Deutsche Gesellschaft für Nephrologie

Hitzewelle: Was und wie viel trinken?

Stuttgart - 07.08.2018, 14:00 Uhr

Wer schwitzt, der muss auch trinken. Genügt Leitungswasser? (b /Foto: MurielleB / stock.adobe.com)

Wer schwitzt, der muss auch trinken. Genügt Leitungswasser? (b /Foto: MurielleB / stock.adobe.com)


Was es bei Nieren- und Herzkranken zu beachten gilt

„Neben der ausreichenden Flüssigkeitszufuhr sollte auf eine ausreichende Mineralstoffzufuhr geachtet werden, denn wir schwitzen auch wertvolle Mineralien aus. Leitungswasser, das mit Kohlensäure versetzt wird oder sogenannte Tafelwasser enthalten relativ wenige Mineralstoffe. Besser sind Mineralwasser – und ab und zu eine Apfelsaftschorle oder ein alkoholfreies Bier“, so fasst die DGfN ihre Trinkempfehlungen zusammen. Von mit Zucker versetzten Limonaden sei grundsätzlich abzuraten.

Keine Cola

Bei Cola werde neben Zucker mit der Phosphorsäure ein zweites „Gift“ zugeführt, das bei Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung zum Anstieg von Phosphat im Blut führen könne – was wiederum die Nierenerkrankung beschleunigen könne. Weil viele Patienten von ihren leichtgradigen Nierenerkrankungen nichts wüssten, riskierten sie – ohne es zu ahnen – ihre Nierengesundheit, wenn sie viel Cola trinken. 

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Die Hitze kann auch zu Kopfschmerzen führen. Warum in diesem Fall gerade bei Menschen mit Bluthochdruck oder Herzerkrankungen nicht leichtfertig ein NSAR abgegeben werden sollte, ist in DAZ 30/2018 zu lesen: Es kann zum sogenannten „Triple Whammy“, einem Dreifachschlag gegen die Nieren kommen. So wird der gleichzeitige Einsatz eines ACE-Hemmers oder Angiotensin-II-Rezeptorblockers mit einem Diuretikum und einem NSAR bezeichnet. Der Filtrationsdruck kann in der Folge so stark sinken, dass es zu einem akuten Nierenversagen kommen kann.

Vorsicht vor Volumenüberladung

Bei Patienten mit Herz- oder Nierenerkrankungen sind Volumenüberladungen in der Regel nachteilig. Auch die Meinung, wer besonders viel trinke, spüle die Nieren und schütze sie, sei eine Mär, so die Experten. Eine randomisierte kontrollierte Studie an neun kanadischen Zentren soll im letzten Jahr sogar gezeigt haben, dass eine Trinkmengen-Erhöhung um täglich einen bis eineinhalb Liter über zwölf Monate zu keinen Unterschieden gegenüber der Kontrollgruppe hinsichtlich Nierenfunktion (GFR), Eiweißausscheidung sowie dem Wohlbefinden führte.

Wieviel Herz- oder Nierenkranke letztlich trinken sollten, muss mit dem Arzt besprochen werden, eine allgemeine Empfehlung kann für diese Gruppe nicht ausgesprochen werden.

Bei Normaltemperaturen gilt deshalb für Gesunde die Empfehlung, 1,5-2 Liter zu trinken. Bei der aktuellen Hitze sollten es bei Gesunden zwei bis drei Liter sein.



Diana Moll, Apothekerin und Redakteurin, Deutsche Apotheker Zeitung (dm)
redaktion@daz.online


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