Umfrageergebnis

Stundenweise Vertretung durch PTA für viele vorstellbar

Stuttgart - 11.01.2019, 07:00 Uhr

Eine PTA für ein paar Stunden ohne Approbierten? Viele unserer Leser hätten mit einer derart eingeschränkten Vertretungsbefugnis kein Problem. (Foto: Schelbert)

Eine PTA für ein paar Stunden ohne Approbierten? Viele unserer Leser hätten mit einer derart eingeschränkten Vertretungsbefugnis kein Problem. (Foto: Schelbert)


Viele Apotheker trauen ihren PTA eine kurzzeitige Vertretung zu

Doch auch denen, die sich für Vertretungsbefugnisse ausgesprochen haben – 63 Prozent (knapp 2.300) der etwa 3.600 Teilnehmer – scheint es nicht um Vertretungen im großen Stil oder gar Leitungsaufgaben zu gehen. So ist, zumindest liest man das aus den Kommentaren, eher von kurzzeitig bis maximal „ein paar Stunden“ die Rede, zum Beispiel über die Mittagspause, „damit während der Urlaubszeit der Approbierte nicht durcharbeiten muss“. Oder man wünscht sich Rechtssicherheit, wenn der Chef sich morgens verspätet, weil er im Stau steht. Zahlreiche Apotheker scheinen das ihren erfahrenen PTA zuzutrauen und sehen darin eine Aufwertung der Tätigkeit. Einige PTA befürworten die Idee, weil es ihnen, die Möglichkeit zur Weiterentwicklung bietet und die Chance aufzusteigen, was scheinbar derzeit vermisst wird.

Darüber hinaus kamen viele Vorschläge, an welche Bedingungen eine Vertretungsbefugnis geknüpft werden könnte: ein Minimum an Berufserfahrung, telefonische Erreichbarkeit des Approbierten oder  eine spezielle Weiterbildung oder Zusatzqualifikation. Zudem wüssten Chefs, welchen PTA sie eine Vertretung zutrauen, zumal viele ohnehin schon jetzt völlig selbstständig arbeiteten, hieß es.

Keine Light-Apotheker oder Super-PTA

Einig scheint man sich, zumindest unter den Kommentatoren, in einem Punkt zu sein: Eine Super-PTA oder – betrachtet man es von der anderen Seite – einen Light-Apotheker, der – vor allem aus Kostengründen – einen Großteil der apothekerlichen Aufgaben übernehmen soll, will niemand.

Wo es mit dem PTA-Beruf hingeht, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer umfassenden Reform des PTA-Berufes. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte auf seinem Facebook-Kanal schon mehrfach angekündigt, dass er die Ausbildung der PTA reformieren will. Auch die Adexa fordert eine Erneuerung – sowohl organisatorisch als auch inhaltlich. Konkret will die Apothekengewerkschaft erreichen, dass die Fachschulausbildung von 24 auf 30 Monate verlängert wird, die ABDA lehnt dies allerdings ab. Schon bald will der Minister erste Vorschläge zur PTA-Ausbildung präsentieren – im Dezember erklärte er, dass die Ausbildungsreform noch in diesem Jahr in Kraft treten soll.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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Hoch soll sie leben!

4 Kommentare

>Cui bono

von Thomas Kerlag am 12.01.2019 um 11:10 Uhr

Immer wieder mal wird der Apothekerstand als Stolzer bezeichnet.
Also welcher Arzt, Rechtsanwalt etc. käme auf die Idee sich mit seinen Paras Konkurrenz zu schaffen.
Wenn halt großteils Apothekenleiter mitabstimmen, die auch PKA ohne Zusatzausbildung(warum wohl?) bedienen lassen, ist das Ergebnis nicht verwunderlich.

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Vertretungsbefugnus gür PTA

von Eva Moser am 11.01.2019 um 18:06 Uhr

Es wäre doch schon mal ein Anfang aus „ unter Aufsicht eines Apothekers“ ein „ unter Verantwortung „ zu machen, dann wäre es auch kein Problem, wenn eine (erfahrene) PTA mal „paar“ Minuten ohne Apotheker arbeitet.

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Schmidt und PTA

von Conny am 11.01.2019 um 9:14 Uhr

Können wir nicht einmal auch modern dastehen. Erst das Gruselbild von Herrn Schmidt in seiner Klitsche und jetzt die PTA vor einem Regal von 1720.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Schmidt und PTA

von Dirk Krüger am 11.01.2019 um 12:14 Uhr

Sehr berechtigter Hinweis !

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