Apothekerkammer Berlin

Wahlerfolg für Kammerpräsident Christian Belgardt

Berlin - 21.03.2019, 11:30 Uhr

Dr. Christian Belgardt (hier auf dem DAT 2016) hat gute Chancen, nach der Kammerwahl in Berlin Kammerpräsident zu bleiben. Dafür muss er jedoch eine neue Koalition bilden. (Foto: Schelbert)

Dr. Christian Belgardt (hier auf dem DAT 2016) hat gute Chancen, nach der Kammerwahl in Berlin Kammerpräsident zu bleiben. Dafür muss er jedoch eine neue Koalition bilden. (Foto: Schelbert)


An der Spitze der Apothekerkammer Berlin wird sich in den kommenden vier Jahren voraussichtlich nichts ändern. Kammerpräsident Dr. Christian Belgardt und seine Liste „Offizin-Apotheker“ bleiben stärkste Kraft in der Kammerversammlung. Das geht aus den Wahlergebnissen hervor, die DAZ.online vorliegen. Trotz leichter Zugewinne bei der Anzahl der Stimmen muss sich Belgardt nun um eine „Koalition“ kümmern – eine absolute Mehrheit hat seine Liste nicht.

Die Apothekerkammer Berlin hat eine neue Kammerversammlung gewählt. Bis zum gestrigen Mittwoch konnten die Pharmazeuten der Hauptstadt ihre Stimmen per Briefwahl verteilen – angetreten waren fünf Listen. Zur Wahl standen insgesamt 127 Kandidaten, die neue Wahlperiode beginnt im Mai 2019. Dann muss eine konstituierende Versammlung stattfinden, auf der auch ein neuer Vorstand und der neue Präsident / die neue Präsidentin gewählt wird. Die Versammlung besteht aus 45 Mitgliedern, hinzu kommt ein nicht gewählter Hochschulvertreter. Für eine Mehrheit werden also 24 Stimmen benötigt.

DAZ.online liegen die Wahlergebnisse vor. Noch vor der Analyse der eigentlichen Wahlergebnisse fallen zwei Dinge auf: Erstens ist die Wahlbeteiligung in Berlin in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. 2011 beteiligten sich 37 Prozent der Pharmazeuten, in diesem Jahr waren es knapp 41 Prozent. Und zweitens: Die Berliner Kammer wächst rasant. 2011 hatte es noch 4584 Wahlberechtigte gegeben, dieses Jahr waren es 5369.

Klarer Wahlsieger ist einmal mehr die Liste „Offizin-Apotheke“, der Kammerpräsident Dr. Christian Belgardt angehört. Belgardt besitzt eine Apotheke in Berlin-Mitte und ist seit 2007 Kammerpräsident. Die „Offizin-Apotheker“ bekamen 854 Stimmen und somit vier Stimmen mehr als bei der letzten Wahl. Sie erhalten somit 18 Sitze in der neuen Delegiertenversammlung - fünf Mandate weniger als in der jetzigen Wahlperiode. Den zweiten Platz belegt die „Allianz Aller Apotheker“ (AAA) mit 296 Stimmen. Die AAA-Liste wird von Apothekerin Dr. Kerstin Kemmritz angeführt. Kemmritz hatte vor der Wahl gesagt, dass ihre Liste im Vergleich zu anderen „keine Berührungsängste“ mit Apothekern aus anderen Berufsbereichen habe. Im Vergleich zur Kammerwahl 2015 verloren Kemmritz und ihre Liste allerdings 60 Stimmen, sie erhalten nun elf Sitze in der Versammlung.

Belgardt braucht eine neue Koalition

An dritter Stelle folgen die „WIV-Apotheker“, also die Pharmazeuten aus Wissenschaft, Industrie und Verwaltung. Sie erhielten 410 Stimmen, bekommen neun Versammlungssitze und können sich über die größten Zuwächse freuen. Es folgen die „Aktiven Apotheker/-innen“ mit 220 Stimmen und vier Sitzen sowie die „Hauptstadtapotheker“ mit 154 Stimmen und drei Sitzen.

Die Wahlergebnisse zeigen auch: Eine absolute Mehrheit hat Kammerpräsident Belgardt mit den vorliegenden Wahlergebnissen nicht. Und auch die „Koalitionsbildung“ dürfte nicht einfach werden. Bislang arbeiteten Belgardts „Offizin-Apotheker“ mit den „Aktiven Apothekern“ zusammen, gemeinsam konnten sie die notwendige Mehrheit bisher stemmen. Doch nach den neuen Ergebnissen müssen sich die beiden Koalitionspartner noch eine dritte Liste suchen. Rein theoretisch wäre es natürlich auch möglich, dass sich Belgardt mit Kemmritz‘ „AAA-Liste“ oder den Industrieapothekern zusammentut und eine „Große Koalition“ bildet.

Belgardt selbst will sich nach der Wahl nicht über mögliche Bündnisse äußern. Gegenüber DAZ.online erklärte er:


Es ist eine gute Nachricht, dass die Wahlbeteiligung im Vergleich zur letzten Kammerwahl gestiegen ist. Jetzt werden wir als Liste vier mit jedem sprechen. Mir ist dabei wichtig, dass wir hier nicht in der großen Politik sind. Wir vertreten die Interessen der Berliner Apothekerinnen und Apotheker, das sollten wir uns vor Augen halten. Im Falle einer entstehenden Koalition würde ich für eine weitere Amtszeit als Kammerpräsident kandidieren und zur Verfügung stehen.“

Kammerpräsident Dr. Christian Belgardt




Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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