Pankreasenzyme vom Schwein

AfD hinterfragt islambezogenen Hinweis in einem Beipackzettel

Berlin - 15.05.2019, 07:00 Uhr

 Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Prof. Axel Gehrke, will wissen, ob ein Koranzitat bei einem Pankreaspulver für muslimische Patienten notwendig ist. (Foto: imago images / Metodi Popow)

 Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Prof. Axel Gehrke, will wissen, ob ein Koranzitat bei einem Pankreaspulver für muslimische Patienten notwendig ist. (Foto: imago images / Metodi Popow)


AfD: Weshalb nur islambezogene Informationen?

Aus Sicht der AfD wären solche Hinweise auch für andere Religionen relevant. So lautet eine Teilfrage: „Warum genehmigt das BfArM eine Packungsbeilage, die zwar die Herkunft des Arzneimittels vom Schwein und damit eine wichtige Information für die davon betroffenen Gläubigen darlegt, die nach Ansicht der Fragesteller Hindus aber diskriminiert, weil die für sie relevante Information zur fraglichen Herkunft vom Rind weder in den Pflichtangaben im Teil „Gebrauchsinformation“, noch im Teil „Pflichtinformation“ der Packungsbeilage enthalten ist?“

Nun handelte es sich bei den ergänzenden Zusatzinformationen ja um freiwillige Angaben nach Ermessen der Hersteller. Die Hinweise für alle Religionen durchzudeklinieren, ist keine gesetzliche Auflage. Der Aspekt der Freiwilligkeit ist auch bei der letzten Teilfrage zu bedenken, bei der es der AfD um die Sprache geht. Und zwar hinterfragt die AfD, weshalb das Koran-Zitat sowohl in deutscher als auch in türkischer Sprache angegeben wird, wenn die die Pflichtangaben gemäß § 11 AMG ausschließlich auf Deutsch sein müssen.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Durchschaubar, teilweise berechtigt

von Redaktion DAZ.online am 15.05.2019 um 11:24 Uhr

Lieber Herr Mückschel,

ich weiß nicht, wo sie sie diese Unterstellung raus lesen. Ich denke darüber, dass man Intelligenz (oder Dummheit) nicht an Religion, Herkunftsland oder Ethnie festmachen kann, müssen wir an dieser Stelle nicht diskutieren (am Beruf übrigens auch nicht). Falls doch, werden die Kommentare nicht lange hier stehen bleiben.
Und vielleicht ist der Grund für diesen Hinweis einfach nur, dass es in Deutschland einfach deutlich mehr Muslime als beispielsweise Hindus gibt.
Viele Grüße
Ihre DAZ.online-Redaktion

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Durchschaubar, teilweise berechtigt

von Stefan Haydn am 15.05.2019 um 10:38 Uhr

Die Strategie der AfD hierbei ist natürlich durchschaubar.
Berechtigt ist allerdings die Frage, warum der Hnweis nicht schon früher für Juden, Hindus, etc. erfolgte.
Aber Inkonsequenz und Inkompetenz ist ja heute schon quasi eine Volkskrankheit.

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AW: Durchschaubar, teilweise berechtigt

von Roland Mückschel am 15.05.2019 um 11:12 Uhr

Ich verwehre mich gegen die Unterstellung dass die
letztgenannten Volksgruppen intelligenter wären.

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