„Nicht rauchen, mehr bewegen, …“

Shitstorm für Spahn wegen Tweet zur Krebs-Prävention

Stuttgart - 05.02.2019, 15:00 Uhr

 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht sich derzeit mit seinen Tweets zum Thema Krebs nicht viele Freunde. ( j / Foto: imago)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn macht sich derzeit mit seinen Tweets zum Thema Krebs nicht viele Freunde. ( j / Foto: imago)


Erst vergangene Woche bekam Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für seine Aussage, dass er Krebs „in zehn bis zwanzig Jahren“ für besiegbar halte, ordentlich Gegenwind. Mit einem Tweet zur Krebs-Prävention anlässlich des Weltkrebstages am gestrigen Montag sorgte er für einen regelrechten Shitstorm auf Twitter. Einen Tag später entschuldigt er sich.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar twitterte Bundesgesundheitsminister Spahn, dass jeder seinen persönlichen Kampf gegen Krebs noch heute beginnen könne. 

Das Echo auf diesen Tweet ist gewaltig – und sicher nicht so, wie sich Spahn das wohl vorgestellt hat. Bis zum Dienstagnachmitttag hatten bereits mehr als 1.500 Twitter-Nutzer auf die gut gemeinten Vorschläge reagiert – überwiegend negativ. So wirft eine Nutzerin Spahn vor, dass es insbesondere ein Schlag ins Gesicht von Kindern sei, die an Krebs erkrankten, obwohl sie nie geraucht hätten und gut ernährt worden seien, wenn er erkläre, Krebs sei nur eine Frage der gesundheitlichen Einstellung. Viele Tweets spiegelten persönliche Schicksale wider. Einige Beispiele: „Ich nehme an, meine Eltern haben mich einfach nicht genug eingecremt: Knochenkrebs mit drei Jahren, drei Jahre Chemo und Bestrahlung, Amputation mit sechs Jahren. Alles knorke, aber mit Sonnencreme wäre es vermutlich einfacher gewesen“, „Non-Hodgkin-Lymphom mit 33 – acht Runden Chemo und Stammzellentransplantation – nun seit zwölf Jahren gesund. Ich entschuldige mich in aller Form bei meinen Mitversicherten, dass ich nicht genügend Sport gemacht habe. Sorry Leute!“ oder „Ich hab noch nie geraucht, laufe jeden Tag mindestens eine Stunde, ernähre mich ausgewogen und trotzdem hab ich Leukämie. Irgendwas mach ich wohl falsch“.  In vielen Tweets wird Spahn zudem seine Sachkenntnis zu diesem Thema abgesprochen. Man könnte ja auch einfach mal was total Verrücktes tun und einen Gesundheitsminister ernennen, der erfolgreich Medizin studiert hat. Ich weiß, der Ansatz ist crazy, aber ...“, ist unter anderem zu lesen. 

Spahn entschuldigt sich

Am heutigen Dienstag rudert der Minister allerdings zurück und entschuldigt sich:

Nicht alle Twitter-User besänftigt das. Doch es gibt auch positives Feedback, zum Beispiel:


Dr. Beatrice Rall, Redakteurin DAZ
redaktion@deutsche-apotheker-zeitung.de


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5 Kommentare

Spahn Krebs

von Alexander Zeitler am 07.02.2019 um 3:56 Uhr

Bitte reden Sie nur von Dingen, die Sie verstehen.
Da stellt sich die Frage, wovon Sie überhaupt was verstehen

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Spahnische Worte

von Dr.Diefenbach am 06.02.2019 um 18:47 Uhr

...Es wird immer schlimmer mit der zynischen,lockeren Art des Herrn Spahn.Ob er irgendeine Form von Empathie entwickeln kann,darf hier bezweifelt werden.Sein Verhalten ist aber erklärlich.Herr Spahn lebt ja in einer digitalen Welt.Da sagt man alles ohne Emotion,weil eben das "gegenüber" jedenfalls nichts humanes beinhaltet.Nun trifft Herr S.auf Lebewesen!!!:Da vergisst er dass hier keine Maschinen vor ihm niederknien ,sondern dass er es mit MENSCHEN und eben auch deren Ängsten zu tun hat.Wie sollte so jemand auch nur in Ansätzen die Fähigkeit haben,ein Land zu lenken??Seine flockigen Aussagen ,wie man gegen Krebs Vorsorge treffen kann,sind halt doch auch sehr holzschnittartig.Er macht Menschen "Hoffnung",vergisst alles über Genese usw.Schade dass Frau Merkel auf ihn reingefallen ist.Seine Wolkenpolitik ist ja schon mehrfach negativ angekommen...Aber:Das EGO zählt....

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Spahn: Tweet zur Krebs-Prävention

von Klaus Debring am 06.02.2019 um 15:32 Uhr

Da verwechselt der Minister wohl Korrelation mit Kausalität. Wahrscheinlich versteht er unter Digitaliserung das Herumlindnern mit dem Smartphone.
Was für Qualitäten muss ein Minister heute eigentlich haben?

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Spahn nicht mögen

von Norbert Schmidt am 06.02.2019 um 12:38 Uhr

ist das Eine (ich zähle mich dazu), aber wo soll der Fehler in seiner Aussage liegen? Es geht um das persönliche Risiko und das hängt nun einmal nicht nur von der Genetik ab, sondern auch von der Lebensweise. Dass viele Krebskranke gesund gelebt haben, ändert ja für diejenigen, die eben nicht gesund leben, nichts an dieser Tatsache. Dass da gleich wieder eine Sau durchs Dorf getrieben wird, ist für unsere hypersensible Gesellschaft, in der sich immer jeder gleich von allem individuell angegriffen fühlt, mittlerweile typisch. Ohne die beiden Krankheiten vergleichen zu wollen (das muss man ja mittlerweile auch schon im Vorhinein sagen, um nicht missverstanden zu werden und den nächsten Shitstorm zu ernten, es handelt sich im Folgenden nur um eine Analogie der Situation, _nicht_ um einen Vergleich der Erkrankungen): Wenn Spahn geschrieben hätte: "Achten Sie bitte auf die folgenden Hygienehinweise, um Ihr Risiko zu senken, an einer Grippe zu erkranken", hätte sich da ernsthaft auch so ein Shitstorm entfaltet von Leuten, die trotz Hygienemaßnahmen daran erkrankt sind?

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Spahn

von Conny am 05.02.2019 um 19:25 Uhr

Jede Woche treibt Spahn eine andere Sau durchs Dorf. Er ist ein Schwätzer !

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