Cannabis-Versorgung im GSAV

Apothekenaufschlag und Genehmigung: Was soll sich beim Medizinalhanf ändern?

Berlin - 19.11.2018, 15:00 Uhr


FDP-Politiker lernt Cannabis-Analytik in der Apotheke

FDP-Gesundheitspolitiker Dr. Wieland Schinnenburg lässt sich in der Berliner Witzleben-Apotheke von Apothekerin Patricia Christl zeigen, wie Cannabis untersucht wird. (Foro: DAZ.online)

Auch der FDP-Gesundheitsexperte Schinnenburg hat sich mit der Situation der Apotheken befasst. Auf der Konferenz berichtete er von seinem Besuch in der Witzleben-Apotheke in Berlin, die sich unter anderem auf die Versorgung von Cannabispatienten spezialisiert hat und einen Ratgeber für Ärzte entwickelt hat. Der FDP-Abgeordnete ließ sich dabei auch die Cannabis-Analytik im Labor zeigen. „Ich bedanke mich bei Frau Neuhaus, Frau Goerke und Frau Christl für die ausführlichen Informationen, aus denen ich wertvolle Erkenntnisse gewinnen konnte. Ich bin beeindruckt von der Sorgfalt und Qualität, mit der hier gearbeitet wird. 

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Es ist bedauerlich, dass die hohen bürokratischen Hürden und der Arbeitsaufwand, die Cannabistherapie unnötig behindern“, hatte Schinnenburg im Nachgang seines Apothekenbesuchs gegenüber DAZ.online erklärt.

BfArM: „Deutscher Anbau planmäßig"

Und was ist mit der dritten Baustelle – der angespannten Liefersituation bei den Cannabisblüten? Im Juli startete das BfArM einen zweiten Versuch zum Ausschreibungsverfahren für den deutschen Anbau, der 2020 beginnen soll. Brauen sich auch hier Verzögerungen zusammen? Auffällig ist, dass sich die Abgabefrist für Bieter, die ursprünglich für den 20. Oktober vorgesehen war, stückchenweise nach hinten verschiebt. Seit dem vergangenen Freitag gilt für Bewerber der 11. Dezember. Noch ist die Behörde optimistisch. Das BfArM geht derzeit davon, dass das Timing die Vergabe des Zuschlags und den Beginn des Anbaus 2020 planmäßig eingehalten werden kann, erklärt ein Sprecher gegenüber DAZ.online. 



Dr. Bettina Jung, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online
redaktion@daz.online


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4 Kommentare

Genehmigungsverfahren

von Jan Elsner am 20.11.2018 um 17:30 Uhr

Grober fehler im Artikel
"Wechselt der Arzt die Blütensorte oder zwischen einzelnen Cannabisextrakten, soll nun keine neue Genehmigung durch die Krankenkasse mehr erforderlich sein."

Diese Passage ist so nicht richtig - aus den begründungen des Gesetzesentwurd und mitlerweile auch aus Rteilen geht hervor das die Sortenwahl immer Sache des Arztes ist. Die Krankenkassen dürfen hier nach der genehmigten erstverornung nicht eingreifen und es muss auch heute nicht neu genehmigt werden wenn die Sorte gewechelt wird.

Außer in einigen wenigen Fällen haben die Kassen dieses Vorgehen / Verhalten meistens außergerichtlich bei genügend Druck seitens der Patientschaft beigelegt.

Die Vorstellungen des Gesetzgebers waren hier rcht eindeutig und führten zu änderungen im Gesetzesentwurf, einen Tag vor Verabschidung im Gesetz!

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Blockade im Standeshirn

von norbert brand am 20.11.2018 um 8:26 Uhr

vollkommen richtig, Kollege Müller. Solange unsere Standesvertretung zzgl DAZ/ PZ die Identitätsprüfung eines Ausgangsstoffes, selbst wenn dieser GMP-gerecht hergestellt, geprüft und zertifiziert ist, weiter für notwendig erachten, werden sie sich irgendwann mal als Totengräber der Rezeptur benennen lassen müssen.

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Das bringt alles nichts...

von S. Hubert am 20.11.2018 um 8:25 Uhr

Solang die Ärzte sich nicht trauen es zu verschreiben (wegen dem Red Tape).
Und die Krankenkassen nicht bereit sind es zu bezahlen.

Eine Breitflächige Legalisierung ist überfällig.
Wenn es die Regierung und die Kassen es nicht vernünftig hinbekommen das alle die es brauchen vernünftig versogt werden, dann kann ich jedem Bürger nur nahelegen in den Grünen Wiederstand zu gehen und selbst anzubauen.

Ein Bestandteil der Natur kann nicht illegal sein.
Und man klebt auch keine Patente drauf.

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Wir Doofis

von Wolfgang Müller am 19.11.2018 um 20:11 Uhr

Das bisher schon absurde Cannabis-Defizit kleinerer Flächendeckungs-Apotheken wird nun also nochmal erhöht. "Doch in Spahns Gesetzesentwurf ist keine Erleichterung für die Apotheke vorgesehen," muffelt die DAZ.

Ja woher denn, wenn "Die ABDA" und "Der DAV", ja auch "Die DAZ" diese Erleichterung in Form der Abschaffung der völlig sinnfreien "Identitäts-Prüfung" SELBER gar nicht fordern?

"Es ist bedauerlich, dass die hohen bürokratischen Hürden und der Arbeitsaufwand, die Cannabistherapie unnötig behindern." Das sagt ein FDP-Abgeordneter, nicht etwa ein ABDA- oder DAV-Vorstand.

Die sitzen da in der Politiker-Runde bestimmt gerade zusammen, nach dieser Cannabis-Preissenkung von Jens Spahn, und warten feixend auf die entsprechende, zwingende, aber bei "Uns" natürlich ausbleibende Reaktion. Und werden Alle irgendwann mal sagen: "Die sind einfach soooo doof, jetzt lass uns die endlich mal wirklich abschaffen."

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