Unternehmen stemmt Versorgung fast allein

Valsartan: TAD meldet Lieferengpässe

Stuttgart - 26.04.2019, 16:15 Uhr

TAD ist eines der wenigen Unternehmen, das noch Valsartan liefern kann.
Doch jetzt teilt auch TAD mit, dass es zu Engpässen kommt. (Foto: picture alliance)

TAD ist eines der wenigen Unternehmen, das noch Valsartan liefern kann. Doch jetzt teilt auch TAD mit, dass es zu Engpässen kommt. (Foto: picture alliance)


NDIPA, NEIPA UND NDBA: FDA veröffentlicht Testmethoden für weitere Nitrosamine

Zunächst hatten im Sommer 2018 die wahrscheinlich krebserregenden Verunreinigungen N-Nitrosodimethylamin (NDMA) und Diethylnitrosamin (NDEA) zu weltweiten Sartan-Rückrufen geführt. Außerdem wurde zwischenzeitlich bei einem mexikanischen Valsartan-Hersteller die Verunreinigung N-Nitrosodiisopropylamin (NDIPA) gefunden. Letztere führte aber zu keinen weiteren Rückrufen in Deutschland oder den USA. NMBA hingegen schon.

Die europäische Arzneimittebehörde EMA und somit auch das deutsche BfArM haben allerdings im Gegensatz zur FDA noch keine offiziellen Grenzwerte für NMBA bekannt gegeben. (Mit Bescheid vom 11. April 2019 hat das BfArM das europäische Risikobewertungsverfahren nach Artikel 31 der Richtlinie 2001/83/EG zu „Angiotensin-II-rezeptor Antagonisten (Sartane), die eine Tetrazol-Gruppe enthalten“ abgeschlossen. Das Gutachten des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur wird damit rechtsverbindlich.)

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Doch vor allem in den USA, aber auch in Deutschland, kam es Anfang 2019 aufgrund von NMBA zu zahlreichen weiteren Losartan-Rückrufen. Erst vergangenen Freitag erweiterte Torrent Pharmaceuticals Limited in den USA seinen Rückruf um 104 weitere Chargen, in denen das Losartan von Hetero Labs Limited stammt  – aufgrund von NMBA. In derselben Mitteilung gibt die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA außerdem weitere Testmethoden – auf neue Nitrosamine – bekannt: Eine GC-MS-Methode zur Untersuchung auf NDMA, NDEA, NDIPA und N-Nitrosoethylisopropylamin (NEIPA) sowie auf N-Nitrosodibutylamin (NDBA). Und eine weitere Methode, die zur Detektion von NDMA, NDEA und NDIPA sowie NEIPA dienen soll.

Am 3. April 2019 teilte auch das EDQM (European Directorate for the Quality of Medicines & HealthCare) mit, dass die OMCLs (Official Medicines Control Laboratories) kürzlich ihre erste Methode für den Test auf NMBA (Nitroso-N-methyl-4-Aminobuttersäure) veröffentlicht haben. Es handelt sich um eine LC-MS/MS-Methode, die vom Bayerischen OMCL am „Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit“ (LGL) entwickelt wurde.



Diana Moll, Apothekerin, DAZ.online
redaktion@daz.online


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