Stiftung Warentest

Alle Sonnencremes halten ihr Schutzversprechen – bis auf eine

Stuttgart - 28.06.2018, 15:00 Uhr

Sonnencreme
auftragen kann so richtig nerven. Kinder unter drei Jahren sollten am besten gar
nicht in die direkte Sonne und weitestgehend mit Hut und Kleidung geschützt
werden.(Foto: rimmdream / stock.adobe.com)

Sonnencreme auftragen kann so richtig nerven. Kinder unter drei Jahren sollten am besten gar nicht in die direkte Sonne und weitestgehend mit Hut und Kleidung geschützt werden.(Foto: rimmdream / stock.adobe.com)


Sonnencreme-Flecken: Lassen sie sich vermeiden oder entfernen?

Stiftung Warentest kritisiert Nivea dafür, dass mit einer „Anti-Flecken“-Formel geworben wird. In kleiner Schrift darunter steht nämlich: „Hilft, die Intensität von Sonnencreme-Flecken nach dem Waschen zu reduzieren“. Flecken macht die Creme also auch!

Laut Stiftung Warentest entstehen die gelblichen Verfärbungen vor allem an Kragen und Bündchen, wo die Kleidung auf der Haut reibt. Die Cremes allein sind nicht immer Schuld – es sei ein Zusammenspiel von Schweiß, Hautfett, Wasser und auch Waschmittel. Weil Stiftung Warentest noch keine Methode gefunden hat, die Flecken reproduzierbar zu erzeugen und zu testen, blieb dieses Manko bei allen Produkten ungeprüft. Wer die Flecken reduzieren möchte, solle die Sonnencreme erst trocknen lassen, bevor er sich anzieht. Grundsätzlich seien dunkle und dichte Stoffe zu empfehlen, weil sie besser vor der UV-Strahlung schützen und auf dunklen Fasern Flecken weniger auffallen.

Nivea erklärt im Internet das Entstehen von Flecken durch Sonnencreme durch die enthaltenen organischen UV-Filter. Einige haben selbst eine gelbliche Farbe und bleiben in den Textilien haften. Oft werden die Flecken aber auch erst nach dem Waschen (verstärkt) sichtbar. Das soll an gelblichen Metall-Ionen im Wasser liegen. Wer Flecken unbedingt vermeiden möchte, müsste also zu Sonnenschutzmitteln ohne organische UV-Filter greifen, wie den von Weleda. Das wird dann aber mit dem Gefühl beim Auftragen gebüßt. Bei niedrigerem Lichtschutzfaktor sind in der Regel auch weniger UV-Filter enthalten, die Flecken verursachen. Dennoch rät auch Nivea zu einem möglichst hohen Lichtschutzfaktor.

Wer Flecken beseitigen möchte, soll sie laut Nivea so schnell wie möglich auswaschen. Auf Waschmittel in Pulverform und auf Bleichmittel soll verzichtet werden. Am besten soll zunächst die Vorwäsche ohne Waschmittel bei 30°C erfolgen. Ebenfalls bei 30 °C geht es danach in die Hauptwäsche. Ein normales Flüssigwaschmittel sei dann am besten geignet, weil es keine Bleichmittel enthält. Hohe Waschtemperaturen und Bleichmittel können die Flecken nämlich sogar fixieren und verstärken!

Zum Thema Sonnencreme und Umweltverträglichkeit hat sich Stiftung Warentest übrigens nicht geäußert. 



Diana Moll, Apothekerin und Redakteurin, Deutsche Apotheker Zeitung (dm)
redaktion@daz.online


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