Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Thomapyrin-Familie: Was wann für wen?

Stuttgart - 04.12.2018, 07:00 Uhr

Demnächst sind drei verschiedene Thomapyrinpräparate in den Apotheken verfügbar. (j/Foto: Sanofi; Montage DAZ.online)

Demnächst sind drei verschiedene Thomapyrinpräparate in den Apotheken verfügbar. (j/Foto: Sanofi; Montage DAZ.online)


Viel Überschneidung bei den Kontraindikationen

Kontraindikationen: Hier gibt es einige Überschneidungen. Wie bei jedem Arzneimittel wird die Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe angeführt, außerdem Überempfindlichkeitsreaktionen in der der Anamnese, die im Zusammenhang mit NSAR stehen. Magen-Darm-Ulzera sind eine Gegenanzeige. Bei Leber- und Nierenversagen sowie schwerer Herzinsuffizienz sollte die Anwendung auch unterbleiben. Auch das dritte Trimenon einer Schwangerschaft ist eine gemeinsame Kontraindikation aufgrund der enthaltenen NSAR.

Unterschiede sind wie schon erwähnt das Anwendungsalter. Die Ibukombi ist zudem bei schwerer Dehydratation, Blutbildungsstörungen unbekannter Ursache und zerebrovaskulären und andern aktiven Blutungen kontraindiziert sowie nicht nur bei aktuellen peptischen Ulzera, sondern auch bei in der Vergangenheit aufgetretenen. Intensiv und Classic dürfen bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung (z.B. Hämophilie) nicht genommen werden sowie bei gleichzeitiger Behandlung mit 15 mg oder mehr Methotrexat in der Woche. Salicylate hemmen nämlich dosisabhängig die renale Elimination von Methotrexat durch Hemmung des Anionentransporters HOAT3 und verstärken somit deren Wirkung. Toxische Wirkungen von MTX wie z.B. Schleimhautentzündungen (Stomatitis, Ösophagitis u.a.), Knochenmarksdepression, Nephro - oder Hepatotoxizität können vermehrt auftreten.

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Und in der Schwangerschaft?

Schwangerschaft: Bei allen Thomaypyrin-Varianten besteht eine Kontraindikation im dritten Trimenon, weil NSAR wie Ibuprofen und ASS die Prostglandinbiosynthese hemmen. Die Hemmung der Prostaglandinbildung kann etwa ab Schwangerschaftswoche 28 zu einer Verengung beziehungsweise einem verfrühten Verschluss des Ductus arteriosus Botalli führen.

Bei Intensiv und Classic findet sich zudem der Hinweis, dass es keine oder nur begrenzte Daten zur Anwendung des Kombinationsarzneimittels  gibt, sondern nur welche zu den Einzelwirkstoffen. Die Anwendung von Kombipräparaten wird in der Schwangerschaft grundsätzlich eher nicht empfohlen, ist aber im ersten und zweiten Trimenon bei zwingender Indikation möglich.  

Bei Tension Duo heißt es, dass die Einnahme von Ibuprofen in den ersten beiden Drittel der Schwangerschaft möglich ist, aber ebenfalls nur bei zwingender Indikation. Zudem gebe es Hinweise, dass die längere Einnahme hoher Coffeindosen zu Spontanaborten und Frühgeburten führt. In therapeutisch relevanten Dosen scheint aber laut Thomapyrin® Intensiv und Classic kein erhöhtes Risiko in Bezug auf den Verlauf der Schwangerschaft und das ungeborene Kind zu bestehen.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ.online
jborsch@daz.online


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