Spahn Entfacht Diskussion

Gesund leben-Apotheker wollen impfen

Berlin - 17.10.2018, 15:45 Uhr


                                
                                        


                                        In anderen Ländern sind Impfungen in der Apotheke längst etabliert - in Deutschland startet nun die Diskussion. ( r / Foto: tuiphotoengineer/ stock.adobe.com)

In anderen Ländern sind Impfungen in der Apotheke längst etabliert - in Deutschland startet nun die Diskussion. ( r / Foto: tuiphotoengineer/ stock.adobe.com)


In andern Ländern funktioniert das auch!

Der gesund leben-Beiratsvorsitzende und Inhaber der SaXonia Apotheke-Internationale Apotheke in Dresden, Christian Flössner, sagte: „Gerade jetzt zur Grippezeit könne die Kompetenz der Apotheker genutzt werden, um die Durchimpfungsrate zu erhöhen”. Der von Teilen der Ärzteschaft vorgebrachten Kritik, dass Impfungen nur durch Ärzte durchgeführt werden könnten und eine Ausführung dieser Leistung durch Nicht-Ärzte eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung zur Folge hätte, widerspricht Flössner ausdrücklich: „In vielen Ländern dieser Welt wird seit Jahren in Apotheken geimpft, ohne dass dadurch die medizinische Versorgung der Patienten schlechter geworden ist“. Vielmehr werde der Zugang für Patienten zu Impfungen verbessert. „Gerade das zusätzliche Angebot, sich in der Vor-Ort-Apotheke impfen lassen zu können, wird sich positiv auf die Durchimpfung der Bevölkerung auswirken. Apotheker sollten Mut und pharmazeutisches Selbstvertrauen haben”, meint der Pharmazeut. 

Auch das Argument, die zusätzliche Leistung in der Apotheke könne die Forderung der Ärzte nach einem Dispensierrecht auf den Plan rufen, weist Flössner zurück: „Das Vier-Augen-Prinzip von Arzt und Apotheker bei der Arzneimittelverordnung und -abgabe hat sich in den letzten Jahrhunderten bewährt und steht nicht zur Disposition“.

Impfen in der Apotheke ist derzeit unter anderem in Australien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Kanada, Neuseeland, Portugal und der Schweiz üblich.



Kirsten Sucker-Sket (ks), Redakteurin Hauptstadtbüro
ksucker@daz.online


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