Lancet Neurology

Apomorphin verkürzt Off-Zeit bei Parkinson

Stuttgart - 06.08.2018, 12:45 Uhr

Off-Phasen bei Parkinson: Patienten leiden unter Wirkverlust von Levodopa und dadurch bedingt unter Akinesie. (m / Foto: ksp_f64 / stock.adobe.com)

Off-Phasen bei Parkinson: Patienten leiden unter Wirkverlust von Levodopa und dadurch bedingt unter Akinesie. (m / Foto: ksp_f64 / stock.adobe.com)


Um fast zwei Stunden kürzere Fluktuationen unter Apomorphin 

Die Phase-III-Studie (Toledo) untersuchte 107 Parkinson-Patienten über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Voraussetzung für die Aufnahme in die Untersuchung war unter anderem eine mindestens seit drei Jahren bestehende Diagnose. Zudem waren sie mit ihrer bestehenden Medikation nicht ausreichend gut eingestellt (zum Beispiel vier feste Dosen L-Dopa täglich für die letzten vier Wochen und bis zu zweimal tägliche Notfall-Gaben L-Dopa in einer Dosierung bis maximal 200 mg). Die Patienten litten trotz oraler und transdermaler Parkinson-Arzneimittel unter motorischen Fluktuationen. Alle Parkinson-Arzneimittel waren für die Aufnahme in die Studie erlaubt, mit Ausnahme von Budipin.

Die Hälfte der Patienten erhielten subkutane Apomorphin-Infusionen von 3 bis 8 mg/h (durchschnittliche Enddosis lag bei 4,68 mg/h) oder Infusionen mit Kochsalz. Primärer Endpunkt der Studie war die absolute Veränderung der Off-Zeit von der Baseline zu Beginn der Untersuchung bis zum Ende dieser nach zwölf Wochen. Ausgewertet wurde die Off-Zeit anhand der Patiententagebücher.

Apomorphin als Pumpe auch im ambulanten Bereich?

Die subkutane Apomorphin-Infusion verkürzte die Off-Phase bei Parkinson-Patienten um 2,47 Stunden pro Tag. Placebo reduzierte die Zeit der schlechten motorischen Kontrolle nur um 0,58 Stunden täglich. Laut Angabe der Studienautoren vertrugen die Probanden Apomorphin gut, allerdings brachen sechs Studienteilnehmer aus der Verumgruppe die Untersuchung aufgrund von Nebenwirkungen vorzeitig ab.

„Wir hoffen, dass die positiven Ergebnisse der Toledo-Studie dabei helfen werden, sicherzustellen, dass Apomorphin-Infusionen, die über eine Minipumpe ambulant  appliziert werden, in nationale Richtlinien für die Parkinson-Behandlung integriert werden“, erklärt ein Wissenschaftler der Studie, Professor Andrew Lees. Aktuell sehen die Experten, die in der deutschen Leitlinie „Idiopatisches Parkinson-Syndrom“ zu Wort kommen, den Einsatz von Apomorphin-Pumpen vorwiegend in spezialisierten Zentren, vor allem für die Einstellung der Patienten. „Diese Therapieform sollte nur von darin erfahrenen Ärzten und Ärztinnen initiiert werden und bedarf eines entsprechenden Monitorings“, lautet ihre bisherige Empfehlung.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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