Warenwirtschaft

Securpharm: Neue Schnittstelle für Kommissionierer lässt auf sich warten 

Berlin - 24.01.2019, 18:10 Uhr

Auch Kommissionierer sollen für Securpharm fit gemacht werden – aber Pflicht ist das nicht, betonen Automatenhersteller und Softwareanbieter. (c / Foto: Mareen Fischinger / imago)

Auch Kommissionierer sollen für Securpharm fit gemacht werden – aber Pflicht ist das nicht, betonen Automatenhersteller und Softwareanbieter. (c / Foto: Mareen Fischinger / imago)


Erfolgreiche Tests, aber ...

Rowa erklärte, bereits seit einigen Jahren „zusammen mit den Warenwirtschaften“ an der Schnittstelle zu arbeiten und entsprechend vorbereitet zu sein. In Österreich und der Schweiz habe man sie schon vor über einem Jahr erfolgreich implementiert. Hierzulande laufen die ersten Tests der neuen Schnittstelle seit November. „Gemeinsam mit den Warenwirtschaften arbeiten wir derzeit mit Hochdruck daran, alle Apotheken umzustellen“, lässt Rowa wissen. Das Unternehmen betont zugleich, dass Apotheken theoretisch auch ohne die Schnittstelle nach dem 9. Februar arbeiten können. Es ist zwar ein Vorteil für die Apotheken, wenn gleich bei der Einlagerung alle Daten des 2-D-Codes eingelesen werden können – zur Erfüllung von Securpharm sei es aber nicht erforderlich. Wenn die Schnittstelle dann mal steht, so können sich Rowa-Kunden zumindest freuen, dass sich von dieser Stelle keine zusätzlichen Kosten erwarten.

Bei Apostore hieß es auf Nachfrage, hier seien die Automaten bereit für eine WWKS2-Umstellung. Man habe diese seit geraumer Zeit erfolgreich getestet und sei im Zeitplan. Die Schnittstelle werde rechtzeitig zur Verfügung stehen. Um die Vorteile von WWKS2 zu nutzen, müsse mit der betroffenen Warenwirtschaft ein gemeinsamer Umstelltermin verabredet werden. Dass es bei Softwarehäusern Probleme gebe, ist Apostore nicht bekannt. Der Automatenhersteller betont allerdings, dass die neue Schnittstelle ein Add-on zur bestehenden Automatensoftware und kostenpflichtig sei. „Die Installation kann in der Regel unkompliziert per Fernwartung vom Apostore-Service durchgeführt werden und ist im Preis enthalten.“ 

Und was sagen die Softwarehäuser?

Bei den Softwarehäusern klingt es wieder verhaltener – und auch sie verweisen alle darauf, dass die Schnittstelle keine Pflicht ist. So erklärt Pharmatechnik zwar, dass erste Tests laufen. Das Softwarehaus sagt aber auch: Zum Stichtag wird die neue Schnittstelle nicht bei allen Apotheken mit Kommissioniersystemen installiert sein. Denn hier sei eine enge Abstimmung zwischen den Anbietern der Warenwirtschaftssysteme und den Herstellern der Kommissioniersysteme nötig, zudem müssten Einsätze von Technikern vor Ort geplant werden. Doch das Unternehmen beruhigt: „Keine Apotheke muss aufgrund von Securpharm auf die neue WWKS2-Schnittstelle umstellen, somit ist die Installation der WWKS2-Schnittstelle bis zum 9. Februar in den Apotheken nicht zwingend“. Doch auch Pharmatechnik räumt ein, dass die Securpharm-Überprüfung schon im Wareneingang sinnvoll ist. Am 9. Februar werde dies allerdings noch keine große Relevanz haben – denn zu diesem Zeitpunkt sei die Zahl der verifizierungspflichtigen Packungen noch gering. „Die Apotheken können also mit ihren Partnern, den Softwarehäusern und den Automatenherstellern in Ruhe und geordnet die Systeme aktualisieren und sich entsprechend auf die automatisierte Überprüfung vorbereiten.“ Gefragt nach etwaigen Kosten heißt es bei Pharmatechnik: „Die Kosten einer Umstellung hängen von den individuellen Vertrags- und Systemkonstellationen ab.“

Ähnlich klang es bei anderen Softwarehäusern: Sie sehen die Vorteile, betonen aber, dass die Schnittstelle keine Pflicht sei. Lauer-Fischer kündigte gegenüber DAZ.online an, in der nächsten Woche ein Mailing an seine Kunden mit Kommissionierer zu verschicken, um ihnen eine WWKS2-Schnittstelle anzubieten. Die ersten Installationen sollen dann im Februar stattfinden. „Hierzu sind wir mit den großen, am deutschen Markt vertretenen Anbietern im Gespräch.“ 

Und ein Awinta-Sprecher erklärte: „Awinta wird für ihre Kunden alle gesetzlichen Anforderungen zur Umsetzung von Securpharm zum Stichtag erfüllen.“ Awinta prüfe gegenwärtig die Vorteile der Nutzung der Schnittstelle für Securpharm, „um weitere Mehrwerte für WWKS-2 zu entwickeln.“



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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