Erste gemeinsame Fortbildung ADKA und AdkÄ

„Ich hätte mir sehr häufig einen Krankenhausapotheker auf Station gewünscht"

Hamburg - 14.11.2018, 07:00 Uhr

Im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf fand die erste gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Apotheker der AkdÄ und der ADKA statt. (s / Foto: imago)

Im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf fand die erste gemeinsame Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Apotheker der AkdÄ und der ADKA statt. (s / Foto: imago)


Qualität und Sicherheit dürfen Geld kosten

Dass es eine mehr als aktuelle und sinnvolle Veranstaltung ist, unterstreicht die politische und berufspolitische Präsenz mit Thomas Müller, Abteilungsleiter Arzneimittel im Bundesgesundheitsministerium, und der Kammerpräsidentin Magdalene Linz aus Niedersachsen. Niedersachsen ist trendsetzend, wenn es um klinisch tätige Apotheker auf Station geht. So sieht das niedersächsische novellierte Krankenhausgesetz vom 24. Oktober 2018 unter anderem den verpflichtenden Einsatz von Stationsapothekern vor. DKA-Präsident Dörje spricht Niedersachsen hierfür ein großes Kompliment aus, zu dem mutigen Schritt hin zu mehr Patientensicherheit und mehr Arzneimittelsicherheit. „Wir wissen: Leider muss es im Leben Katastrophen geben, damit man über ein Mehr an Patientensicherheit nachdenkt.“

Auch Kammerpräsidentin Magdalene Linz sagt: „Es ist erschreckend, dass es eines Niels Högel bedurfte, um eine gesetzliche Regelung hinzubekommen, dass Stationsapotheker sinnvoll und notwendig sind, und zwar nicht fakultativ, sondern gesetzlich vorgeschrieben.“

Stationsapotheker ist eine „ausgesprochen attraktive Tätigkeit“

Nach Einschätzung von Linz zeigt sich bereits sehr deutlich, welche Möglichkeiten die Apotheker als Stationsapotheker im Krankenhaus haben, um dort wirklich Patientensicherheit und eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit zu bewirken. „Ich kann nur sagen, die Argumente, mit denen wir uns auf niedersächsischer Ebene mit der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft auseinandersetzen mussten, sind durch eine gute fachliche Argumentation aus dem Feld geschlagen worden“, wie zum Beispiel, dass es nicht genügend Apotheker für diese Tätigkeit gebe. Letztenendes habe es doch „eine einstimmige Verabschiedung dieses Gesetzes gegeben".

Die Sorge um zu wenige bereitwillige Apotheker für die Stationsarbeit teilt Linz nicht. „Die Kollegen aus dem öffentlichen Bereich haben jetzt eher große Angst, dass gerade junge Apotheker ins Krankenhaus gehen werden, weil das eine ausgesprochen attraktive Tätigkeit ist."

Auch ein weiterer Punkt ist Linz ein Anliegen. Es geht ums Geld und die stets geforderte „Refinanzierung“ von Stationsapothekern. Dies sei auch eine Argumentation in der niedersächsischen Anhörung gewesen. Doch die noch amtierende Kammerpräsidentin konstatiert: „Qualität und Sicherheit dürfen gegebenenfalls auch Geld kosten, es kann nicht sein, dass verlangt wird, dass sich zwingend alles selbst refinanzieren muss. Das kann nicht sein, wenn man Patientensicherheit und Arzneimitteltherapiesicherheit will.“



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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