenvertrag (Teil 4)

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Fragen und Antworten zum neuen Rahmenvertrag (Teil 5)



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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10 Kommentare

@ Dr. Schabik

von Dietmar Roth, Rottenburg am 27.06.2019 um 10:38 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Schabik,
vielen Dank für ihre offene und ehrliche Erklärung.
Letztendlich ziehe ich daraus den Schluss, dass
sich die Arbeit des Verbandes einsparen lässt, wenn er eh nur die Vorgaben der Kassen abnicken kann.
Mit freundlichen Gruß
Dietmar Roth

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Verbandsarbeit @ D. Roth

von J. Hsieh am 30.06.2019 um 10:51 Uhr

Manches ist den Krankenkassen relativ egal - solange es Einsparungen gibt. Diese Punkte konnten und wurden auch durch die Verbandsarbeit in unserem Sinn ausgehandelt.

Daher ist die augenscheinlich verkorkste Verbandsarbeit mit dem Endergebnis des neuen Rahmenvertrages wie immer ein Resultat aus viel Geschachere und durch Kassen - aber auch von unserer Seite - gesetzten Vorgaben und vielen Kompromissen (die leider zu häufig zu unseren Lasten gehen - Kollege Schabik hat die Gründe ja bereits erläutert).

Das (leider nicht gleich starke) "Gegengewicht" des DAV bzw. der Landesverbände im Rücken vs. Krankenkassen (bzw. deren Spitzenverbände) mit ihren Vertragsvorgaben ist daher von absoluter Notwendigkeit!

Verträge, die zu annähernd 100% seitens der Krankenkassen vorgegeben werden sind i.d.R. um ein Vielfaches schlimmer. Siehe Hilfsmittel & Inko.
Da es zumeist auch Vertragspartner außerhalb der Apothekerschaft gibt heisst es hierbei oft: "Friss oder Stirb." oder humaner ausgedrückt: "Macht mit oder lasst es sein, wenn's euch halt nicht gefällt!".

Verbandsarbeit bzw. die der ABDA im großen politischen Zirkus ist übrigens genauso. Wenn Herr Spahn das ein- oder andere ganz einfach nicht will, dann können die Kollegen Schmidt und Becker nur gebetsmühlenartig fordern - es passiert eben nur nichts (weil eben Herr Spahn es nicht will (z.B. Rx-VV)). Deswegen müssen Alternativen diskutiert werden, mit denen möglichst jeder (Apothekerschaft, Politik, Krankenkassen und neuerdings die Juristen in D und auf EU-Ebene) leben kann.
Und leider sind die gesetzten Vorgaben bereits nicht rosig: Die Kassen möchten keine weiteren Ausgaben, viele Politiker sowie das BMWi haben das 2HM-Gutachten noch nicht vergessen, Herr Spahn hat seine eigenen Vorstellungen von dem Ganzen und das BMJV hat keine Lust auf ein EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Maximaler Gegenwind also. Bitte daher nicht vergessen und daran denken, wenn über die ABDA geschimpft wird (auch @Herrn Kollege Ditzel)..

Viele Grüße aus dem sonnigen Sonntagnotdienst!

AW: @ Dr. Schabik

von Dr. Ralf Schabik am 13.07.2019 um 21:59 Uhr

Leider sehe ich diese Antwort erst heute - daher die verspätete Antwort, sorry.
EINSPRUCH: Mit keiner Silbe habe ich geschrieben, dass der Verband nur die Vorgaben der Kassen abnicken könne !
Muss ich Ihnen wirklich erklären, was los wäre, wenn wir die Verbände NICHT hätten ?
So bedauerlich es ist, dass in "Verhandlungen" die Kassen politisch gewollt und juristisch geschützt Oberwasser haben, so müssen wir doch festhalten, dass es OHNE Verbände noch viel schlimmer wäre.

Nutzen

von Thomas Kerlag am 27.06.2019 um 8:09 Uhr

Früher gab es keine Lieferausfälle und die Ware kam auch noch unvergiftet.
Obendrauf töten die Abgabehürden die Beratung und schaffen künstlich neue Probleme.
Diese neue Welt nützt nicht der Allgemeinheit, sondern nur wenigen.

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Bürokratiemonster

von Anke am 25.06.2019 um 22:08 Uhr

Klar, ist doch alles viel einfacher geworden....ja sagt mal geht's euch da oben noch gut?
Es ist ja nun schon vielen Patienten schwer vermittelbar, warum sich ihr gewohntes Arzneimittel in immer neuem Gewand mit eventuell neuem Namen zeigt. Dieses Roulette wird ja nun noch spannender für den Verbraucher. Was bekomme ich bloß dieses Mal? Das wird ein Spaß!!
Und um die Wartezeit der Patienten erträglich zu machen, überlege ich angrenzend an meine Apotheke ein kleines Cafe aufzumachen. Dort könnte man die werten Kunden platzieren, bis man endlich das von den Krankenkassen bezahlte Medikament gefunden hat. Das sollte innerhalb einer halben Stunde mit mehrmaligen Telefonaten beim Verordner knapp zu schaffen sein!
Danke liebe Standesvertretung, das war ein Volltreffer!! Ich finde, pharmazeutische Tätigkeiten , für die wir nun keine Zeit mehr haben, werden ja auch komplett überbewertet - ach nein, die sollen ja eigentlich separat vergütet werden, nur leider siehe oben, upps.....

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Es war einmal.......

von Dr. Dietmar Roth, Rottenburg am 25.06.2019 um 9:28 Uhr

Es war einmal.... und weil das kein Märchen ist, schreibe ich:
"Es gab einmal eine Zeit, in der wurde das, was auf dem Rezept namentlich verordnet wurde, abgegeben."

Inzwischen ist die Abgabe bekanntlich höchst komplex und rational oft nicht vermittelbar reguliert.
Doch das Ende der Fahnenstange ist anscheinend noch nicht erreicht.
Als ob wir nicht schon genügend Probleme im Apothekenalltag haben, kommen jetzt neue Verträge hinzu
, bei denen schon beim Lesen klar wird, das es nicht einfacher wird.
Ich rechne im Praxisalltag mit erheblichen Schwierigkeiten bei der Umsetzung, und das nicht nur Freitag mittags und Samstag morgens, wenn die Verordner nicht erreichbar sind.
Mir ist absolut unerklärlich, wieso solche in meinen Augen schikanösen Lieferverträge von den Vertretern der selbstständigen Apotheken abgeschlossen werden.
Mich würde auch mal interessieren, welche Einsparungen
auf Kassenseite tatsächlich erreicht werden und wie diese durch die Verwaltung, Umsetzung und Kontrolle der Verträge aufgezehrt werden.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: Es war einmal

von Dr. Ralf Schabik am 26.06.2019 um 20:58 Uhr

Den Punkt, der Ihnen unerklärlich ist, kann ich Ihnen erklären: Wieso schliessen die Vertreter der Apothekerschaft sowas ab ? Weil die Krankenkassen alle Macht der Welt haben, selbst den größten Schwachsinn durchzudrücken. Mit "Verhandlungen auf Augenhöhe " hat das alles schon seit Jahren nix mehr zu tun.
Sorry, ist so traurig.
Ich habe meinem Verband gegenüber einige Punkte dieses Vertrages massiv kritisiert - und die Antwort war "wissen wir, waren die Kassen nicht gesprächsbereit".

Druckmittel haben wir definitiv nicht, weil die Politik die Hand schützend über die Kassen hält.

Was ich aber ausdrücklich auch betonen möchte: Dieses Schöngerede eines Vertrages, der in seiner Summe das Leben in der Apotheke noch mehr zur Hölle macht, weil die Erleichterungen (die es wirklich gibt) mit dem realen Leben nicht kompatibel sein werden.
JA, ich hätte diesen Vertrag auch unterschrieben - aber ich hätte sehr deutlich in einer Protokollnotiz darauf hingewiesen, was alles Schwachsinn ist.

AW: Es war einmal

von Claudia Keuler am 01.07.2019 um 22:15 Uhr

Genau!
Es nützt denen paar Hanseln, die alles und jeden hier auf dem Planeten steuern. Das ja keiner hier in Freiheit und glücklich leben kann. Ich lege diese "Individuen" unter der Kategorie Unkraut ab.

wie lange noch?

von Nachdenker am 25.06.2019 um 8:30 Uhr

Und wir machen dieses bürokratische Monster wieder mit! Es wird noch weniger Zeit für die Beratung der Patienten bleiben, wir werden noch mehr telefonieren müssen, uns Ärger bei den Ärzten einhandeln, Ärger mit wartenden Patienten etc. pp. Wir werden noch mehr retaxiert... Das Ziel ist seit 2004 klar - Abschaffuung der deutschen Apotheke, Stärkung der Versender aus dem Ausland und das Saarland mit gewissen Importeuren und deren Lobby in Berlin läßt grüßen. Wir schaffen es wieder nicht, NEIN dazu zu sagen, alle (!) dicht zu machen und nach Berlin zu fahren. Der letzte macht das Licht aus...

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: wie lange noch

von Dirk Krüger am 25.06.2019 um 8:55 Uhr

Und in einer Informationsveranstaltung des AV Schleswig-Holstein wurde uns dieses Bürokratiemonster als Fortschritt verkauft, weil angeblich klarer und - man höre und staune - "einfacher". Der Umfang des Vertrages ist mal eben um 50% gestiegen. Alles ist von den Kassen darauf angelegt, dass wir Fehler machen und wir auf Null retaxiert werden können. Aus Angst vor diesen Fehlern recherchieren wir tausend Regeln vor der Abgabe, der Patient muss doppelt so lange warten wie bisher, während wir nur noch auf den Bildschirm starren. Für unsere eigentliche pharmazeutische Tätigkeit bleibt nach bisher wenig nunmehr keine Zeit. Wir sind endgültig zum Sklaven der GKV geworden. Kein Wunder, dass junge KollegInnen die Selbständigkeit, ja auch die Tätigkeit in der öffentlichen Apotheke insgesamt, zunehmend scheuen. Zum Glück ist es für mich mit der Rente nicht mehr lange hin. Schade, ich war gerne Apotheker - aber jetzt?

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