Apothekenpläne des BMG

Freie Apothekerschaft fragt nach Rücktritt der ABDA-Spitze

Berlin - 07.01.2019, 12:30 Uhr

Soll die ABDA-Spitze um DAV-Chef Fritz Becker (li.) und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (re.) aufgrund des Versandhandelskonfliktes zurücktreten? Das will der Verein Freie Apothekerschaft wissen. (s / Foto: Schelbert)

Soll die ABDA-Spitze um DAV-Chef Fritz Becker (li.) und ABDA-Präsident Friedemann Schmidt (re.) aufgrund des Versandhandelskonfliktes zurücktreten? Das will der Verein Freie Apothekerschaft wissen. (s / Foto: Schelbert)


Schmidt: Lage für personelle Konsequenzen nicht dramatisch genug

Die Ergebnisse sind zumindest bislang eindeutig. Laut dem Verein haben bis zum heutigen Montagmittag knapp 200 Nutzerinnen und Nutzer an der Umfrage teilgenommen. Knapp 93 Prozent fordern die ABDA auf, am Rx-Versandverbot festzuhalten. Noch etwas eindeutiger ist die Ablehnung gegenüber dem Spahn-Plan: Etwas mehr als 96 Prozent wollen das Paket nicht „annehmen“. Etwas zögerlicher ist die Bereitschaft, an einer Demonstration in Berlin teilzunehmen: Knapp zwei Drittel der Nutzer würden dies tun. Mehr als 20 Prozent sind sich in dieser Frage noch unsicher.

Die Unzufriedenheit der Umfrageteilnehmer bezieht sich aber nicht nur auf die Apotheken-Eckpunkte des BMG sondern auch auf die ABDA. Knapp drei Viertel aller Teilnehmer sprechen sich für einen Rücktritt des ABDA-Vorstandes aus. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hatte sich auf einer Pressekonferenz im Dezember übrigens selbst zum Thema personelle Konsequenzen geäußert. Nach der Vorstellung von Spahns Eckpunkten auf der ABDA-Mitgliederversammlung sagte Schmidt, dass er die Lage nicht als so „dramatisch“ einstufe, dass der „ABDA-Vorstand daran sein Schicksal binden“ müsse.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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2 Kommentare

Konsequenzen

von Hubert Kaps am 08.01.2019 um 9:02 Uhr

Lange Zeit war die ruhige und überlegte, tendenziell im Hintergrund ablaufende Amtsführung der ABDA Spitze durchaus geeignet, den Fortbestand der heilberuflichen, inhabergeführten Apotheke zu organisieren. Der "Wendepunkt" EuGH-Urteil hat die Lage allerdings fundamental geändert. Ein monatelanges Schweigegelübde, verbunden mit intensivsten Verhandlungen im Hintergrund haben einen Plan B hervorgebracht, der mir die Haare zu Berge stehen lässt. Ich meine, jeder muss sich in diesen Tagen hinterfragen, jeder muss überlegen, ob er an der richtigen Stelle sitzt, und die ABDA als Ganzes muss sich fragen, ob sie den Anforderungen gewachsen ist. Mir ist das alles viel zu leise, so funktioniert doch Politik in der Öffentlichkeit nicht.

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Selbstachtung

von Pro Versandverbot am 08.01.2019 um 8:26 Uhr

Fast überall in Europa gilt ein RX-Versandverbot, warum ist es bei uns so problematisch, sich der europäischen Mehrheit anzupassen? Der deutsche Apothekensektor mit seinem RX-Versandverbot erinnert mich an Viktor Orban beim Thema der Flüchtlingsverteilung, immer werden rote Linien gezogen anstatt sich dem europäischen Mehrheitsgefüge anzupassen. Der Apothekerschaft hilft hier niemand, wir müssen an diesem entscheidenden Punkt festhalten und notfalls eben dafür kämpfen und zwar nicht nur mit einem Plakat vor dem BMG...

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