Telemedizin

Fernarztportal DrEd plant Deutschland-Filiale

Berlin - 11.01.2019, 09:00 Uhr

Online-Praxen: Ohne Wartezimmer aber auch ohne Risiko? (Foto: M.Dörr & M.Frommherz / stock.adobe.com | Abbild DrEd)

Online-Praxen: Ohne Wartezimmer aber auch ohne Risiko? (Foto: M.Dörr & M.Frommherz / stock.adobe.com | Abbild DrEd)


Die Online-Praxis DrEd hat große Neujahrsvorsätze gefasst. Zum einen möchte sich das Fernarztportal in „Zava“ umbenennen, um die namentliche Verbindung zum „DrEd-Verbot“ zu lösen. Zum anderen will das derzeit aus London agierende Unternehmen einen neuen Standort in Deutschland eröffnen.

Für Fernarztportale wie „DrEd“, „Fernarzt“ oder „doktoronline“ entwickeln sich die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen äußert günstig. Denn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das sogenannte „DrEd“-Verbot aus dem Jahre 2016, demzufolge Fernbehandlungen ohne persönlichen Erstkontakt untersagt wurden, wieder kippen. Auch beim E-Rezept macht das Bundesgesundheitsministerium Druck.

Derzeit agieren die Online-Praxen aus dem Ausland. Der Namensgeber des DrEd-Verbots will nun in Deutschland eine Niederlassung eröffnen. Voraussichtlich „im ersten oder zweiten Quartal dieses Jahres“, erklärte Gründer und CEO David Meinertz gegenüber der Ärztezeitung. Und voraussichtlich in Baden-Württemberg oder Schleswig-Holstein, weil sich diese beiden Bundesländer zuerst für die erweiterte Fernbehandlung stark gemacht hätten.

Expansionspläne oder wegen Brexit?

Hintergrund sei es, mittelfristig auch Leistungen für GKV-Patienten zu erbringen zu wollen. Um mit den Krankenkassen und anderen Stakeholdern auf Augenhöhe zu verhandeln, müsse man vor Ort sein, so der Jurist.

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Könnte auch der nahende Brexit ein Grund für die Expansionspläne sein? Möglicherweise könnte aus der neuen Filiale sogar eine neue Zentrale werden. So erklärte der DrEd-Chef bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres gegenüber Krankenversicherung.net: „Im Moment können wir über die Folgen des Brexits auch nur spekulieren. Schottet sich aber das Land ab, müssten wir umdisponieren und wahrscheinlich in ein anderes europäisches Land umziehen. Dass das Fernbehandlungsverbot in Deutschland bald fallen könnte, macht Deutschland als möglichen Standort natürlich sehr attraktiv.“



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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