DAZ-Adventsrätsel – Tag 1

Lizenz zum Löschen 

Stuttgart - 01.12.2018, 01:00 Uhr

In der Weihnachtszeit schreiben die Menschen oft wieder mit Tinte, die dabei
der Stoff ist, aus dem die Träume sind – oder wenigstens mit dessen Hilfe sie
festgehalten werden können. (Foto: BillionPhotos.com / stock.adobe.com)

In der Weihnachtszeit schreiben die Menschen oft wieder mit Tinte, die dabei der Stoff ist, aus dem die Träume sind – oder wenigstens mit dessen Hilfe sie festgehalten werden können. (Foto: BillionPhotos.com / stock.adobe.com)


Tintenkiller macht planare Moleküle pyramidenförmig

Benutzt man einen Tintenkiller, der im Wesentlichen aus einem Reduktionsmittel wie beispielsweise Natriumsulfit besteht, verändern sich die Farbstoffmoleküle in der Tinte auf dem Papier. Ein negativ geladenes Teilchen (z.B. das Hydrogensulfit-Ion) greift als Nukleophil am zentralen Kohlenstoffatom an und wird gebunden. Dadurch verändert sich die ganze Geometrie, und das ehemals planare Molekül wird pyramidenförmig. Die Elektronen können sich dann nicht mehr frei über das gesamte Molekül verteilen. Sichtbares Licht tritt nicht mehr in Wechselwirkung mit den Elektronen und wird vollständig reflektiert. Wir sehen statt blauer Tinte nur noch weißes Papier. 

Gelöschtes wieder sichtbar machen

Neben dem Löschen mit Sulfiten, wie Natriumsulfit, Natriumhydrogensulfit oder Kaliumsulfit, existiert die Methode mit Carbonaten (Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat), die etwas weniger effektiv ist, oder die Verwendung von Thiosulfaten und Dithioniten. 

Übrigens wird die Tinte beim Löschvorgang nicht zerstört, sondern tatsächlich nur unsichtbar gemacht. Eine Rückumwandlung ist also prinzipiell möglich. Dazu können Aldehyde oder der Dampf von etwa 36%iger Salzsäure genutzt werden. Auch eine Alternative mit Essigdampf wird beschrieben. Ohne chemische Einwirkung können Heißluft oder einfach die Zeit dafür sorgen, dass Tinte (z. B. in alten Schulheften) teilweise wieder sichtbar wird. 

Schon Cicero berichtete von einem Tintenrezept, das sich sogar zum Färben von Lebensmitteln eignet und erst im 18. Jahrhundert zum Schreiben verwendet wurde. 

Wie lautet der Gattungsname dieses braunschwarzen Farbstoffes?

Der Gattungsname des gesuchten braunschwarzen Farbstoffes lautet Sepia.

Gewonnen hat Melanie Bengel aus Nennslingen.



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