Dreharbeiten mit Bastian Pastewka

Apotheke dient als Kulisse für ZDF-Komödie

Berlin - 16.10.2018, 10:15 Uhr

Die Stolberger Hirsch Apotheke war einen Tag lang Mittelpunkt in einem Filmdreh für eine ZDF-Komödie. ( r / Foto: Christian Reckziegel)

Die Stolberger Hirsch Apotheke war einen Tag lang Mittelpunkt in einem Filmdreh für eine ZDF-Komödie. ( r / Foto: Christian Reckziegel)


Einmal Dreharbeiten hautnah miterleben – für das Team der Stolberger Hirsch-Apotheke wurde dieser Traum vergangene Woche Wirklichkeit. Einen Tag lang stand die Apotheke als Kulisse im Mittelpunkt der Verfilmung einer neuen ZDF-Komödie mit Bastian Pastewka. Apothekenleiter Christian Reckziegel berichtet DAZ.online von einem spannenden Drehtag.

Für Christian Reckziegel, Leiter der Hirsch-Apotheke aus Stolberg im Harz, gab es von Anfang an keinen Zweifel: „Das bekommen wir hin.“ Er habe nicht gezögert, als ihn im Sommer die Ziegler-Film GmbH anrief und ihn bat, die Apotheke als Kulisse für eine Komödie für das ZDF nutzen zu können. Und so kam es dann auch: Für einen Tag stand die Apotheke im Mittelpunkt der Dreharbeiten. Doch wie verlief dieser ungewöhnliche Tag? Welche Vorbereitungen waren notwendig? Und wie reagierten die Kunden der Apotheke? DAZ.online hat nachgefragt.

Road-Movie mit Bastian Pastewka

Die neue Komödie des ZDF wird zurzeit mit Bastian Pastewka – Schauspieler, Komiker, Drehbuchautor, Synchronsprecher und Hörbuchinterpret – Fabian Busch und Hans Löw  in den Hauptrollen gedreht. Titel der Ziegler-Film-Produktion ist  „Der Sommer nach dem Abitur“.  Auf seiner Homepage macht Pastewka schon mal Werbung und posiert mit seinen Filmkollegen Busch und Löw stilecht auf der Motorhaube eines gelben Golfs, der für ihn nach „Kindheit riecht“. „Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen...“ sei zudem das Motto des bewegten Road-Movies.

Der Plot ist leicht umrissen: Drei Schulfreunde begeben sich auf eine nostalgische Reise. Im Sommer nach dem Abitur hatten sie die Tournee ihrer Lieblingsband verpasst und wollen sich nun – mit 20 Jahren Verspätung – den Jugendtraum erfüllen. Schon klar: Das geht nicht ohne Schwierigkeiten und Verwicklungen ab, die auch die Freundschaft der Drei immer wieder auf die Probe stellen. Eine dieser Verwicklungen führt schließlich in die Hirsch-Apotheke im idyllischen Harzstädtchen Stolberg. Schuld daran: Pastewka verliert gleich zu Beginn seinen Koffer – und benötigt nun dringend ein Medikament.

Bastian Pastewka bittet um Medikament: Szene aus neuer ZDF-Komödie. (Foto: Christian Reckziegel)

Apotheke als Kulisse – Betrieb musste weitergehen

Apothekenleiter Christian Reckziegel berichtet von der Anfrage der Filmproduktionsfirma, die ihn im Sommer dieses Jahres überrascht hatte. Er habe nicht wirklich gezögert. Allerdings sei ihm gleich in den Kopf geschossen: „Wir müssen halt schauen, wie wir den Betrieb aufrechterhalten.“ Das habe er auch der Produktionsfirma mitgeteilt, denn schließen wollte er die Apotheke nicht. Eine Aufwandsentschädigung habe es natürlich gegeben, genauso wie einen Vertrag, in dem alles genau geregelt worden sei. Glücklicherweise seien während der Dreharbeiten Schulferien gewesen und zudem die in der Nähe gelegene Arztpraxis wegen Urlaubs geschlossen. „Da habe ich schon mit weniger Kunden gerechnet“, so Reckziegel zu seiner Entscheidung. 

Die Kunden seien entweder über einen Seiteneingang bedient worden – oder während der Drehpausen auch ganz normal in der Offizin. Das habe aber auch zu lustigen Begebenheiten geführt, da einige Kunden die Schauspielerin, die im Film die Apothekerin gespielt habe, für eine echte Apothekerin hielten und sie um Rat fragten. Diese habe dann auch schon mal für einen kurzen Moment ihre Rolle weitergespielt, schmunzelt Reckziegel. „Es haben alle locker genommen. Und die Schauspielerin hat die Verwechslung auch schnell aufgeklärt.“ Insgesamt seien die Kunden sehr verständig gewesen und haben sich für das Filmteam und die Dreharbeiten interessiert.

Vorbereitungen – Schleichwerbung musste vermieden werden

Auch einige Vorbereitungen mussten getroffen werden. Doch diese seien nicht sehr aufwendig gewesen, versichert der Apothekenleiter. Einen Tag vor den eigentlichen Dreharbeiten seien mehrere Leute vom Filmteam gekommen und hätten geholfen, die Apotheke fit für die Aufnahmen zu machen. Es seien zwar keine echten Umbauten notwendig gewesen, allerdings sei es sehr wichtig gewesen, Schleichwerbung zu verhindern. In einer Apotheke kämen einige Dinge in Frage, erläutert Reckziegel. „Wir haben einfach prägnante Aufsteller weggeräumt. Außerdem hatte das Team Aufkleber dabei, mit denen Marken-Label abgeklebt werden konnten.“

Dreharbeiten – spannend und zeitaufwendig

Ganz begeistert berichtet Christian Reckziegel von den Ereignissen am Drehtag selbst: „Das Team von 10 bis 12 Leuten kam schon kurz nach sieben Uhr. Nach zehn Uhr gingen dann aber erst die Dreharbeiten in der Apotheke los. Es war ein einziges Kommen und Gehen“, berichtet der Stolberger Apotheker. Zunächst habe das Team die Außenaufnahmen in Angriff genommen. „Stolberg ist ja ein Fachwerkstädtchen. Auch unsere Apotheke befindet sich in einem 400 Jahre alten Fachwerkhaus. In Stolberg wurde wegen der Atmosphäre schon öfter gedreht“, so Reckziegel. Auch in diesem Fall sei es wohl die malerische Fachwerkoptik der Apothekenfassade gewesen, die das Filmteam angesprochen habe. Die Offizin selbst sei allerdings ganz normal und nicht antik, räumt er ein.

Nach Beendigung der Außendreharbeiten wurde es dann spannend: „Ich fand es gleich interessant. Ich habe es mir von den Dreharbeiten her auch nicht so aufwendig vorgestellt“, resümiert der Apotheker. Zunächst sei die Kamera aufgebaut und die Licht- und Tonproben durchgeführt worden. Die einzelnen Szenen habe das Team mehrmals drehen müssen – auch aus verschiedenen Kameraperspektiven. „Es hat mich beeindruckt, wie die Schauspieler immer wieder mit der gleichen Mimik spielen mussten, wenn eine Szene mit einer anderen Kameraperspektive wiederholt wurde“, so Reckziegel überrascht. Es war für das ganze Team der Hirsch-Apotheke eine spannende Erfahrung: „Wir konnten ihnen gut über die Schulter schauen, durften aber natürlich nicht im Weg rumstehen.“

(Foto: Christian Reckziegel)

Lockere Atmosphäre während der Dreharbeiten

Insbesondere die Technik-Leute des Filmteams fielen Christian Reckziegel durch ihre lockere und sehr umgängliche Art auf. Auch wenn alle auf die Arbeit konzentriert gewesen wären, hätte eine angenehme und lockere Atmosphäre vorgeherrscht. „Die waren alle gleich per Du mit einem“, begeistert sich Reckziegel. Auch zu den Schauspielern habe es die eine oder andere Kontaktmöglichkeit gegeben. Während der Drehpausen seien die Schauspieler wegen des schönen Wetters allerdings überwiegend draußen gewesen, um sich etwas erholen zu können.

Ganz schön eng, während der Dreharbeiten: Filmcrew macht das Beste daraus. (Foto: Christian Reckziegel)

Der Technik habe er das Beratungszimmer der Apotheke zur Verfügung gestellt – was diese auch gern angenommen hätten. Überhaupt habe das Team viel Platz sowohl in als auch außerhalb der Apotheke benötigt. „Bereut habe ich meine Entscheidung auf keinen Fall“, bekräftigt Christian Reckziegel seinen Entschluss. Am Ende habe er sogar noch die Möglichkeit für ein kurzes persönliches Gespräch mit Bastian Pastewka gehabt, der sich mit Handschlag bei ihm für die Zurverfügungstellung der Apothekenräumlichkeiten bedankt habe, freut sich der Stolberger Apotheker.



Inken Rutz, Apothekerin, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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