Reaktion auf Spahn-Plan

Wie finden SPD und Grüne das ABDA-Gegenpaket? 

18.01.2019, 16:00 Uhr

Die ABDA hat ihr eigenes Apothekenpaket verabschiedet. Doch über Apothekengesetze entscheidet das Parlament, betont die SPD. Die ABDA konzentriert sich auf die falschen Themen, finden die Grünen. (Foto: imago)

Die ABDA hat ihr eigenes Apothekenpaket verabschiedet. Doch über Apothekengesetze entscheidet das Parlament, betont die SPD. Die ABDA konzentriert sich auf die falschen Themen, finden die Grünen. (Foto: imago)


Grüne: Vergütungssystem ist das Problem, nicht Versandhandel

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, kritisiert das Vorgehen der ABDA. Dass sich nahezu die gesamte politische Debatte um den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln drehe, lenke von wichtigeren Themen ab. So entfielen auf den Rx-Versandhandel lediglich 1 bis 2 Prozent des Gesamtmarktes. 

„Ich werde nicht müde zu betonen, dass Probleme und Lösungen der Apotheken in ganz anderen Bereichen liegen. Es ist das starre und einheitliche Vergütungssystem, das dafür sorgt, dass bei kleinen Apotheken zu wenig Geld landet und Große im Geld schwimmen“, erklärte Schulz-Asche.

Schulz-Asche zitiert Honorargutachten

Die Grünen-Bundestagsageordnete bemängelte, dass bei der Debatte der heilberufliche Aspekt des Apothekers zu kurz komme. Als Beispiel nannte sie die fehlende Beteiligung am Medikationsplan. „Mit der gestrigen Entscheidung zeigt die ABDA, dass sie sich jedoch weiter vor allem mit Scheindebatten beschäftigen will. Das ist sehr bedauerlich, da somit notwendige Reformen weiter verschleppt werden." 

In dem Zusammenhang erwähnte Schulz-Asche auch das Honorargutachten: „Seit einem Jahr liegt ein Gutachten des BMWi vor, welches die Schließung von 7.600 weiteren Apotheken prognostiziert, sollte nicht politisch gegengesteuert werden.“

Das Gutachten ist bei Apothekern und Wirtschaftsexperten hochumstritten – die Grünen wünschen sich dagegen eine nähere Betrachtung. So hatte es das Gutachten auf Druck der Grünen-Bundestagsfraktion Ende des vergangenen Jahres auf die Agenda des Wirtschaftsausschusses des Bundestags geschafft. Eigentlich wollten die Grünen sogar im Gesundheitsausschuss sprechen, was jedoch abgelehnt wurde. 



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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3 Kommentare

Der „Sand im Getriebe“ hätte da auch noch „einige Siebe“ im Angebot ...

von Christian Timme am 18.01.2019 um 23:34 Uhr

Wenn die Uhren endlich „rückwärts laufen“ würden ... hätten wenigstens die Apotheker einen „kleinen Vorteil“ erreicht. Politik und Realität hat wohl mehr mit PR zu tun als mit Ergebnissen ...

» Auf diesen Kommentar antworten | 0 Antworten

Schulz-Asche

von Conny am 18.01.2019 um 16:31 Uhr

Gottseidank höre zu den Apotheken die im Geld schwimmen. Daher könnte ich Frau Schulz-Asche Almased zum Einkaufspreis verkaufen

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Schulz-Asche

von S. Ensinger am 18.01.2019 um 18:52 Uhr

Lagsam werden die dämlichen Kommentare von Conny alias ebert peinlich und lästig. Möge er/sie seine intelligenten und sprachlich ausgefeilten Ohne-Punkt-und-Komma-Statements doch bitte wo anderes zum Besten geben.

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