HIV-Präexpositionsprophylaxe

DAK-Gesundheit übernimmt Kosten für PrEP

Berlin - 18.02.2019, 14:00 Uhr

PrEP soll  reguläre Kassenleistung werden. Bei der DAK Gesundheit werden die Arzneimittelkosten bereits seit dem 1. Januar 2019 im Rahmen einer freiwilligen Satzungsleistung übernommen. ( r / Foto: m.bruxelle / stock.adobe.com)

PrEP soll  reguläre Kassenleistung werden. Bei der DAK Gesundheit werden die Arzneimittelkosten bereits seit dem 1. Januar 2019 im Rahmen einer freiwilligen Satzungsleistung übernommen. ( r / Foto: m.bruxelle / stock.adobe.com)


Gesetzlich Versicherte mit einem erhöhten HIV-Infektionsrisiko sollen künftig einen Anspruch auf Präexpositionsprophylaxe (PrEP) haben. Das sieht das Terminservice- und Versorgungsgesetz vor, das im Frühjahr in Kraft treten soll. Die DAK-Gesundheit will noch schneller sein: Sie übernimmt die PrEP-Kosten bereits rückwirkend ab dem 1. Januar 2019.

Die Große Koalition plant, im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) einen neuen Leistungsanspruch ins Sozialgesetzbuch V einzuführen: GKV-Versicherte ab dem vollendeten 16. Lebensjahr mit einem substanziellen HIV-Infektionsrisiko sollen einen Anspruch auf Präexpositionsprophylaxe (PrEP) erhalten. Die Kassen sollen demnach die Kosten für die erforderliche ärztliche Beratung, Untersuchungen sowie Arzneimittel übernehmen. GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung sollen Näheres zum Kreis der Anspruchsberechtigten und den Voraussetzungen regeln. Noch ist der TSVG-Entwurf im parlamentarischen Verfahren. Die erste Lesung im Plenum und zwei Anhörungen im Gesundheitsausschuss haben bereits stattgefunden.

Bevor das Gesetz in trockenen Tüchern ist, hat nun die DAK-Gesundheit mitgeteilt, bereits rückwirkend zum 1. Januar 2019 die Kosten für die PrEP-Arzneimittel zu übernehmen. Der Verwaltungsrat der Kasse hatte das Angebot bereits im Dezember als neue Satzungsleistung beschlossen. Mittlerweile kam laut DAK auch grünes Licht von der Aufsicht, dem Bundesversicherungsamt.

Schutzeffekt von 96 Prozent

„Die Zahl der HIV-Neuinfektionen wird nicht wesentlich kleiner, deshalb müssen wir neue Schutzmethoden fördern“, erklärt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. So haben sich in Deutschland im Jahr 2017 etwa 2.700 Menschen mit HIV infiziert, im Vorjahr waren es 2.900. „Die PrEP kann bei regelmäßiger Einnahme der verordneten Medikamente das Ansteckungsrisiko fast vollständig ausschalten“, so Storm. Maßgebliche Studien haben einen Schutzeffekt von 96 Prozent ergeben.

Die freiwillige Satzungsleistung der DAK bezieht sich auf in Deutschland zugelassene Arzneimittel zur Vorbeugung von Infektionen mit HIV-1 (Kombination aus Tenofovirdisoproxil und Emtricitabin). Voraussetzung ist, dass der Versicherte mindestens 16 Jahre ist und ein von einer deutschen Apotheke oder einer ausländischen Versandapotheke bedrucktes und abgestempeltes Privatrezept vorlegt.

Für dies Arzneimittel erstattet die DAK dann pro Quartal maximal 200 Euro, abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung, höchstens aber die tatsächlich entstandenen Kosten. Die betroffenen Versicherten müssen dazu die entsprechenden Belege bei ihrer Kasse einreichen. Ein Monatsbedarf (30 Stück) eines für die PrEP zugelassenen Generikums ist ab einem Preis von knapp 50 Euro zu haben (Lauer-Taxe Stand 15. Februar 2019).


Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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