Schriftliche Anfrage der Linken

Linke: Projekt „Cannabisanbau in Deutschland“ ist eine einzige Farce 

Berlin - 07.02.2019, 14:30 Uhr

Niema Movassat, der drogenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, fordert Flexibilität bei den Anbaumengen und der Sortenvielfalt bei der Cannabis-Ausschreibung. (Foto: imago)

Niema Movassat, der drogenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, fordert Flexibilität bei den Anbaumengen und der Sortenvielfalt bei der Cannabis-Ausschreibung. (Foto: imago)


Auch beim zweiten Anlauf hakt`s

Und das wäre für die Patienten auch wünschenswert, denn bisher läuft`s bei der Ausschreibung alles andere als rund. Nachdem das erste Verfahren gestoppt werden musste, weil das Unternehmen Lexamed aus Baden-Württemberg im vergangenen Jahr erfolgreich gegen das BfArM geklagt hatte, hat die Behörde einen zweiten Anlauf unternommen. Und auch bei dem aktuellen Verfahren zeichnen sich Verzögerungen ab.

Bevor die Zuschläge verteilt werden, muss ein Gerichtstermin im April abgewartet werden. Sollte das BfArM beim OLG-Düsseldorf eine Niederlage erleiden, ist der weitere zeitliche Verlauf vermutlich schwer abzusehen. Doch das BfArM bleibt optimistisch und rechnet mit einer ersten Ernte zum vierten Quartal 2020.

An dem aktuellen Verfahren haben sich 79 Bieter beziehungsweise Bietergemeinschaften beworben. Unter den Kandidaten befinden sich unter anderem Lexamed sowie das kanadische Unternehmen Wayland, das sich in Kooperation mit Joint-Venture-Partnern beworben hat. Wayland möchte den deutschen Markt auch von der Importseite bedienen und hatte vergangenen Herbst angekündigt, neun Tonnen Medizinalhanf aus Kanada über drei Jahre hinweg nach Deutschland zu liefern.

Movassat: Deutsche Ernte steht in den Sternen

Movassat bezeichnet das deutsche Vergabeverfahren als eine „einzige Farce“. „Gegen das neue Ausschreibungsverfahren mit der ohnehin mickrigen Menge wurde nun auch noch wieder geklagt. Wann mit der ersten Ernte in Deutschland zu rechnen ist, steht in den Sternen“, kritisiert der Linken-Politiker. Die Bundesregierung müsse die Ausschreibungskriterien praxistauglicher gestalten. „Es braucht flexible Anbaumengen und Anbausorten. Dies würde sicherstellen, dass die Cannabissorten angebaut werden, welche die Patienten benötigen.“ 



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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2 Kommentare

Cannabianbau

von Bernd Küsgens am 07.02.2019 um 18:33 Uhr

Na Herr Spahn, mit einem Cannabisanbau lassen sich wohl keine Wählerstimmen generieren. Wann werden die unfähigen BfArM-Mitarbeiter entlassen, entschuldigung befördert.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Cannabianbau

von Gerhard Formetoknow am 07.02.2019 um 23:12 Uhr

Mit Cannabispolitik sollen keine Wählerstimmen zu machen sein?
Das zu glauben word ein folgeschwerer Fehler, wie sie noch feststellen werden.
Offizielle Zahlen behaupten, dass 4 Millionen Deutsche regelmäßig Cannabis zu sich nehmen, die Dunkelziffer kann auch gut und gerne doppelt so hoch sein.
Diese Menschen haben in den letzten 60 Jahren JEDES Argument widerlegt, wissenschaftlich - fundiert - ehrlich.
Das sind 3 Worte die konservative in Deutschland mal im Duden nachschlagen sollten.

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