Apothekerverband Nordrhein 

„Gleichpreisigkeit ist nicht verhandelbar!“

Stuttgart - 11.01.2019, 10:15 Uhr

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich auf dem Neujahrsempfang des Apothekerverbandes Köln am vergangenen Mittwoch klar für die Apotheke vor Ort positioniert. (Quelle: Stadt
Köln/ ©Martina Goyert)

Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich auf dem Neujahrsempfang des Apothekerverbandes Köln am vergangenen Mittwoch klar für die Apotheke vor Ort positioniert. (Quelle: Stadt Köln/ ©Martina Goyert)


Verabschiedung von einer zentralen heilberuflichen Säule mit unabsehbaren Folgen

Der Vorsitzende des Apothekerverbandes Köln und des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, ging in seiner Begrüßung auf dem Neujahrsempfang auf die Reformvorschläge zur Arzneimittelversorgung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein. 
Ausdrücklich positiv bewerte er zwar alle Maßnahmen im Eckpunktepapier Spahns, die die Verbesserung der pharmazeutischen Versorgungssituation der Patienten, die Stärkung der flächendeckenden Versorgung durch wohnortnahe Apotheken und die notwendige Weiterentwicklung der Honorierung zum Ziel haben.
Dagegen machte er aber deutlich, dass die Gleichpreisigkeit für verschreibungs-pflichtige Arzneimittel nicht verhandelbar sei: „Die vorgeschlagene Duldung von Bonuszahlungen an Versicherte durch ausländische Versender, wenn Kunden ihre verschreibungspflichtigen Arzneimittel dort bestellen, ist für uns in keiner Weise akzeptabel“, betonte Preis.

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Wer diesen Schritt gehe, verabschiede sich von einer zentralen heilberuflichen Säule der Freiberuflichkeit – mit unabsehbaren Folgen. Der einheitliche Abgabepreis habe bei Apothekern quasi die Funktion einer Honorarordnung, wie sie bei anderen Freiberuflern wie Ärzten, Juristen oder Steuerberatern gelte. Schon heute führten die unfairen Wettbewerbsbedingungen zum Vorteil ausländischer Versandhändler zu immer mehr Apothekenschließungen, so Preis.



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3 Kommentare

Konzepte...

von Klaus Mellis am 12.01.2019 um 18:16 Uhr

Minister Spahn hat auf dem Apothekertag 2018 eindeutig klar gemacht: er möchte in den nächsten Monaten eine offene Diskussion mit den Apothekern führen, um im festgefahrenen Rx-Versandverbot rasch eine Lösung zu finden. Er hat nicht gesagt, dass er das Rx-Versandverbot einführen, sondern dass er über dieses und Alternativen sprechen will - und dass er bei fehlender Alternativbereitschaft einen eigenen Vorschlag machen würde, der den Apothekern dann aber eventuell nicht gefallen könnte...

Frage: wo sind spothekereigene (Alternativ-) Vorschläge unserer Standesorganisation(en)?

Folge: ein eigener Vorschlag vom Gesundheitsminister liegt auf dem Tisch: konsequent - auch in der Wirkung:
er gefällt den Apothekern in einigen Punkten nicht...

Was irgendwie schon zu erwarten war, oder?

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Ärger mit Max Müller

von Dr. Radman am 11.01.2019 um 10:35 Uhr

Jeder versteht, dass Gleichpreisigkeit unverhandelbar ist. Hoffentlich auch die AB DA-Spitze.
Ich habe aber kaum Hoffnung, dass der Minister sein Plan B ohne Boni für DocMorris durchsetzen wird. Er bekommt sonst Ärger mit Max Müller, denke ich.

» Auf diesen Kommentar antworten | 1 Antwort

AW: Ärger mit Max Müller

von Anita Peter am 11.01.2019 um 10:52 Uhr

Zum Apotag sagt Spahn er habe kein Konzept und will offen mit uns diskutieren, ein paar Wochen Später stellt er sein Konzept nach der Art "friß oder stirb" vor. Es ist abzulehnen, ohne wenn und aber! Boni Verbot ins SGB, und endlich eine anständige (!) Honorarerhöhung.

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