Neue Noweda/Burda-Kundenzeitschrift

„Wir wollen uns mit dem Zukunftspakt nicht die Taschen voll machen“

Stuttgart/Berlin - 25.09.2018, 07:00 Uhr

Mit der Kundenzeitschrift Mylife wollen der Burda-Verlag und die Noweda für die Apotheke vor Ort kämpfen. ( j / Foto: DAZ.online)

Mit der Kundenzeitschrift Mylife wollen der Burda-Verlag und die Noweda für die Apotheke vor Ort kämpfen. ( j / Foto: DAZ.online)


„Wir möchten nicht aggressiv um Nicht-Kunden werben“

DAZ.online: Wissen Sie denn schon, was der Apotheker für den Erwerb der neuen Kundenzeitschrift ausgeben muss?

Kuck: Wie schon beschrieben, geht es uns auch beim Preis nicht um ein Baukastenprinzip. Es wird einen Grundpreis für die Teilnahme am „Zukunftspakt“ geben. Wie hoch der endgültige Preis  sein wird, kann ich Ihnen heute noch nicht sagen. Für uns steht jedenfalls fest: Wir werden uns mit diesem Projekt nicht die Taschen voll machen. Im Vordergrund steht die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken. Der Preis wird daher definitiv kein Grund sein, warum ein Apotheker nicht am Zukunftspakt teilnehmen kann.

DAZ.online: Die Ansage, dass Sie auch Nicht-Noweda-Kunden gewinnen möchten, ist eine große Herausforderung. Wie wollen Sie einen überzeugten Gehe-Apotheker dazu bringen, am „Zukunftspakt“ teilzunehmen? Wird es einen neuen Außendienst dafür geben?

Kuck: In keinem Fall wollen wir aggressiv um die Nicht-Kunden-Beteiligung werben. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass wir auch die Nicht-Kunden schon bald einfach anschreiben, um sie auf die Vorteile des „Zukunftspaktes“ hinzuweisen. Dabei möchte ich festhalten, dass die Teilnahme in keinem Fall auch bedeuten muss, dass der Apotheker zum Noweda-Kunden wird. Es ist völlig legitim, wenn der Apotheker an unserem Bestellportal teilnimmt, die bestellenden Kunden dann aber mit Ware beliefert, die er wiederum bei unseren Wettbewerbern bezieht.

Ist der Zukunftspakt nur eine große Marketing-Aktion?

DAZ.online: Denn genau das wird ja von einigen Kritikern auch hinterfragt: Ist der „Zukunftspakt“ eine einzig große Marketing-Aktion, um neue Mitglieder in die Genossenschaft zu holen?

Kuck: Im Gegensatz zu anderen Großhändlern ist die Noweda eine Genossenschaft in Apothekerhand. Es ist also  letztlich unsere  Pflicht, dass wir uns für die Interessen der Apotheke vor Ort einsetzen. Dass wir für den Erhalt des Apothekensystems kämpfen, ist in den Genen der Noweda angelegt. Wenn Apotheker Gefallen an unseren Bemühungen finden und deswegen zur Noweda wechseln, werden wir sie nicht daran hindern. Es interessiert es mich wenig, ob Kritiker in unseren Aktionen zum Wohle der inhabergeführten Apotheke Marketingaktionen sehen. Wichtig ist das Ergebnis. Wir glauben an das Apothekensystem und deshalb werden wir uns  ganz unabhängig von diesen Vorwürfen auch künftig ein Bein für die Apotheke vor Ort ausreißen.  

DAZ.online: Kann und soll der „Zukunftspakt“ denn zu einem neuen wichtigen finanziellen Standbein für die Noweda werden? Schließlich hört man aus der Branche immer wieder, dass man mit dem Großhandel heutzutage nichts mehr verdienen könne…

Kuck: Natürlich ist es nicht einfacher geworden. Aber das ist nicht die Motivitation für den Zukunftspakt, sondern die Gefährdung der Vor-Ort-Apotheken durch den aggressiv wachsenden Versandhandel. Und ganz ehrlich: Bis wir damit Geld verdienen, vergeht viel Zeit.



Julia Borsch, Apothekerin, Chefredakteurin DAZ
jborsch@daz.online


Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

Zukunfts-Pakt NOWEDA/Burda

von Dr. Detlef Eichberg am 25.09.2018 um 8:10 Uhr

Nee - iss klar: Ihr wollt Euch nicht die Taschen voll machen. Burda schon überhaupt nicht. Iss echt total humanitär, dass der pharmazeutische Groß-Handel mit dem Groß-Fürsten der Printer den Apothekerlein die Zukunft gestalten will, damit die sich nicht in die Hosen machen. Wenn man brav dabei bleibt, wird man auch die etwaige Null-Kürzung der Rabatte aushalten. Es lebe die Freie Apothekerschaft.

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