NDR-Beitrag

„Heuschnupfenmittel werden knapp“ – was ist dran?

Berlin - 18.06.2018, 07:00 Uhr

Gerade zur Allergie-Hauptsaison klagen Apotheker über Engpässe bei Antihistaminen. (Foto: Lightboxx / stock.adobe.com)

Gerade zur Allergie-Hauptsaison klagen Apotheker über Engpässe bei Antihistaminen. (Foto: Lightboxx / stock.adobe.com)


Cromoglicin-Nasensprays fehlen teilweise seit April

Bereits im April berichteten wir über einen nahezu flächendeckenden Lieferengpass bei Cromoglicin-haltigen Nasensprays. Hexal nannte im Frühjahr Stabilitätsprobleme als Ursache. Die Situation um Cromo-Nasensprays sieht im Juni nicht besser aus. Das bestätigt die Anfrage beim Pharmagroßhändler Sanacorp (15.06.2018). Eine Hamburger Kiez-Apotheke meldet „Lieferengpässe bei allen Darreichungsformen und Marken“, allerdings scheinen zumindest bei den Augentropfen manche Hersteller Cromoglicin bereitstellen zu können.

In der Tat scheint die Versorgung mit topischen Antihistaminika teilweise herausfordernd. Alternativen gibt es vor allem bei Nasensprays  mit Beclometason, Mometason oder Fluticason. Jedoch eignen sich diese nicht für alle Patienten. 

Alternative antiallergische Nasensprays

Bei Nasensprays stehen seit einigen Jahren cortisonhaltige Präparate in der Selbstmedikation zur Verfügung. Erst 2016 schafften Mometason und Fluticason den OTC-Switch. Beclometason ist schon längere Zeit rezeptfrei erhältlich. Während es für cromoglicinhaltige Nasensprays jedoch keine Altersbegrenzungen gibt, dürfen beclometasonhaltige Rhinologika ab einem Alter von zwölf und mometasonhaltige Rhinologika erst ab einem Alter von 18 Jahren in der Selbstmedikation angewendet werden. Azelastin in Vividrin® akut kann bereits bei Kindern ab sechs Jahren appliziert werden, Levocabastin in Livocab® direkt hat für Kinder ab einem Jahr die Zulassung.

Unter Umständen bleibt Apothekern ein Wechsel auf orale Antihistamine zu erwägen. Cetirizin Saft ist für Kinder ab zwei Jahren zugelassen, Fenistil® Tropfen mit Dimetinden kann bereits bei Kindern ab einem Jahr eingesetzt werden. Für Erwachsene stehen mit Cetirizin und Loratadin Antihistamine als orale Alternative zur Verfügung. Reactine® duo kombiniert Cetirizin mit Pseudoephedrin und ist nach einem längeren Lieferengpass mittlerweile wieder verfügbar.



Celine Müller, Apothekerin, Redakteurin DAZ.online (cel)
redaktion@daz.online


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1 Kommentar

Vividrin

von Apel am 18.06.2018 um 9:10 Uhr

Meda hat die Herstellung als Lohnhersteller für Bausch und Lomb eingestellt.
Daher wird es kein Vividrin mehr geben...
Das ist doch schon lange bekannt.

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