DAZ-Adventsrätsel – Tag 2

Was „glüht“ denn da? 

Stuttgart - 02.12.2018, 01:00 Uhr

Glühwürmchen
verdanken ihren irreführenden Namen dem wurmähnlichen Aussehen der leuchtenden weiblichen
Käfer. (Foto: Cathy Keifer / stock.adobe.com)

Glühwürmchen verdanken ihren irreführenden Namen dem wurmähnlichen Aussehen der leuchtenden weiblichen Käfer. (Foto: Cathy Keifer / stock.adobe.com)


Mehr Licht und Wärme, das wünschen sich viele in dieser kalten und dunklen Jahreszeit. Doch wer mit dem Gedanken spielt, mit ein paar Glühwürmchen als Haustieren die Heizkosten zu senken, wird enttäuscht. Die kleinen Würmer, die eigentlich Käfer sind und zur Familie der Lampyridae gehören, bringen zwar Licht ins Dunkel, wärmen aber nicht. Wie die „glühenden“ Käfer ihr kaltes Licht erzeugen, erfahren Sie hinter Türchen Nummer zwei des DAZ-Adeventskalenders.

Mehr als 2000 Arten von Leuchtkäfern gibt es weltweit. Bei uns sind der Kleine Leuchtkäfer (Lamprohiza splendidula), der Große Leuchtkäfer (Lampyris noctiluca) und der Kurzflügel-Leuchtkäfer (Phosphaenus hemipterus) heimisch. Sie erfreuen uns in lauen Sommernächten mit ihrem grünlichen Licht. Das Leuchtspektakel erreicht in der Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni seinen Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Insekten besonders aktiv, denn es ist Paarungszeit. Und das ist auch der Grund, wieso Glühwürmchen überhaupt leuchten. So finden die geschlechtsreifen Tiere besser zueinander.

Dazu verfügen die biolumineszenten Insekten über einen ausgeklügelten Mechanismus: In den Leuchtorganen am Hinterleib produzieren sie ein Benzothiazol, das als Luciferin bezeichnet wird. Im elektronisch angeregten Zustand emittiert dieses Molekül Licht. Dazu muss Luciferin aber zunächst durch oxidative Decarboxylierung zu Oxyluciferin umgewandelt werden. Dies geschieht durch den „Lichtbringer“-Stoff Luciferase, dessen Name sich vom lateinischen „lux“ (Licht) und „ferre“ (tragen, bringen) ableitet, mithilfe der Kofaktoren ATP und Magnesium. Fällt das angeregte Oxyluciferin wieder zurück in den Grundzustand, wird ein Photon freigesetzt und Licht in einem Wellenlängenbereich zwischen 530 nm und 635 nm emittiert, das je nach Art grünlich, gelblich oder rötlich leuchtet.

Die Käferchen leuchten umso stärker, je höher die Quantenausbeute Q ist. Würde jedes umgesetzte Molekül Luciferin einen Lichtquant emittieren, entspräche das einer Quantenausbeute von 1. So eine hohe Leuchtkraft erreichen die kleinen Insekten allerdings nicht. Als maximaler Wert wurde bei Glühwürmchen eine Quantenausbeute von 0,41 gemessen.

Welcher Vertreter der großen Glühwürmchen-Familie leuchtet am stärksten?

Der Vertreter der großen Glühwürmchen-Familie, der am stärksten leuchtet, ist Photinus pyralis – die meistverbreitete Leuchtkäferart in Nordamerika.

Gewonnen hat Karina Lohrmann aus Ostfildern.


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