IGES-Prognose

Viele Gentherapien kurz vor der Marktreife

Remagen - 24.09.2018, 09:00 Uhr

Über 40 neue, zugelassene Gentherapien prognostiziert das IGES Institut für die kommenden Jahre. (Foto: Gernot Krautberger / stock.adobe.com)

Über 40 neue, zugelassene Gentherapien prognostiziert das IGES Institut für die kommenden Jahre. (Foto: Gernot Krautberger / stock.adobe.com)


Bislang zugelassene Gentherapeutika

Bei Gentherapien wird einer Zelle entweder ein funktionales Gen hinzugefügt, ein fehlerhaftes Gen korrigiert oder ein natürliches Gen modifiziert, um eine bestimmte Funktion zu erfüllen. Gentherapeutika unterliegen auf europäischer Ebene einem spezifischen Zulassungsverfahren für neuartige Therapien (advanced therapy medicinal products – ATMP).

Nach mehr als 50 Jahren gentechnischer Grundlagenforschung erhielt das erste Gentherapeutikum im Jahr 2012 eine Zulassung für die Vermarktung in der EU. Glybera® (Alipogen tiparvovec) diente zur Behandlung einer angeborenen Fettstoffwechsel-Krankheit. Es ist derzeit nicht mehr auf dem Markt. 2015 und 2016 folgten zwei Therapien, eine kurzwirksame gegen schwarzen Hautkrebs (Melanom) und eine langwirksame gegen einen schweren, angeborenen Immundefekt. Im August 2018 wurden zwei weitere langwirksame Therapien zur Behandlung von bestimmten Patienten mit akuter Leukämie und malignen Lymphomen zugelassen.

Zugelassene Gentherapeutika (GTMP) mit Indikationsgebiet und Zulassungsdatum

  • Glybera® (Alipogen tiparvovec): Lipoproteinlipasedefizienz (LPLD) (10/2012 bis 10/2017)
  • Imlygic® (Talimogen laherparepvec): Melanom (inoperabel, metastasiert) (12/2015)
  • Strimvelis®: schwerer Immundefekt infolge eines Adenosin-Desaminase-Mangels (ADA-SCID) (05/2016)
  • Kymriah® (Tisagenlecleucel): B-Zell akute lymphatische Leukämie (ALL), diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) (08/2018)
  • Yescarta® (Axicabtagen ciloleucel): DLBCL; primäres mediastinales großzelliges B-Zell-Lymphom (PMBCL) (08/2018)

Quelle: IGES Institut nach Paul-Ehrlich-Institut (2018) und Europäische Arzneimittel-Agentur (2018)



Dr. Helga Blasius (hb), Apothekerin
redaktion@daz.online


Diesen Artikel teilen:


0 Kommentare

Kommentar abgeben

 

Ich akzeptiere die allgemeinen Verhaltensregeln (Netiquette).

Ich möchte über Antworten auf diesen Kommentar per E-Mail benachrichtigt werden.

Sie müssen alle Felder ausfüllen und die allgemeinen Verhaltensregeln akzeptieren, um fortfahren zu können.