Doping

Wie sich Sportler Rx-Arzneimittel illegal aus dem Internet beschaffen

Berlin - 13.09.2018, 11:15 Uhr

Einer Forschergruppe aus Kaiserslautern zufolge ist es für Sportler recht einfach, sich im Internet auf illegalem Wege Rx-Arzneimittel fürs Doping zu kaufen. (s / Foto: Pocus LTD/adobe.stock.com)

Einer Forschergruppe aus Kaiserslautern zufolge ist es für Sportler recht einfach, sich im Internet auf illegalem Wege Rx-Arzneimittel fürs Doping zu kaufen. (s / Foto: Pocus LTD/adobe.stock.com)


Rezept wird an EU-Versender weitergeleitet

Gegenüber Sportschau.de erläuterte Eckstein nochmals den Bestell- und Lieferablauf: Die Bestellung laufe über verschiedene europäische Länder. „Es gibt eine ganze Menge Portale, URLs, Homepages, wo sie solche Bestellungen tätigen können“, so Eckstein. Über eine Art Chatfenster werde man mit einem Arzt verbunden. Man könne allerdings „nicht nachvollziehen, ob das ein Arzt ist“, sagte Eckstein.

In der DAZ hatte Eckstein zudem erläutert, wie dann der Kontakt mit den europäischen Versandapotheken verläuft: „Nach Beantwortung der Fragen wurde die Ausstellung des Rezepts durch den Arzt bestätigt und der Versand des Rezepts an die Apotheke angekündigt. Noch am gleichen Tag fand der Versand des Arzneimittels aus einer Apotheke in Dänemark statt. Die Zustellung erfolgte einen Tag später – im konkreten Fall jedoch nicht direkt beim Empfänger.“

Angaben des deutschen Zolls zufolge haben die Fahnder 2009 wegen illegalen Medikamentenimports 102 Strafverfahren eingeleitet. Sieben Jahre später waren es schon über ein dutzend Mal so viele. Die Ermittler stehen vor dem Problem, dass die Warenströme auf dem Postweg kaum zuverlässig kontrollierbar sind. „99,9 Prozent aller Dopingmittel werden im Hobbysport konsumiert“, sagte der Mainzer Sportmediziner und Dopingexperte Perikles Simon.



bro / dpa
brohrer@daz.online


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1 Kommentar

RX Versandverbot

von Dr Schweikert-Wehner am 13.09.2018 um 15:44 Uhr

Das wäre eine ausreichende Begründung für ein RX Versandverbot. Aber Apotheken beim Sterben zuzusehen ist geíler als der Schutz der Bevölkerung.

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