Lunapharm-Affäre

SPD verteidigt Preissystem sowie Importe und greift Behörden an

Berlin - 01.08.2018, 11:30 Uhr

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Sabine Dittmar verteidigt nach der Lunapharm-Affäre die Importquote und das Preissystem. Sie sieht vielmehr die Aufsichtsbehörden in der Pflicht. (b / Foto: Schelbert)

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Sabine Dittmar verteidigt nach der Lunapharm-Affäre die Importquote und das Preissystem. Sie sieht vielmehr die Aufsichtsbehörden in der Pflicht. (b / Foto: Schelbert)


Dittmar: Arzneimittel-Preissystem steht nicht zur Diskussion

Dittmar weiter: „Im Fall Lunapharm scheinen nach den bisherigen Erkenntnissen die bereits vorhandenen Mittel der Arzneimittelaufsicht nicht genutzt worden zu sein. Andernfalls hätten die Aktivitäten von Lunapharm eventuell früher unterbunden werden können. Ich erwarte von den nationalen Aufsichtsbehörden, dass sie sich mit diesem Fall intensiv auseinandersetzen, Defizite identifizieren und abstellen und die Arzneimittelaufsicht sowie die Kooperation mit den strafrechtlichen Ermittlungsbehörden insbesondere auch bei grenzüberschreitendem Arzneimittelverkehr sicherstellen.“

Auf die Frage, ob es auch angesichts des Valsartan-Skandals nicht einen größeren Reformbedarf im Arzneimittelbereich gebe, antwortete die SPD-Politikerin: „Unser Ziel muss es sein, Unternehmen für die Produktion in Deutschland zurückzugewinnen. Ob und wie das gelingen kann, werden wir bei der Fortführung des Pharma-Dialoges ab November thematisieren. Das Arzneimittelpreissystem steht für uns in diesem Zusammenhang aber nicht zur Diskussion.“ Dittmar wies zudem auf die für 2019 vorgesehene Einführung des Sicherheitssystems Securpharm hin. Sie sagte dazu: „Bedauerlich sind die langen Übergangsfristen für Bestandsware. Ob hier für die Übergangszeit ergänzende Maßnahmen zur Erhöhung der Arzneimittelsicherheit notwendig und sinnvoll sind, werden wir mit dem Koalitionspartner und dem BMG diskutieren.“

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DAZ.online hatte allerdings bereits darüber berichtet, dass auch bei einem schon bestehenden Securpharm-Schutz der Skandal wohl nicht hätte verhindert werden können – jedenfalls zunächst nicht. Denn Griechenland gehört neben Italien und Belgien zu den Ländern, die sechs Jahre länger Zeit haben, die europäischen Fälschungsschutzvorgaben umzusetzen. Die verlängerte Umsetzungsfrist heißt im Klartext: Die individuellen Erkennungsmerkmale werden für Packungen, die in Griechenland in den Verkehr gebracht werden, vorerst nicht Pflicht sein. Sie sind damit – ebenso wie Packungen aus anderen europäischen Ländern, die vor dem Stichtag in den Verkehr gebracht wurden und noch bis zu ihrem Verfall verkauft werden können – die kritische Unbekannte im Fälschungsschutzsystem.



Benjamin Rohrer, Chefredakteur DAZ.online
brohrer@daz.online


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3 Kommentare

was will die SPD?

von Karl Friedrich Müller am 01.08.2018 um 11:49 Uhr

die SPD ist einfach unfähig.
Engstirnig
ideologische Scheuklappen.
Hass auf Akademiker, hab ich mal gelesen (Kommentar dazu, warum die SPD nichts auf die Reihe kriegt)
Weg damit. Völlig überflüssige Partei in dem Zustand. Schade.

» Auf diesen Kommentar antworten | 2 Antworten

AW: was will die

von Dr Schweikert-Wehner am 01.08.2018 um 17:06 Uhr

Ganz so schlimm ist nicht. Aber es gibt in der 1. Reihe der Sozialdemokraten keinen Gesundheitsfachmann und der einzige der sich auskennt (Lauterbach) betreibt nur Lobby- und Resentimentspolitik.

AW: was will die SPD

von Bernd Küsgens am 01.08.2018 um 18:58 Uhr

Wieso ist Frau Dittmar kein Gesundheitsfachmann? Wenn eine Fraktion Frau Dittmar zur Gesundheitspolitischen Sprecherin ernennt, dann haben sie keine andere. Dann kann das doch keine Entschuldigung sein für persönliche Inkompetenz.
Nebenbei, ob Lauterbach sich besser auskennt, sei noch dahingestellt.

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