Noweda und Burda

Zukunftspakt: „DocMorris ist DOCH eine Bedrohung für die Apotheken“

Stuttgart - 17.06.2019, 11:30 Uhr

Ganzseitige Anzeigen in der Fachpresse sollen auf den Zukunftspakt aufmerksam machen. (c / Foto: DAZ.online).

Ganzseitige Anzeigen in der Fachpresse sollen auf den Zukunftspakt aufmerksam machen. (c / Foto: DAZ.online).


Noweda und Burda trommeln für den „Zukunftspakt Apotheke“. Neben einer Social-Media-Kampagne, bei der für den sicheren Bezug von Arzneimitteln aus der Vor-Ort-Apotheke geworben wird, wurden auch in den Fachmedien Anzeigen geschaltet, um die Apotheker zum Mitmachen zu bewegen. Im ersten Motiv widersprechen Noweda und Burda einer Aussage von DocMorris-Vorstand Max Müller, in der er behauptet, der Arzneimittelversender sei keine Bedrohung  für die Apotheke.

„Wir sind keine Bedrohung für die Apotheken.“ Die Aussage stammt von DocMorris-Vorstand Max Müller aus dem Jahr 2016. „Doch.“, meint die Noweda. Und transportiert das gemeinsam mit ihrem Partner Hubert Burda Media im aktuellen Motiv der Fachpressekampagne für den „Zukunftspakt Apotheke“. Mehr als 7.000 Apotheken setzten bereits auf die „Branchenlösung und das vernetzte Omni-Channel-Konzept zur Stärkung der deutschen Vor-Ort-Apotheken“, heißt es weiter in der Anzeige. Die Kampagne läuft derzeit in den Medien des Deutschen Apotheker Verlags, also DAZ, AZ und PTAheute, sowie im eigenen Mitglieder- und Kundenmagazin „Noweda Spiegel“ sowie im ebenfalls eigenen Magazin „FreiSicht“. Ein Rollout auf weitere Fachmedien sei in Planung, heißt es.  

Mehrere Motive sind geplant

Das aktuelle Motiv ist das erste von mehreren. Noweda-Chef Dr. Michael Kuck erklärt dazu gegenüber DAZ.online: „Am Handeln von DocMorris – von der aggressiven Rabattpolitik bis hin zu den Aktivitäten rund um Hüffenhardt – sind die tatsächlichen Intentionen des Konzerns recht einfach abzulesen. Zu glauben, dass DocMorris und andere große Versender sich den deutschen Apothekenmarkt in friedlicher Eintracht mit den Vor-Ort-Apotheken teilen möchten und es in erster Linie um einen Mehrwert für Verbraucher geht, ist naiv. Das ist jedem bewusst, der sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzt.“

Mit dem Zukunftspakt Apotheke wolle man allen selbstständigen Apothekern ein Omni-Channel-Konzept als Branchenlösung anbieten, mit der sie sich gegenüber den großen Arzneimittelversendern aus dem EU-Ausland oder noch größeren Playern behaupten können, wenn die Möglichkeiten von der Apotheke vollumfänglich genutzt werden, so Kuck. Zur Erklärung: Der Zukunftspakt Apotheke umfasst die Vorbestellplattform „IhreApotheken.de“, die Kundenzeitschrift „my life“ und die Gesundheitsplattform „mylife.de“. Um die Endkunden zu erreichen, will man sich die mediale Reichweite des Hubert Burda Verlags mit seinen zahlreichen Zeitschriften und Online-Aktivitäten zunutze machen.

Social-Media-Kampagne „Don’t trust Rüdiger“.

Wichtig sei es für die Apotheken aber, jetzt aktiv zu werden, erklärt der Noweda-Chef weiter. Mit der Anzeigenkampagne wolle man all jene, die sich bisher noch nicht zur Teilnahme entschlossen haben, ansprechen. Zudem sei die Kampagne ein Reminder an alle bereits teilnehmenden Apotheken, wie wichtig es ist, die einzelnen Elemente dieses Konzepts intensiv zu nutzen. Man habe sich daher auch in allen Kampagnen-Motiven – weitere werden in den kommenden Wochen folgen – ganz bewusst für eine plakative Darstellung mit deutlichen Worten und thematisch verschiedenen Aufhängern entschieden. Eine Reaktion von Max Müller oder DocMorris habe es bislang nicht gegeben. „Ich wüsste aber auch nicht, warum Herr Müller das tun sollte. Wir haben ihn ja nur wahrheitsgemäß zitiert. Dass wir anderer Meinung sind, sollte wohl zulässig sein,“ so Kuck. Auf eine Anfrage von DAZ.online hat der Arzneimittelversender bislang nicht geantwortet.

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Apotheker sollen Spots teilen

Doch Noweda und Burda machen nicht nur in der Fachpresse auf den Zukunftspakt aufmerksam. Seit Ende vergangener Woche läuft die Social-Media-Kampagne „Don’t trust Rüdiger“. Mit Spots auf Youtube, Facebook, Instagram und Snapchat soll eine online-affine Zielgruppe auf das Thema Arzneimittelsicherheit aufmerksam gemacht werden, heißt es in einer Mitteilung. Zudem soll die hohe Versorgungsqualität durch die Vor-Ort-Apotheken kommuniziert werden. Gleichzeitig soll „Don’t trust Rüdiger“ den Traffic auf die apothekereigene Bestellplattform IhreApotheken.de fördern.

Im Zentrum der Kampagne steht der fiktive Arzneimittelversender „Mega Web- Arzneimittel XXL“, bei dem als plakatives Gegenbeispiel Qualität und Versandmethoden zu wünschen übrig lassen. „Es geht uns darum, zu verdeutlichen, dass Arzneimittel Waren der besonderen Art sind und dass ihr Bezug über die Vor-Ort-Apotheke sicher, qualitativ hochwertig und vertrauenswürdig ist – auch als Vorbestellung über IhreApotheken.de,“ erklärt Kuck.

Der Kampagnen-Teaser ist auf www.donttrustruediger.de, YouTube, Facebook und Instagram (@dontrustruediger) sowie unter #donttrustrüdiger zu finden. Alle Apotheker seien eingeladen, ihn auf ihren Apotheken- sowie den privaten Social-Media-Kanälen zu teilen so, Kuck.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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2 Kommentare

Beratung

von Karlheinz Müller am 09.12.2019 um 11:07 Uhr

Die Beratung in der Apotheke ist nicht zufriedenstellend. Bei unsicher wirkenden Angestellten ist es besser Sie antworten nur auf Fragen und geben nicht einen Kommentar "schauen Sie in den Beipackzettel".

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Info in der Apotheke

von Karlheinz Müller am 22.10.2019 um 11:37 Uhr

Wenn ich ein Medikament in der Apotheke hole und man sagt mir "wenn sie wissen wollen wie es eingenommen und wann es eingenommen wird, schauen Sie in den Beipack. Für mich ist es keine Beratung mit der geworben wird in der Presse. Aber es sind nicht immer Fachkräfte im Handverkauf.
Freundlicher Gruß
K.Müller

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