Parfümserie

Biblische Parfümdüfte in der Vatikan-Apotheke

Berlin - 24.08.2018, 14:35 Uhr

Die Apotheke im Vatikanstaat steht vor einer Umstrukturierung und verkauft nun eine neu kreierte biblische Parfumserie. ( r / Foto: Imago)

Die Apotheke im Vatikanstaat steht vor einer Umstrukturierung und verkauft nun eine neu kreierte biblische Parfumserie. ( r / Foto: Imago)


Sortiment erweitern – und christliches Leben stärken

Frater Binish Thomas Mulackal ist seit September 2016 Leiter der Vatikan-Apotheke. Der ursprünglich aus Indien stammende Mulackal hat Großes vor, um die päpstliche Apotheke zu erweitern und für die Zukunft zu stärken. Gegenüber der vatikanischen Tageszeitung „L´Osservatore Romano“ erläuterte er die Ziele des großen Umstrukturierungsprojektes. In erster Linie gehe es um eine Verbesserung des Services, der auch ein umfassenderes Sortiment beinhalte. Das Jahr 2018 sei dementsprechend ein besonders wichtiges Jahr für die Zukunft der Vatikan-Apotheke.

Die Duftnoten der neuen Parfümserie seien das Ergebnis eines Versuches, ihre Rolle im Bereich des christlichen Lebens wiederzuentdecken und zu stärken, so Frater Binish Thomas Mulackal. Erklärend fügte er hinzu, dass Weihrauch und Myrrhe schon seit der Antike für die Verehrung Gottes verwendet würden. 

Vatikan-Apotheke – keine ganz gewöhnliche Apotheke

Der Standort ist ungewöhnlich, der Weg in die Apotheke ebenso – und auch die Kundenzahl sprengt alles Übliche. Die vatikanische Apotheke, mit Sitz im Belvedere-Palast im kleinsten Staat der Welt, kann nicht mal eben so betreten werden. Zumindest für Pilger und Touristen ist das so. Neben den vatikanischen Angestellten können auch sie in der Vatikan-Apotheke einkaufen, müssen sich dafür allerdings erst bei der berühmten Schweizer Garde an der St. Anna-Pforte ausweisen und ein gültiges Rezept vorweisen. Dieses könne allerdings laut vatikanischer Apothekenbestimmungen weltweit ausgestellt worden sein. 

Die Kundenzahl der Vatikan-Apotheke liegen nach eigenen Angaben bei 2000 bis 2500 Kunden täglich. Sie gilt dementsprechend als die meist besuchte Apotheke der Welt. Die Hälfte der Kunden seien Angestellte des Vatikans und deren Angehörige – und die andere Hälfte Besucher aus der ganzen Welt. Die direkt hinter dem Apostolischen Palast gelegene Apotheke führe eine besonders große Anzahl an internationalen Medikamenten. Die Souveränität des Vatikanstaates mache den Verkauf der internationalen Arzneimittel möglich, die in Italien nicht im Handel seien. Das Sortiment umfasse rund 42.000 Produkte, die von den derzeit 60 Angestellten – darunter sechs Ordensleute – verkauft werden. Von nun an sollen die biblischen Düfte ein weiteres Verkaufsargument für die unzähligen Gläubigen aus aller Welt sein.



Inken Rutz, Apothekerin, Autorin DAZ.online
redaktion@daz.online


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