Im Auftrag der EMA

NOAK-Vergleich: Weniger GI-Blutungen unter Apixaban

Berlin - 07.02.2019, 10:45 Uhr

Welches NOAK verursacht die meisten Blutungen? Eine vergleichende Datenbankanalyse von neutraler Seite gibt Antwort. (Foto: imago)

Welches NOAK verursacht die meisten Blutungen? Eine vergleichende Datenbankanalyse von neutraler Seite gibt Antwort. (Foto: imago)


Mehr GI-Blutungen unter Pradaxa und Xarelto

Eine Auswertung der Gesamtkategorie der schweren Blutungen nach den drei NOAK ist in dem Abstract zwar nicht verfügbar. Dafür eine Aufschlüsselung nach einzelnen Blutungsarten. Deutliche Unterschiede waren bei den gastrointestinalen (GI) Blutungen zu verzeichnen: Und zwar traten unter Dabigatran 48 bis 67 Prozent und unter Rivaroxaban 30 bis 50 Prozent mehr GI-Blutungen auf als unter anderen Antikoagulanzien. Diese Werte beziehen sich auf die Datenbanken aus Spanien, Deutschland und UK, zahlen zu der dänischen Kohorte wurden in der Zusammenfassung nicht angegeben.

Bei den intrakraniellen Blutungen zeigte sich nahezu konsistent der Vorteil der NOAK, der sich bereits in den Zulassungsstudien der Substanzen gezeigt hatte. Eine Ausnahme bildete Rivaroxaban in der UK-Kohorte, hier erhöhte der Xarelto®-Wirkstoff das Hirnblutungsrisiko um mehr als das Doppelte (Hazard Ratio 2,37), allerdings spricht die Breite des Konfidenzintervalls (1,19 - 4,71) für eine große Streuung.

Größter Zuwachs bei den Neueinstellungen unter Eliquis

Der zweite Studienteil widmete sich den Erstverschreibungsraten. Dazu wurden die Informationen von 186.405 Erwachsenen aus acht Datenbanken, darunter auch Krankenkassendaten der AOK Nordwest, analysiert. Der größte Zuwachs an Neuverschreibungen war unter Apixaban zu verzeichnen und zwar um 555 Prozent zwischen 2014 und 2015 (im Vergleich zum Zeitraum 2013 bis 2014). Der Anstieg könnte auch dadurch zu erklären sein, das Pfizer für Eliquis® die Zulassung für die Vorhofflimmer-Indikation im November 2012 erhielt und der Ausgangswert an Neueinstellungen 2013 noch niedrig gewesen sein könnte. Dabigatran und Rivaroxaban dagegen waren zu dem Zeitraum bereits für dieses Anwendungsgebiet zugelassen.



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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