Umzug wegen Brexit

EMA arbeitet nun aus Amsterdam

Stuttgart - 14.03.2019, 15:15 Uhr

Hier entsteht der endgültige Sitz der EMA Amsterdam, in das Übergangsdomizil ist die Behörde nun eingezogen. (Foto: ANP)

Hier entsteht der endgültige Sitz der EMA Amsterdam, in das Übergangsdomizil ist die Behörde nun eingezogen. (Foto: ANP)


Während Großbritannien und die EU sich nicht einigen können, wie der Brexit jetzt genau vonstattengehen soll, hat die europäische Arzneimittelbehörde ihren Umzug schon fast hinter sich gebracht. Sie hat London am 1. März verlassen und bezieht temporäre Räumlichkeiten am neuen Standort Amsterdam. Formal ist die niederländische Hauptstadt dann ab 30. März der Sitz der EMA.

Der Umzug der europäischen Arzneimittelbehörde EMA von London nach Amsterdam aufgrund des anstehenden Brexits ist in vollem Gange. Wie die Arzneimittelagentur zu Beginn der Woche mitteilte, führt sie ihre Geschäfte jetzt von der Amsterdam aus. Bereits am 1. März hat die EMA die Räumlichkeiten in London verlassen. Nach einer Übergangswoche mit Telearbeit zieht die Belegschaft nun nach und nach in das Spark-Gebäude im Amsterdamer Stadtteil Sloterdijk. Die EMA erklärt in einer Mitteilung, hart daran gearbeitet zu haben – in Kooperation mit den Behörden vor Ort –, dass das Gebäude vor dem 30. März bezugsfertig ist. Denn dann ist die EMA in London formal Geschichte, ab diesem Zeitpunkt wird der offizielle Sitz Amsterdam sein.

Noch ein Umzug innerhalb von Amsterdam

Man habe bezüglich der individuellen Umzugstermine eine gewisse Flexibilität an den Tag gelegt, um das Ganze zu erleichtern und die persönlichen Belange der Mitarbeiter, wie Einschreibung in Schulen, Anstellung der Ehepartner oder Wohnungssuche, zu berücksichtigen, erklärt die EMA in einer Mitteilung. So ziehen bereits seit vergangenem Sommer Mitarbeiter von der britischen in die niederländische Hauptstadt. Am kommenden Montag, wenn die EMA das Spark-Gebäude bezogen hat, sollen an die 350 Beschäftigten in die Niederlande übergesiedelt sein. Ein Teil der Belegschaft wird allerdings vorerst von London aus weiterarbeiten. Auf diese Weise will die Behörde den Mitarbeitern und ihren Familien einen reibungslosen Ortwechsel in der zweiten Jahreshälfte ermöglichen. Allerdings geht die EMA davon aus, etwa ein Viertel ihrer rund 900 Mitarbeiter zu verlieren.

In absehbarer Zeit steht dann allerdings noch ein Umzug an – innerhalb von Amsterdam. Das Spark-Gebäude wird die EMA nämlich nur übergangsweise beherbergen, bis die maßgeschneiderten Räumlichkeiten im Stadtteil Zuidas fertiggestellt sind. Erst vor zwei Jahren hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) in London ganz neue Räumlichkeiten bezogen, mit der Perspektive, dort bis 2039 zu bleiben. So sah es jedenfalls der langfristig abgeschlossene Mietvertrag vor, aus dem die EMA nun wohl auch nicht rauskommt.


Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


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